Corona-Stillstand begünstigt Bakterien in Leitungen

Lange nicht genutzte Leitungen bergen eine spezielle Gefahr: Dieser soll nun mit Vorkehrungen begegnet werden.

Christian Tschümperlin
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Das Coronavirus führt zu zahlreichen Einschnitten ins gewöhnliche Leben: Momentan bleiben Schulen, Sportanlagen und Restaurants geschlossen. Allerdings bergen diese Schliessungen nicht nur Gefahren, welche die Wirtschaft betreffen.

Die stillgelegten Wasserinstallationen bedürfen besonderer Vorsichtsmassnahmen. Dies bestätigt Daniel Imhof, Kantonschemiker der Urkantone, auf Anfrage. «Wenn das Wasser nicht regelmässig fliesst, birgt dies die Gefahr, dass sich Legionellen und andere Mikroorganismen ausbreiten.» Bei Legionellen handelt es sich um Bakterien, die sich besonders in stehendem Wasser wohlfühlen und schlimmstenfalls eine schwere Lungenentzündung hervorrufen können.

Mit einem Schreiben von Suissetec und dem Schweizerischen Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) an betroffene Institutionen macht das Laboratorium der Urkantone nun auf diesen Umstand aufmerksam.

Wasser soll alle drei Tage fliessen

Das Coronavirus selber kann nicht über das Trinkwasser übertragen werden, wird in dem Schreiben aufgezeigt. Aber: «Wenn über mehrere Wochen der bestimmungsgemässe Betrieb der Trinkwasserverteilsysteme nicht gewährleistet ist, erhöht sich durch die vermehrte Stagnation des Trinkwassers das Risiko für einen Legionellenbefall sowie für den übermässige Aufwuchs von anderen Mikroorganismen.» Damit die Wasserqualität weiterhin gewährleistet bleibt, wird eine Reihe von Massnahmen vorgeschlagen. So müssen alle drei Tage während mindestens 30 Sekunden die Dusch- sowie Wasserhähne geöffnet und Toiletten gespült werden, sodass die Wasserzirkulation gewährleistet bleibt. Vorzugsweise soll das in mehrstöckigen Gebäuden von unten nach oben geschehen. Bei einer Wiederinbetriebnahme der sanitären Anlagen sollen diese auf Legionellen überprüft werden. «Hotels beispielsweise, die nur saisonal betrieben werden, kennen dieses Prozedere bereits», sagt Imhof. Nun gehe es darum, auch Institutionen zu informieren, die sonst das ganze Jahr über geöffnet seien.