Corona
Urner Regierungsrat beschliesst Maskenpflicht für Oberstufenschüler

Der Urner Regierungsrat hat an seiner Sitzung vom Dienstag die Maskentragepflicht auf die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe ausgeweitet. Vier von zehn Urner Oberstufenzentren hatten bereits eine Maskentragepflicht für Schülerinnen und Schüler eingeführt.

Drucken
Teilen
Wie diese Kinder in Zürich müssen auch Oberstufenschüler im Kanton Uri Masken tragen.

Wie diese Kinder in Zürich müssen auch Oberstufenschüler im Kanton Uri Masken tragen.

Bild: Ennio Leanza / Keystone

Jetzt zieht auch der Kanton Uri nach: Die Regierung hat für die Urner Oberstufen eine Maskentragepflicht verordnet. In den anderen Zentralschweizer Kantonen gilt diese schon seit längerem, in Uri war sie bisher eine Empfehlung. «Wir haben eine Vereinheitlichung angestrebt», sagt Bildungsdirektor Beat Jörg. Für Schülerinnen und Schüler im Kindergarten und in der Primarschule gilt aber nach wie vor keine Maskentragepflicht.

In vier von zehn Urner Oberstufen war die Tragepflicht bereits vorher eingeführt worden. «Wir stellen eine grosse Akzeptanz bei den Schulleitungen, den Lehrpersonen und den Schülerinnen und Schülern fest, sodass es sinnvoll ist, die Maskenpflicht bei allen Oberstufen einzuführen.» Für viele Schüler sei es bereits normal, etwa im öffentlichen Verkehr eine Maske zu tragen. Nun komme dies auch im Schulunterricht dazu.

«Die richtige Reaktion»

Reagiert werde durch das neue Regime auf die Gefahr, die von Virusmutationen ausgehe, erklärt Jörg. «Wir wollen damit die Gefahr drosseln, dass ganze Klassen oder sogar Schulen wegen einzelner Fälle in Quarantäne geschickt werden müssen.» Jörg schaut es zudem als die Pflicht der Regierung an, für den Schutz an den Schulen zu sorgen. Gerade Anfang Woche hiess es seitens der Regierung, die aktuellen Ansteckungszahlen würden es nicht rechtfertigen, etwa auf Homeschooling umzustellen. Dies sei jedoch kein Widerspruch zur jetzigen Massnahme, sagt Jörg. «Der Kantonsarzt hat uns explizit auf die Virusmutationen aufmerksam gemacht. Die Maskenpflicht ist die richtige Reaktion darauf.»

Konkret gelten für Urner Oberstufen nun folgende Regeln:

  • Lehrpersonen können den Schülerinnen und Schülern in bestimmten Situationen das Abnehmen der Maske erlauben. So zum Beispiel im Sportunterricht, in besonders belastenden Situationen oder in Beurteilungssequenzen.
  • Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Personen, die nachweisen können, dass sie aus besonderen Gründen, insbesondere medizinischen oder behinderungsspezifischen, keine Gesichtsmaske tragen können. Für den Nachweis besonderer Gründe ist ein Attest einer Fachperson erforderlich, die nach dem Medizinalberufegesetz oder dem Psychologieberufegesetz zur Berufsausübung in eigener fachlicher Verantwortung befugt ist.
  • Auch wenn das gemeinsame Singen und Musizieren weiterhin erlaubt sind, ist dabei besondere Vorsicht geboten und auf entsprechend grosse Räume auszuweichen.
  • Elterngespräche können und sollen unter Einhaltung der Hygiene und Abstandsregeln in der Schule stattfinden. In begründeten Ausnahmen können das jährliche Beurteilungsgespräch und andere Elterngespräche online oder am Telefon stattfinden.

«Positives Echo»

An der Oberstufe in Altdorf hat man schon längere Erfahrung mit der Maskenpflicht. So wurde diese aufgrund von Ansteckungen bereits im November und Dezember jeweils temporär für eineinhalb bis zwei Wochen eingeführt - und permanent gilt sie seit Anfang Jahr. «Das Maskentragen gehört mittlerweile zum Alltag und die Akzeptanz ist grossmehrheitlich da», sagt Gesamtschulleiter Andi Meyer. Aufgrund gesundheitlicher Probleme müssten nur sehr wenige Schülerinnen und Schüler auf das Tragen einer Maske verzichten. Für diese würden aber spezielle Massnahmen gelten. So müssten diese etwa während Gruppenarbeiten die Mindestabstände einhalten.

Gelegentlich komme es vor, dass eine Lehrperson auf den korrekten Umgang mit den Masken aufmerksam machen müsse - aber die Ermahnungen würden ohne Murren befolgt, so Meyer. Der Altdorfer Gesamtschulleiter begrüsst es sehr, dass für Uri nun eine einheitliche Lösung gelte. «Ich fühle mich in unseren bisherigen Entscheidungen gestützt.»

Kein Kopfweh wegen Masken

Auch am Kollegi ist das Maskentragen bereits zur Normalität geworden. Rektor Daniel Tinner erinnert an vergangenen November, als es am Untergymnasium zu einer hohen Zahl an Ansteckungen kam - just nachdem man die Maskenpflicht auch auf den unteren Stufen eingeführt hatte. «Hätten wir diese früher eingeführt, wären wohl einige Ansteckungen zu verhindern gewesen.» Tinner ist somit von der Wirkung der Maskenpflicht überzeugt. Man könne so das Ansteckungsrisiko tief halten. «Dass die Masken für die Schülerinnen und Schüler eine Zumutung wären oder Kopfweh verursachen, hat sich bei uns nicht bewahrheitet. Und Müdigkeit im Unterricht hat meistens andere Gründe»

Wie er feststellt, wird die Maskenpflicht sehr gut eingehalten. Kritische Situationen gebe es höchstens in Pausen, weil für die Verpflegung die Maske abgenommen werden könne, oder direkt nach Schulschluss im Freien, wo die Maske ausgezogen werde, obwohl man in der Gruppe nahe beieinander stehe.

Das ergänzte Schutzkonzept ist im Internet unter https://www.ur.ch/publikationen/20342 publiziert.