Coronamassnahmen
Spucktests sollen Urner Unternehmen helfen, durch die Krise zu kommen

Um die Wirtschaft in Fahrt zu bringen, sollen auch Urner Unternehmen vermehrt testen. In einem Online-Meeting wurde über die Massentests informiert.

Markus Zwyssig
Merken
Drucken
Teilen
Spucktests – hier an Schulen im Kanton Zug – sollen auch bei Urner Unternehmen gang und gäbe werden.

Spucktests – hier an Schulen im Kanton Zug – sollen auch bei Urner Unternehmen gang und gäbe werden.

Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 25. Februar 2021)

Das Interesse an Massentests ist bei Urner Unternehmen offensichtlich gross. Wirtschaft Uri lud am Montagnachmittag in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ) zu einem Online-Meeting ein. Gesundheitsdirektor Christian Arnold und Emil Kälin, Leiter des Sonderstabs Covid-19, gaben Auskunft. Über 60 Personen nahmen am virtuellen Treffen teil. IHZ-Direktor Adrian Derungs sagte:

«Tests sind ein wichtiger Mosaikstein, damit wir gut durch die nächsten Wochen und Monate kommen.»

Weitere solche Meetings sind in den nächsten Tagen auch in den anderen Kantonen der Zentralschweiz geplant.

Bereits machen 20 Urner Unternehmen mit

Nachdem sich der Bundesrat für die Ausweitung der Teststrategie ausgesprochen hatte, lag der Ball bei den Kantonen. So wurde der Kanton Graubünden mit 50'000 Personen, die sich einmal pro Woche testen lassen, zum Pionierkanton. Er sei gespannt, wie die Zentralschweiz auf die Herausforderung reagiere, so Derungs. In Uri machen bisher 20 Unternehmen an den Tests mit.

Gesundheitsdirektor Christian Arnold betonte, dass der Kanton Uri vor gut drei Wochen ein Testkonzept beim Bund eingereicht habe. Parallel dazu habe man in Alters- und Pflegeheimen sowie bei Andermatt Swiss Alps (ASA) mit Massentests begonnen. «Das System hat sehr gut funktioniert», so Arnold. «Es zeigte sich, dass es administrativ einfach und gut handhabbar ist. Es ist ein verlässliches System, das verlässliche Resultate liefert.» Das Angebot besteht darin, dass man sich einmal pro Woche testen lassen kann.

Bund und Bundesamt für Gesundheit würden Unternehmen dazu ermuntern, beim Testen mitzumachen. Christian Arnold hofft, dass es für Unternehmen, die bei den Tests mitmachen, Erleichterungen bezüglich Quarantäne und Homeofficepflicht geben wird. Noch sei aber diesbezüglich auf nationaler Ebene nichts beschlossen.

Alles beruht auf Freiwilligkeit – Und: «Es ist keine Hexerei»

Emil Kälin ist als Leiter des Sonderstabs direkte Ansprechperson für die Unternehmen. «Die Massentests sind einer der Schlüssel, dass wir aus der Krise heraus kommen», wandte er sich an die Vertreter der Unternehmen. «Das Testen ist ein wichtiges Element neben dem Contact-Tracing und dem Impfen.»

Angeboten werden Massentests nicht nur in Unternehmen, sondern auch in Schulen, Gesundheitseinrichtungen sowie in Alters- und Pflegeheimen. Beim Online-Meeting standen aber die Massentests in Unternehmen im Zentrum. Wichtig sei, dass das Testen auf Freiwilligkeit beruhe und zwar auf beiden Seiten. «Weder Unternehmen noch Mitarbeitende sind gezwungen, mitzumachen. Alle entscheiden selber, ob sie das Angebot annehmen wollen oder nicht», so Kälin.

Der Bund übernimmt die Laborkosten. Der Kanton trägt die Logistikkosten. Das Unternehmen hat praktisch keinen finanziellen Aufwand. Es müssen lediglich die beschrifteten Tests zentral eingesammelt und gelagert werden, bis jemand vom Labor diese abholt.

Und was bringen die Tests für das Unternehmen? Dieses kann früh erkennen, wenn jemand positiv ist und vielleicht selber gar keine Symptome hat. Es ist vorgesehen, dass einmal pro Woche ein Speicheltest gemacht wird. Das Testen wurde in Uri bereits auf die Praxistauglichkeit geprüft. «Mitmachen ist keine Hexerei», so Kälin. Den Test könne man auf einfache, schnelle und schmerzlose Art durchführen, indem man mit einer Salzlösung gurgle. Das müsse nicht unbedingt im Betrieb sein, sondern man könne den Test auch zu Hause machen. Kälin:

«Dazu muss niemand in der Nase bohren und es braucht auch kein fachspezifisches Know-how.»

Unternehmen, die bei den Massentests mitmachen wollen, können sich über die Website des Kantons Uri anmelden. «Dazu müssen sie einen Fragebogen ausfüllen, was sie in fünf Minuten erledigt haben», so Kälin. Nicht nur grosse, sondern auch kleine Betriebe können bei den Tests mitmachen. Auch gibt es keinen Mindestprozentsatz von Mitarbeitenden, die teilnehmen müssen. «Es spricht nichts dagegen, dass man auch Mitarbeitende im Homeoffice testen lässt», so Kälin. Das mache aber wohl nur Sinn, wenn diese auch physischen Kontakt mit den anderen Mitarbeitern im Betrieb hätten.

Ein positives Resultat wird innerhalb von 24 Stunden gemeldet

Wenn eine Person positiv getestet worden ist, dann erhält das Unternehmen innerhalb von 24 Stunden nach der Abgabe der Tests ans Labor eine Rückmeldung. Wer positiv getestet worden ist, erfährt nur die getestete Person selber sowie das Contact-Tracing. Halte ein Unternehmen Schutzmassnahmen wie Maskenpflicht und Abstand konsequent ein, seien auch die zu erwartenden Konsequenzen betreffend Quarantänepflicht kleiner.