Coronasituation
Lage ist in Uri weiterhin sehr angespannt

Gesundheitsdirektor Christian Arnold mahnt die Bevölkerung zur Disziplin. Er schloss weitere Massnahmen nicht aus.

Markus Zwyssig
Merken
Drucken
Teilen
Contact-Tracing, wie hier in Lausanne, ist bei der Eindämmung der Coronapandemie sehr wichtig. In Uri arbeiten insgesamt 15 Personen in diesem Bereich. Sie sorgen dafür, dass dieses an 7 Tagen pro Woche in Betrieb ist.

Contact-Tracing, wie hier in Lausanne, ist bei der Eindämmung der Coronapandemie sehr wichtig. In Uri arbeiten insgesamt 15 Personen in diesem Bereich. Sie sorgen dafür, dass dieses an 7 Tagen pro Woche in Betrieb ist.

Symbolbild: Laurent Gillieron / Keystone

Die Fallzahlen pro Kopf der Bevölkerung bleiben in Uri nach wie vor sehr hoch. Der Kanton ist schweizweit ein Hotspot. «Die Lage ist weiterhin sehr angespannt», sagte Gesundheitsdirektor Christian Arnold am Donnerstagnachmittag am Medientermin im Altbau des Kantonsspitals. Innerhalb Wochenfirst gab es 221 neue Coronafälle. Das heisst, pro Tag sind es durchschnittlich 32 positive Testergebnisse.

Zurzeit werden im Kantonsspital Uri zehn an Corona erkrankte Personen gepflegt. Zwei Personen müssen auf der Intensivstation beatmet werden. Die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 298. In Quarantäne befinden sich 391 Personen. 47 Personen sind in Uri bisher an den Folgen des Coronavirus verstorben.

Arnold betonte, es sei wichtig, die Fallzahlen sehr gut im Auge zu behalten. «Momentan ist im Gesundheitssystem die Versorgung der kranken Personen sicher gestellt.» Das sei ein sehr zentrales Element, gehe es dabei doch nicht nur um die Versorgung der Covid-Patienten, sondern auch um den normalen und insbesondere den Notfallbereich. «Bei den hohen Fallzahlen kann sich das schnell ändern.» Das bereitet dem Gesundheitsdirektor zurzeit Sorgen. «Es muss klar unser Ziel sein, dass diese Zahlen wieder sinken.» Wenn die Gesundheitsversorgung im Spital an den Anschlag zu kommen drohe, müssten weitere Massnahmen beschlossen werden. Zurzeit werde im Regierungsrat intensiv darüber diskutiert. Arnold sagte aber nicht, um welche Massnahmen es sich handeln würde.

Gesundheitsdirektor stellt sehr grosse Müdigkeit gegenüber den Massnahmen fest

Neben Testen und Impfen sei die Disziplin der Bevölkerung sehr entscheidend. Arnold stellt in der Bevölkerung eine sehr grosse Müdigkeit gegenüber den notwendigen Massnahmen fest: «Die Menschen treffen sich wieder vermehrt. Dementsprechend steigt auch die Ausbreitung des Coronavirus.» Er rief dazu auf, jetzt unbedingt durchzuhalten.

Christian Arnold nutzte die Gelegenheit, Ruth Kappeler, Geschäftsstellenleiterin der Lungenliga, zu danken. Sie sei die Frau der ersten Stunde. Arnold überreichte ihr für ihren Einsatz einen Blumenstrauss. Die Lungenliga ist im Auftrag des Kantons für das Contact-Tracing verantwortlich. Zurzeit sind 15 Personen damit beschäftigt, das dies 7 Tage pro Woche abgedeckt werden kann. Auch habe Uri das Contact-Tracing dank der Arbeit der Lungenliga über die ganze Pandemie-Zeit aufrecht halten können.

Gesundheitsdirektor Christian Arnold bedankt sich bei Ruth Kappeler, Geschäftsstellenleiterin der Lungenliga, mit einem Blumenstrauss. Die Lungenliga ist im Auftrag des Kantons seit einem Jahr für das Contact Tracing in Uri verantwortlich.

Gesundheitsdirektor Christian Arnold bedankt sich bei Ruth Kappeler, Geschäftsstellenleiterin der Lungenliga, mit einem Blumenstrauss. Die Lungenliga ist im Auftrag des Kantons seit einem Jahr für das Contact Tracing in Uri verantwortlich.

Bild: Markus Zwyssig (Altdorf, 22. April 2021)

Grosse Nachfrage bei Ü50-Generation fürs Impfen

Vorwärts macht Uri mit dem Impfen und nimmt schweizweit eine Spitzenposition ein. «Wir verimpfen alles, was uns zur Verfügung steht», versicherte Arnold. In Uri wurden inzwischen über 11'460 Covid-19-Impfungen durchgeführt. Mehr als 8000 Dosen wurden am Kantonsspital, über 3000 Dosen in den Hausarztpraxen verabreicht. 11,5 Prozent der Bevölkerung sind zweimal geimpft. Seit Mittwochmorgen können sich alle über-50-jährigen Urnerinnen und Urner für einen Impftermin anmelden. Die Nachfrage sei sehr gross, wie am Medientermin zu erfahren war.

In den vergangenen Wochen wurde im Kanton Uri ein Anstieg der Hospitalisationen von Personen zwischen 50 und 60 Jahren festgestellt. «Die Möglichkeit zum Impfen für Personen über 50 Jahren soll diese Bevölkerungsgruppe im Fall einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen und einen schweren Verlauf der Erkrankung verhindern», gab sich Arnold überzeugt. In der ersten Hälft des Monats Mai sollen dann auch Jüngere die Möglichkeit erhalten, sich impfen zu lassen.

85 Betriebe mit insgesamt 4000 Mitarbeitern machen bei den wöchentlichen Massentests mit. Die Teilnahme daran ist freiwillig. Mit 56 Prozent beteiligen sich mehr als die Hälfte der Mitarbeiter an den Spucktests. Gut angelaufen sind auch die Massentests an den Schulen. «Verschiedentlich ist die Skepsis bei den Eltern gross», sagte er. Dabei seien die Tests schmerzfrei und auch für Schulkinder unproblematisch. An verschiedenen Schulen traten Coronafälle auf. «Aktuell befinden sich Kinder von fünf Schulklassen in Quarantäne», sagte Arnold. «Punktuell wird bei Coronafällen auch auf Fernunterricht umgestellt.»