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«Costa-Grisi» setzt auf Schweizer Sieg

Christian Furger war Geschäftsführer und Barkeeper des «Costa Rica» in Altdorf. Heute ist er als Freelancer tätig und packt überall mit an, wo Hilfe benötigt wird. Der Schweizer Nationalmannschaft traut an der WM einen Exploit zu.
Philipp Zurfluh
Christian «Grisi» Furger glaubt nicht an einen Sieg Costa Ricas gegen die Schweiz. Bild: Florian Arnold (Altdorf, 25. Juni 2018)

Christian «Grisi» Furger glaubt nicht an einen Sieg Costa Ricas gegen die Schweiz. Bild: Florian Arnold (Altdorf, 25. Juni 2018)

«Grisi». Die meisten Urner kennen Christian Furger wohl nur unter diesem Namen. «Dieser Übername wurde mir in der Jungwachtzeit gegeben», sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Einen Namen gemacht hierzulande hat er sich vor allem als Barkeeper und Geschäftsführer der Lokalität Costa Rica im Altdorfer Dorfkern. In seiner Jugend deutete jedoch noch wenig darauf hin, dass er mal als Gastronom Cocktails für seine Gäste mixen und servieren würde.

Die Lehre absolvierte er im Detailhandel und verdiente anschliessend im Verkauf beim Arnold Zentrum Markt Altdorf sein Geld. Später half er immer wieder in diversen Beizen und Restaurants aus und ist somit in die Gastronomie «gerutscht». Festwirtschaften, Open Airs und diverse Konzerte organisierte er mit. «Ich habe alles gesehen: von der Spelunke bis zu einem Gourmet-Restaurant.»

Bei der Arbeit sind Freundschaften entstanden

Bevor der Lokalität der Name «Costa Rica» gegeben wurde, hiess, sie «Spinnenbar», erinnert sich der 45-Jährige. Rund zehn Jahre war er im «Costa Rica» tätig. Zuerst als Barkeeper-Lehrling, später dann als Baarkeeper-Chef und schliesslich als stellvertretender Geschäftsführer und Geschäftsführer. An die damalige Zeit hat er viele positive Erinnerungen: «Wenn man hinter der Bar arbeitet, lernt man unglaublich viele Menschen kennen und baut ein grosses Netzwerk auf. Durch meine Arbeit sind einige Freundschaften entstanden.»

Während der zehn Jahre im «Costa Rica» habe sich so einiges getan: «Das Ausgangsverhalten hat sich stark verändert», erzählt Furger. Die Leute seien nicht mehr so oft unterwegs, wie es früher mal der Fall war. «Anfangs hatten wir noch dienstags bis samstags geöffnet, zum Schluss nur noch am Freitag und Samstag.» In einem so kleinen Kanton wie Uri sei man immer bemüht gewesen, sich von der Konkurrenz abzuheben. «Wenn du möchtest, dass die Gäste wiederkommen, musst du ihnen etwas Neues oder Ausgefallenes bieten und mit kreativen Ideen neue Kundschaft anlocken.» Motto-Partys habe es beispielsweise ab und zu gegeben, das habe gut funktioniert.

Die Bindung der Kundschaft sei wohl einer der grössten Herausforderungen gewesen als damaliger Geschäftsführer. «Mit regelmässigen Konzerten konnten wir Gäste zu uns locken.» Vor allem die durchmischte Altersstruktur war ein Markenzeichen des Lokals. Die Einführung des Rauchverbots – also die Einrichtung eines Séparées für Raucher – sei schwierig gewesen, doch die Partygänger hätten sich mit den neuen Regeln gut anfreunden können. «Sie hatten schliesslich keine andere Wahl», sagt der Altdorfer.

Er tippt auf knappen 2:1-Sieg gegen Costa Rica

Heute ist Christian Furger als Freelancer tätig. «Zurzeit arbeite ich auf dem Bau und mache mir die Hände schmutzig», sagt er und lacht. Wenn irgendwo Not am Mann ist, sei er zur Stelle und biete seine Hilfe an. Eine starke Verbindung zum Land Costa Rica hat er nicht. Aber dennoch: «Ich habe vor, das Land in nächster Zeit mal zu besuchen», meint er. «Ich liebe das Meer, Berge, feinen Kaffee und Rum – dies alles hat Costa Rica zu bieten.»

Christian Furger ist ein absoluter Fussballfan. «Die WM-Spiele verfolge ich oft zusammen mit Freunden. Neben der Geselligkeit gehört auch das stundenlange Fachsimpeln dazu.» Mit Spannung erwartet er die Partie der Eidgenossen gegen Costa Rica. «Entweder hat sich Costa Rica schon aufgegeben, oder sie möchten sich unbedingt mit einem Sieg von der WM verabschieden.» Er tippt einen knappen 2:1-Sieg für die Schweiz. Der Schweizer Nationalmannschaft traut der 45-jährige für den weiteren Verlauf des Turniers viel zu: «An einem perfekten Tag, können wir auch die Deutschen, Spanier und Franzosen besiegen».

Belgien und Kroatien überzeugen am meisten

Christian Furger bedauert es, dass dieses Jahr die Italiener nicht dabei sind. «Sie gehören doch sozusagen zum Inventar einer WM.» Wer schliesslich die den WM-Pokal am 15. Juli in die Höhe stemmen wird, auf diese Prognose will er sich noch nicht einlassen. «Die hoch gehandelten Favoriten haben mich bisher enttäuscht.» Positiv überrascht haben ihn Kroation und Belgien, die unerschrockenen und offensiven Fussball zeigen. «Es würde mich nicht wundern, wenn einer der beiden Mannschaften bis ins Final vorstösst.» Dennoch glaubt er nicht an einen Überraschungsweltmeister: «Schlussendlich wird sich eine grosse Fussballnation durchsetzen.»

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