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DÄTWYLER: Lücke in Urner Bücherwelt geschlossen

Das wichtige Unternehmen wurde bisher nie in einem Buch porträtiert. Zwei Autoren holen dies nun nach und verschweigen auch die dunklen Seiten nicht.
Die Co-Autoren Christoph Zurfluh (links) und Karl Lüönd vor der Büste von Firmengründer Adolf Dätwyler. (Bild: Anian Heierli / Neue UZ)

Die Co-Autoren Christoph Zurfluh (links) und Karl Lüönd vor der Büste von Firmengründer Adolf Dätwyler. (Bild: Anian Heierli / Neue UZ)

Florian Arnold

Niemand glaubte an eine Zukunft der Schweizerischen Draht- und Gummiwerke, die vor hundert Jahren vor dem Konkurs standen. Dass ausgerechnet ein reformierter, liberaler Aargauer die Rettung sein sollte, dürfte wohl bei den katholisch-konservativen Urnern damals mulmige Gefühle geweckt haben. «Doch manchmal ziehen sich Gegensätze an», sagte Ulrich Graf, Verwaltungsratspräsident der Dätwyler Holding AG, gestern im «Uristier»-Saal in Altdorf. In der Tat gelang es Adolf Dätwyler, das Unternehmen zu sanieren und zur schillerndsten Firma des Kantons zu machen. Heute ist Dätwyler ein Weltkonzern: Jedes zweite Auto ist mit Dätwyler-Teilen ausgerüstet, sämtliche Nespresso-Kapseln sind mit Dätwyler-Gummi beschichtet.

100 Jahre ist es her, seit Adolf Dätwyler nach Uri kam. Erst jetzt, zum Jubiläum, wird die Erfolgsgeschichte in einem Buch nachgezeichnet. «Die Kraft der unscheinbaren Dinge», so der Titel. Doch dies sei keine Auflistung von Fakten, sagte Marianne Karlsen-Dätwyler, ein Grosskind von Adolf Dätwyler und ehrenamtliche Rätin der Dätwyler Stiftung. «Ein Firmenbuch kann mehr leisten, als zu informieren oder zu unterhalten. Es kann Identität stiften. Es kann Werte legitimieren. Und es kann die Verbindung mit den Mitarbeitenden und Stakeholdern stärken, besonders in einer Zeit, in der das Unternehmen immer globaler wird und die Mitarbeitenden unterschiedliche kulturelle Hintergründe einbringen.»

Es sei auch nicht an den Autoren, zu urteilen, ob alles «recht gemacht» worden sei oder hätte «noch rechter» gemacht werden können. Stattdessen würden sie stets eine objektive und kritische Haltung vertreten. «Am Ende dieses Buchprojekts bin ich allerdings überzeugt, dass auch meine Vorfahren zufrieden sein könnten, wie bis heute die Herausforderungen gemeistert wurden und wie sich die Dätwyler Nachfolgeregelung bewährt hat», so Marianne Karlsen-Dätwyler.

In Buchprojekt hineingewachsen

Während dreier Jahre ist das Werk nun entstanden. Zusammen mit Historiker und Journalist Christoph Zurfluh hat Max Dätwyler, der an der Buchvernissage krankheitshalber fehlte, das Projekt lanciert. Mit Karl Lüönd, einem Urgestein des Schweizer Journalismus, und einem Experten für Unternehmensbiografien, wurde ein geeigneter Co-Autor gefunden. Die Redaktion bildeten Marianne Karlsen-Dätwyler, Max Dätwyler und Guido Unternährer.

Er sei in das Buchprojekt richtiggehend reingewachsen, sagt Autor Christoph Zurfluh. Seit Jahren ist der Journalist für Max Dätwyler tätig unter anderem auch bei Zurfluhs grossem Werk «Und alles Glück ist Traum» über Martin Gamma. Was der Autor an seinem neuen Buch besonders schätzt, ist die persönliche, familiäre Note. «Wir mussten oft abwägen, was wir weitererzählen konnten», so Zurfluh.

Begeistert ist er auch von der Zusammenarbeit mit Co-Autor Karl Lüönd, der bei über 40 Biografien von Unternehmen mitgearbeitet hat. «Das Unternehmen Dätwyler ist das beste Beispiel, dass das Konzept der Sozialverantwortung zukunftsfähig ist», so Lüönd. Wichtig war dem Journalisten vor allem, dass auch die dunklen Seiten der Firmengeschichte beleuchtet wurden. «So ein Buch kann nur glaubwürdig sein, wenn auch die unangenehmen Angelegenheiten angesprochen werden», sagte Lüönd. So kommen Drohungen, Kartelle und Fehlentscheide zur Sprache und auch Streitigkeiten mit den Behörden über die Steuern.

Uri ein Vorteil

Umso bemerkenswerter findet es Karl Lüönd, dass sich die Familie Dätwyler immer wieder zum Standort Altdorf bekannt hat. «Das Buch zeigt, dass der etwas abgelegene Standort für ein Unternehmen auch ein Vorteil sein kann», weiss der erfahrene Publizist. «So konnte und kann Dätwyler immer auf die Loyalität der Mitarbeiter zählen.»

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