Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Dällebach Kari» ergreift und begeistert in Spiringen

Wie gut der «Dällebach Kari» ins Urnerland passt, beweisen die Spirgner Theaterleute. Das Stück über den Berner Coiffeurmeister überzeugt in allen Belangen. Ein Besuch im Vorfeld der Premiere.
Robi Kuster
«Dällebach Kari» (Dominik Arnold) bedient in seinem Coiffeur-Salon einen Kunden. (Bild: Robi Kuster (Spiringen, 7. November 2018))

«Dällebach Kari» (Dominik Arnold) bedient in seinem Coiffeur-Salon einen Kunden. (Bild: Robi Kuster (Spiringen, 7. November 2018))

Viel besser könnte man kaum eine Geschichte erzählen, als dies die jungen Spielerinnen und Spieler im Theater von Spiringen tun. Vom ersten Augenblick an ist klar, worum es geht: Der alte und kranke Karl Tellenbach sitzt an seinem letzten Abend vor dem Tod in der Beiz und schaut auf sein bewegtes Leben zurück. Höhepunkte und Niederlagen wechseln sich ab und immer bleiben die Spielerinnen und Spieler auf der Bühne, nur ausgeblendet oder wieder ins Geschehen zurückgeholt vom Licht. Die wenigen Requisiten sind so geschickt gewählt, dass es keinerlei Kulissen benötigt.

Noch eindrucksvoller ist die Spielfreude aller Beteiligten. Keine Rolle, die nicht optimal ins Geschehen passt. Einziger Wermutstropfen: Die Geschichte endet tragisch, auch wenn «Dällebach Kari» zwischendurch seine legendären Witze reisst.

Der dreifache «Dällebach Kari»

Anneamarie Geiser (Pamela Bissig) begegnet Kari Dällebach (Dominik Arnold): (Bild: Robi Kuster (Spiringen, 7. November 2018))

Anneamarie Geiser (Pamela Bissig) begegnet Kari Dällebach (Dominik Arnold): (Bild: Robi Kuster (Spiringen, 7. November 2018))

Der Theaterbesucher leidet mit und freut sich, wenn der gebeutelte Coiffeur mit der Hasenscharte die wenigen Glücksmomente erlebt. Obwohl die Rolle von «Dällebach Kari» auf drei Spieler verteilt wird, ist jedermann sofort klar, um welchen Kari und um welche Zeit es sich handeln könnte. Kari als Knabe (Lukas Müller) hat einen eher kurzen Auftritt mit seiner Mutter. Kari als erwachsener Berufsmann in seinem Coiffeurladen oder in der Beiz, wo er aus Kummer manchmal zu tief ins Glas schaut, hat viele verschiedene Facetten. Hubert Brand und Dominik Arnold meistern diese Herausforderung hervorragend.

Es wäre aber müssig, nur sie allein zu nennen. Sämtliche rund 25 Akteure überzeugen, und Pamela Bissig als Annemarie Geiser und Freundin von Kari wirkt authentisch. Wer würde nicht mit ihr leiden, wenn sie von ihrem Vater Erwin Geiser (gespielt von Christian Bissig) hartherzig von Kari getrennt wird.

Handschrift von Joe Arnold ist unübersehbar

Das Stück von Livia Anne Richard wurde von Joe Arnold in die Urner Mundart gesetzt. Er führt auch Regie. Seit Jahren prägt Arnold das Theater in Spiringen und immer waren es eher besinnliche Stücke, die ihn faszinierten. Das ist auch in diesem Jahr nicht anders. Seinen Erfolgen ist es wohl zu verdanken, dass er keine Mühe bekundet, die nötigen Spieler und Spielerinnen zu rekrutieren. Seine Handschrift ist unübersehbar.

Auch der «Dällebach Kari» beginnt musikalisch mit einer eher gefühlvollen Melodie, begleitet auf dem Örgeli von Fabian Gisler. Margrit Arnold und Sonja Gisler singen die in Urner Mundart übertragene Ballade «Dällebach» von Mani Matter und leiten so von Beginn weg in die Zeit des Stücks ein. Joe Arnold setzt immer wieder das Örgeli zur Überleitung in die nächste Szene ein oder bedient sich des Chors. Der einfache Gesang widerspiegelt das Geschehen und gibt ihm den nötigen akustischen Hintergrund.

Ebenso geschickt werden auch die Fotos im Hintergrund eingesetzt. Sie ersetzen die Kulissen und passen optimal zu den Requisiten. Der Besucher kann sich sofort den Raum oder das Gelände vorstellen, in dem er sich befindet.

Düvell (Brigitte Inderkum) und Engelen (Thomas Bär) im Vorhimmel. (Bild: Robi Kuster (Spiringen, 7. November 2018))

Düvell (Brigitte Inderkum) und Engelen (Thomas Bär) im Vorhimmel. (Bild: Robi Kuster (Spiringen, 7. November 2018))

Als wäre «Dällebach Kari» ein Schächentaler

Und trotz aller Missgeschicke von Kari, blitzt auch immer wieder sein legendärer Schalk hervor. Es sind zwar nur kleine Blitze, aber sie tun dem Besucher gut. Sehr schön wird auch gezeigt, dass Karl Tellenbach ein Mann mit Herz gewesen sein musste. Seine Freizügigkeit und sein Sinn, noch Ärmere als ihn selber zu schützen, wird eindrücklich gezeigt. Das Böse und das Gute werden in kräftigen Gegensätzen dargestellt. Die Spieler und Spielerinnen von Spiringen brennen darauf, das Leben von «Dällebach Kari» so zu zeigen, als wäre er einer aus dem Schächental gewesen.

Das Theater in Spiringen verspricht einen besinnlichen, aber auch vergnüglichen Theaterabend mit vielen starken Eindrücken und freut sich auf die Premiere vom Freitag, 23. November, im Kreisschulhaus Spiringen.

Aufführungen: Jeweils um 20 Uhr/ Sonntag um 17 Uhr: 23., 24., 25., 27., 28., 30. November, 1. und 2. Dezember. Reservationen ab 12. November unter www.theater-spiringen.ch oder 079 689 85 52.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.