Darmkrebs-Prävention: Uri mit Vorreiterrolle

Der Kanton Uri übernimmt bei der Darmkrebs-Prävention eine Vorreiterrolle. Der Landrat hat am Mittwoch als erster Kanton ein Darmspiegelungs-Programm für die nächsten drei Jahre gutgeheissen und dafür einen Kredit von 405'000 Franken bewilligt.

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Das neue Programm ermöglicht eine freiwillige einmalige endoskopische Untersuchung des Dickdarms im Kantonsspital Uri. (Bild: Archiv Urs Hanhart / Neue UZ)

Das neue Programm ermöglicht eine freiwillige einmalige endoskopische Untersuchung des Dickdarms im Kantonsspital Uri. (Bild: Archiv Urs Hanhart / Neue UZ)

Das Vorsorgeprogramm richtet sich an alle 50- bis 74-jährigen Personen in Uri. Es ermöglicht ihnen eine freiwillige einmalige endoskopische Untersuchung des Dickdarms (Darmspiegelung) im Kantonsspital Uri oder eine Vorsorge mittels immunologischer Untersuchung alle zwei Jahre.

In der Landratssitzung vom Mittwoch stellten sich alle Fraktionen hinter den Antrag der Regierung. Der Entscheid fiel mit 56 zu 3 Stimmen (bei 1 Enthaltung). Das Screeningprogramm erstreckt sich vorerst über die Jahre 2013 bis 2015.

Effektive Kosten noch nicht bekannt

Wieviel das Programm den Kanton Uri kostet, steht heute noch nicht fest. Es kommt darauf an, wie viele Personen sich für eine Vorsorgeuntersuchung melden und ob die Krankenversicherer allenfalls einen Teil der Kosten übernehmen.

In der Schweiz erkranken jährlich über 4000 Personen an Darmkrebs, jedes Jahr sterben 1600 Personen daran. Eine von Urs Marbet, Chefarzt Medizin am Kantonsspital Uri, geleitete Langzeitstudie ergab, dass präventive Darmspiegelungen sehr wirksam sind.

Die Ergebnisse der Studie trugen dazu bei, dass die Krebsliga Schweiz nun über das Bundesamt für Gesundheit versucht, das Darmkrebs-Screening zu einer Pflichtleistung für Krankenkassen zu erheben. Heute werden die Kosten für Vorsorgeuntersuchungen von den Versicherungen nur teilweise übernommen.

sda