Das EW Altdorf setzt neu auf Blau

Zu seinem 125-Jahr-Jubiläum hat sich das Energieunternehmen ein neues Erscheinungsbild gegeben. Gefeiert wird mit dem Volk.

Urs Hanhart
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Verwaltungsratspräsident Urs Meyer, umrahmt vom neuen EWA-Auftritt.

Verwaltungsratspräsident Urs Meyer, umrahmt vom neuen EWA-Auftritt.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 29. Januar 2020)

379 EWA-Aktionäre wohnten am Mittwoch einer ganz speziellen Generalversammlung bei. Dies deshalb, weil es sich um die 125. handelte. Beim Eingang zum Theater Uri war ein blauer Teppich ausgelegt. Was es damit auf sich hatte, wurde im Verlaufe der Versammlung deutlich.

«Das EWA ist ein Teil der Urner Geschichte», sagte Verwaltungsratspräsident Urs Meyer in seiner Rede. Dies unterstrich er anhand von ausgewählten Meilensteinen. So lieferte das EWA in den Gründerjahren Energie für die Elektrifizierung und Industrialisierung des Kantons Uri. Nach dem zweiten Weltkrieg sorgte das EWA mit dem Bau der Kraftwerke Isenthal und Bürglen dafür, dass der steigende Energiebedarf gedeckt werden konnte.

Die jüngere Geschichte des EWA ist geprägt durch Diversifizierung und Innovationen sowie dem erfolgreichen Aufbau von Smart-Energy und dem Ausbau der Wasserkraft. «Der neue Auftritt wirkt frisch, dynamisch und jung», erklärte Meyer. «Wir feiern den Geburtstag mit der neuen Unternehmensmarke ‹EWA – energieUri› und der neuen Unternehmensfarbe Blau, wie das Urner Wasser.» Der Name sei Programm. Das EWA sei und wolle auch in Zukunft Uris führender Energiedienstleister sein. Meyer gab sich überzeugt, dass das EWA dank Innovationen fit für die Zukunft ist. Man wolle aber auch Verantwortung übernehmen, als grösster Ausbildungsbetrieb im Kanton Uri, als einer der grössten privaten Arbeitgeber und mit der Umsetzung des Versorgungsauftrags.

Dätwyler und EWA sind wichtige Partner

Im Namen der Dätwyler-Gruppe gratulierte deren CEO Dirk Lamprecht als Gastredner dem EWA zum 125-Jahr-Jubiläum. «Es zeugt von ihrer Kundenorientierung, dass Sie einem Kundenvertreter die Gelegenheit bieten, ein paar Worte an Ihre Aktionäre zu richten», meinte er. Seit 111 Jahren beliefert das EWA die Dätwyler-­Gruppe und ihre Vorgängergesellschaft mit Strom. «Elektrizität oder Strom ist die Grundlage unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft», betonte Lamprecht. «Für Dätwyler hat der Strom eine dreifache Bedeutung: Die Kosten des Stroms sind Wettbewerbsfaktor, zuverlässiger Strom ein Qualitätsfaktor und CO2-neutraler Strom als Beitrag zum Klimaschutz ein Umweltfaktor.»

In seinem Jahresbericht konnte Werner Jauch, Vorsitzender der Geschäftsleitung des EWA, auf ein solides und gutes Geschäftsjahr Rückschau halten. Die Gesamtleistung und der Jahresgewinn konnten gesteigert werden. «Es zeigt sich, dass unsere Strategie Früchte trägt», sagte Jauch. Das Produkt UR-Strom sei CO2-frei und deshalb ganz wichtig im Kampf gegen den Klimawandel, betonte der Vorsitzende der Geschäftsleitung gegenüber den Aktionären.

Neue Marke wird Schritt für Schritt eingeführt

«Zukunft trifft Herkunft», das sei das Motto für die Neugestaltung, das «Rebranding», der Marke EWA. Dieses «Rebranding» werde nun kontinuierlich umgesetzt. Auch das Erscheinungsbild der EWA-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter werde sich verändern, wie auch die ­Gebäudebeschriftungen. Jauch wies darauf hin, dass im Zusammenhang mit dem Jubiläum verschiedene Anlässe geplant sind. Dazu gehört auch ein Fest für die Urner Bevölkerung, das am 20. September über die Bühne gehen wird.

Sämtliche Anträge des Verwaltungsrats wurden von den Versammelten, die 99,3 Prozent des Aktienkapitals vertraten, genehmigt, so auch die Verwendung des Bilanzgewinns von ­total 5,4 Millionen Franken. Je Aktie wird nun eine Dividende von 8 Franken ausgeschüttet. Darüber hinaus wird aufgrund des Jubiläums eine Zusatzdividende von 8 Franken je Aktie ausgerichtet. Die bisherigen Verwaltungsräte Rolf Infanger, Urs Meyer, Andreas Ruch und Etienne Schön wurden für drei Jahre wiedergewählt. Isidor Baumann und Urs Kälin wurden für eine Amtsdauer von einem Jahr bestätigt. Dies weil der Verwaltungsrat das Jubiläumsjahr in der bestehenden Konstellation bestreiten möchte. Baumann wird danach altershalber ausscheiden und Kälin, weil er Ende Jahr das Amt als Gemeindepräsident von Altdorf abgeben wird.