Das Hallen-Problem in Altdorf bleibt ungelöst: «Die Situation ist katastrophal»

Seit der Zerstörung der Werk- und Sporthalle Baldini haben die Handballer und Unihockeyaner mit Engpässen beim Training zu kämpfen. Markus Brand, Vorstandsmitglied des HC KTV Altdorf, spricht gar von einer «katastrophalen Situation». Eine Lösung ist derzeit nicht in Sicht.

Philipp Zurfluh
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Die Werk- und Sporthalle Baldini war bis auf die Grundmauern niedergebrannt. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 5.September 2018)

Die Werk- und Sporthalle Baldini war bis auf die Grundmauern niedergebrannt. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 5.September 2018)

Der Schock und die Betroffenheit waren gross: In der Nacht auf den 5. September 2018 ist die Werk- und Sporthalle Baldini bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Das Ereignis stellte die beiden Vereine, den HC KTV Altdorf und Floorball Uri, vor grosse Probleme. Vom einen auf den anderen Tag wurde ihr Trainingsbetrieb massiv eingeschränkt. Die Vereine haben viel Solidarität von anderen Sportklubs erfahren und auch Unterschlupf in anderen Hallen gefunden.

Doch zufriedenstellend sei die aktuelle Lage überhaupt nicht, wie von Seiten der Handballer zu vernehmen ist. Markus Brand, Vorstandsmitglied des HC KTV Altdorf, spricht Klartext: «Die Situation ist katastrophal.» Das Problem der fehlenden Trainingsmöglichkeiten hätte noch nicht gelöst werden können. Der Verein hat Gespräche mit der Gemeinde Altdorf und dem Kanton geführt und diverse Standorte für einen Hallenbau diskutiert und geprüft. «Von einem Ergebnis sind wir aber noch weit entfernt», erklärt Markus Brand.

Zusätzliche Mieten gehen ins Geld

Wie Gerüchten zu entnehmen war, sei sogar der Bau einer Halle auf dem Dach des Schwimmbads in Altdorf vorstellbar gewesen. Dies im Rahmen der Hallenbadsanierung, mit der im Mai 2020 gestartet werden soll. Doch Markus Brand stellt dies klar in Abrede. Derzeit trainieren die Mannschaften des Vereins im Feldli, Kollegi, Kinderheim und in der Hagen-Halle. «Unser Verein hat durch den Verlust der Halle und die zusätzlichen Mieten einen finanziellen Mehraufwand zu tragen», bedauert Markus Brand.

Bei der Paul Baldini AG wurde damals die Halle 7 zerstört. Dort wurde der Kunststoff aufbereitet. Dem Flammenmeer zum Opfer fielen auch ein Teil der Recycling-Lehrwerkstatt sowie die Metallabteilung. In der Halle standen diverse grosse und kleine Verarbeitungsmaschinen. Laut Ivo Baldini, Geschäftsleiter der Paul Baldini AG, mussten durch den Verlust der zweistöckigen Produktionshalle die bestehenden Hallenbenützungen und Lagerflächen angepasst werden. Das verheerende Ereignis zog auch personelle Konsequenzen nach sich. «Wir konnten Mitarbeiter weiter vermitteln, welche zuvor in der Halle 7 mehrheitlich an Maschinen und Anlagen gearbeitet haben.» Den Schaden beziffert Ivo Baldini auf über 2 Millionen Franken. «Wir haben durch unsere Versicherungen eine gute Deckung erreicht, die aber niemals alle Kosten und Unannehmlichkeiten tragen wird.»

Ivo Baldini, der selber mehrere Jahre im Vorstand des Handballklubs war, ist stark mit dem Sport verbunden. Auf dem bisherigen Standort der Paul Baldini AG könne aber kurzfristig keine konkrete Lösung ins Auge gefasst werden. Laut Ivo Baldini würden Synergien geklärt, falls die künftige Ausrichtung der Firma eine Halle benötigt, die wiederum eine Zusammenarbeit mit den Sportvereinen verbinden könnte.

Frondienstler leisteten tausende Arbeitsstunden

Dass das Vorhaben Baldini-Sporthalle vor rund 13 Jahren überhaupt in die Realität umgesetzt werden konnte, war einer Privatinitiative zu verdanken unter der Führung des HC KTV Altdorf. Der Handballverein hat die Realisierung aufgegleist und in enger Zusammenarbeit mit den damaligen Unihockeyvereinen vorangetrieben. Das Projekt kostete rund 1,2 Millionen Franken und konnte auch dank der Unterstützung der Baldini AG, Swisslos, des Kantons, der Korporation, verschiedener Stiftungen, Banken, Institutionen, Firmen und Privater umgesetzt werden.

Damals konnten die Verantwortlichen des HC KTV Altdorf keine befriedigende Lösung mit der Gemeinde Altdorf finden und entschieden sich deshalb für den Alleingang. Unzählige freiwillige Helfer leisteten über 5000 Arbeitsstunden.

Markus Brand hat die Hoffnung auf eine nachhaltige und zukunftsorientierte Lösung noch lange nicht aufgegeben. «Wir bleiben am Ball und suchen weiterhin das Gespräch mit den Behörden.»