Das Landratsrennen ist lanciert

Zwei Landräte sind bereits definitiv gewählt, vier folgen demnächst in stiller Wahl. Um die restwlichen 58 Sitze werden sich mindestens 131 Personen bewerben.

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Um die 64 Sitze im Urner Landrat haben sich bisher 137 Kandidaten beworben. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Um die 64 Sitze im Urner Landrat haben sich bisher 137 Kandidaten beworben. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Anton Infanger, Bauen (parteilos), und Bernhard Walker, Isenthal (CVP, bisher), können dem Urner Wahlfrühling 2012 beruhigt entgegenblicken. Sie sind in ihren Wohngemeinden bereits im Herbst 2011 als Mitglieder des Urner Landrats gewählt worden. Und auch die vier bisherigen Silener Vertreter, Toni Brand (parteilos/SP-Grüne-Fraktion), Toni Epp (FDP), Stefan Tresch (CVP) und Hansheiri Ziegler (SVP), haben ihr Mandat für vier weitere Jahre auf sicher. Da nicht mehr Kandidaten aufgestellt wurden, als Sitze zu vergeben sind, können sie vom Gemeinderat in stiller Wahl als gewählt erklärt werden. Anton Infanger hat sich noch nicht definitiv festgelegt, wo er politisieren wird: «In Frage kommen für mich aber nur die CVP- oder die SVP-Fraktion», erklärte der bisher parteilose Landrat aus Bauen am Montag auf Anfrage. Um die noch verbleibenden 58 Sitze werden gemäss Stand von gestern mindestens 131 Personen kämpfen, 36 Frauen und 95 Männer. 2008 bewarben sich in den 20 Urner Gemeinden total 136, im Jahr 2004 sogar 147 Personen um die 64 Sitze im Urner Landrat.

121 Kandidaten für 50 Sitze

Aufgrund der Einwohnerzahl stehen allein 50 Mandate den acht Proporzgemeinden Altdorf (15 Sitze), Attinghausen (3), Bürglen (7), Erstfeld (6), Flüelen (3), Schattdorf (9), Seedorf (3) und Silenen (4) zu. Gestern Abend lief in diesen acht Gemeinden die Frist für die Einreichung der Landratslisten ab. Fazit: Der Run auf diese 50 Sitze bewegt sich im üblichen Rahmen: 121 Kandidatinnen und Kandidaten sind es insgesamt (2008: 120; 2004: 128; 2000: 122). Auf die Wahllisten setzen liessen sich 31 Frauen und 90 Männer (siehe Box). Vor vier Jahren kandidierten in den Proporzgemeinden 28 Frauen und 92 Männer, 2004 waren es 26 respektive 102 und 2000 deren 29 beziehungsweise 93. Von den 121 Kandidaten gehören 37 der CVP an, 32 der SVP sowie je 26 der FDP beziehungsweise dem rot-grünen Lager. Bemerkenswert und überraschend zugleich: In Flüelen tritt die das Dorfgeschehen einst dominierende CVP nicht mehr an.

6 Bisherige in Majorzgemeinden

14 der total 64 Sitze im Urner Landrat sind in den zwölf Majorzgemeinden zu besetzen. Zu einer erneuten Kandidatur haben sich – neben dem bereits gewählten Bernhard Walker – die folgenden amtierenden Landräte entschieden: Frieda Steffen (CVP, Andermatt), Peter Tresch (SVP, Göschenen), Remo Christen (FDP, Hospental), Georg Simmen (FDP, Realp) und Max Baumann (SVP, Spiringen). In Sisikon (1 Sitz) ist Theophil Zurfluh (FDP) bereit, in die Fussstapfen seines Parteikollegen Arthur Zwyssig zu treten. Auch in Seelisberg (1 Sitz) dürfte es nach dem Rücktritt von Anton Achermann kaum zu Kampfwahlen kommen: Als bisher einziger Kandidat ist Oswald Ziegler-Bissig portiert worden. Der parteilose Politiker überlegt sich einen Anschluss an die CVP-Fraktion. In Wassen (1 Sitz) hat FDP-Landrat Ruedi Mattli seine Demission eingereicht. Als Nachfolgerin steht Vreni Walker (CVP) in den Startlöchern.

Im Schächental läuft die Suche

Weiterhin fieberhaft auf Kandidatensuche ist man im Schächental. In Spiringenmöchte der amtierende Landratspräsident Josef Schuler (SVP) sein Amt nach Ablauf der Amtsdauer eigentlich abgeben. «Es wird immer schwieriger, Leute zu finden», sagt sein Ratskollege Max Baumann (SVP), der erneut ins Rennen steigt. «Dies hat vor allem berufliche, aber auch familiäre Gründe.»

Schwer tut man sich auf der Suche nach Kandidaten auch in Unterschächen, wo der Sitz von Alois Arnold (SVP) frei wird. Mehrere SVP- und CVP-«Wunschkandidaten» haben bereits definitiv Nein gesagt. Als potenzielle Kandidaten werden aktuell vor allem Beat Herger (SVP), Marianne Hess-Arnold (SVP) sowie Franz und Klaus Kempf (beide CVP) gehandelt.

Gurtnellen: Vier Kandidaten?

Zu Kampfwahlen wird es hingegen mit Sicherheit in zwei Majorzgemeinden kommen: In Gurtnellen (1 Sitz) bewerben sich Rosmarie Zgraggen-Gamma (CVP), Beatrice Müller (SVP) und Toni Gamma-Dubacher (FDP) definitiv um die Nachfolge von Roger Schillig (FDP). Zudem überlegt sich auch Verena Tresch-Arnold (parteilos) eine Kandidatur. Und in Andermatt (2 Sitze) kämpfen neben der Bisherigen Frieda Steffen (CVP) auch Pirmin Epp (SVP) und Ludwig Loretz (FDP) um den Einzug ins Urner Kantonsparlament. Ausserdem ist die CVP in der Urschner Metropole weiterhin auf der Suche nach einem zusätzlichen Kandidaten.

Bruno Arnold

121 Kandiaturen in den Proporzgemeinden

In den acht Proporzgemeinden bewerben sich 121 Personen (Bisherige und Neue in alphabetischer Reihenfolge): Altdorf (15 Sitze):CVP (12 Kandidaten): Leo Brücker (bisher), Patrizia Danioth Halter (bisher), Marlies Rieder-Dettling (bisher), Gian A. Bisatz (neu), Markus Christen (neu), Kurt Gisler-Maulaz (neu), Franz Herger (neu), Céline Huber (neu), Christian Mattli (neu), Simon Stadler (neu), Monika Stählin Maillard (neu), Peter von Rotz (neu); SVP (9): Franz-Xaver Arnold (bisher), Petra Simmen (bisher), Fabio Affentranger (neu), Stefan Arnold (neu), Pascal Blöchlinger (neu), Alois Furrer-Truttmann (neu), Christian Kneubühl (neu), Hansruedi Küttel (neu), Manuel Zurfluh (neu); FDP (8): Markus Holzgang (bisher); Barbara Bär (neu), Daniel Bollinger (neu), Max Büeler (neu), Nicole Cathry (neu), Jacqueline Gisler Widmer (neu), René Hildenbrand (neu), Thomas Sicher (neu); SP/Grüne/Juso/GBU (10): Alf Arnold (bisher), Beatrice Bünter (bisher), Kathrin Möhl (bisher), Philipp Danioth (neu), Werner-Caspar Huber (neu), Thomas Huwyler (neu), Nina Marty (neu), Nina Mettler (neu), Fabian Rieder (neu), Seda Yilmaz (neu). – Attinghausen (3):CVP (3): CVP Arbeitnehmer: Alois Zurfluh (bisher); CVP Selbstständige: Othmar Arnold (neu), Ruedi Zgraggen (neu); SVP (2): Hans Dittli (neu), Edwin Maissen (neu); FDP (2): Markus Zurfluh (bisher), Ruedi Herger (neu). – Bürglen (7):CVP (9) CVP oobänappä: Urban Camenzind (bisher), Bernadette Arnold-Furrer (neu), Claudia Gisler-Walker (neu), Josef Arnold-Arnold (neu); CVP unnäüüfä: Erich Arnold (bisher), Martin Arnold (neu), Nathalie Danioth (neu), Alois Kempf (neu), Werner Planzer (neu); SVP (7): Alois Arnold (1965, bisher), Alois Arnold (1981, bisher), Gusti Planzer (bisher), Kurt Baumann (neu), Eleonora Cencig-Muther (neu), Hansueli Gisler (neu), Walter Gisler (neu); FDP (4): Walter Achermann (neu), Bernhard Epp (neu), Annerös Russi (neu), Rolf Zurfluh (neu); SP/Grüne/Juso/GBU (4): Toni Moser (bisher), Annemarie Biasini-Schuler (neu), Thomas Gisler (neu), Valentin Schmidt (neu). – Erstfeld (6): CVP (4): Daniel Furrer (bisher), Paul Jans (bisher), Daniela Bissig (neu), Karin Gaiser Aschwanden (neu); SVP (4): Walter Gisler (bisher), Christian Schuler (bisher), Priska Baumann-Walker (neu), Armin Indergand (neu); FDP (4): Paul Martin Furrer (neu), Nina Rufener (neu), Hans Peter Schuler-Herger (neu), Claudia Zgraggen-Moor (neu); SP/Grüne/Juso/GBU (4): David Imhof (bisher), Dimitri Moretti (bisher), Sylvia Läubli Ziegler (neu), Michael Walker (neu). – Flüelen (3): SVP (1): Geni Jauch (bisher); FDP (2): Pius Käslin (bisher), Matthias Steinegger (neu). – SP/Grüne/Juso/GBU (2): Andrea Jauch (neu), Christoph Schillig (neu). – Schattdorf (9): CVP (4): Flavio Gisler (neu), Heiner Göldi (neu), Josef Lustenberger (neu), Daniela Planzer-Nauer (neu); SVP (6): Vinzenz Arnold (bisher), Hans Gisler (bisher), Othmar Bissig (neu), Pius Guggenbühl (neu), Roland Poletti (neu), Reto Tresch (neu); FDP (5): Willi Blöchlinger (neu), Ruedi Cathry (neu), Brigitte Gamma (neu), Helen Wandeler (neu), Dolf Wipfli (neu); SP/Grüne/Juso/GBU (5): Herbert Enz (bisher), Alex Inderkum (neu), Reto Jäger (neu), Heinz Keller (neu), Christa Riedi-Sturzenegger (neu). – Seedorf (3):CVP (4): CVP Seedorf A: Andreas Bilger (neu), Claudia Meili-Schuler (neu); CVP Seedorf B: Urs Bissig (neu), Michael Cantoni (neu); SVP (2): Christian Arnold (neu) und Martin Imholz (neu). – Silenen (4): Liste Landräte Silenen/Amsteg/Bristen (4): Toni Brand (parteilos/SP-Fraktion, bisher), Toni Epp-Stöckli (FDP, bisher), Stefan Tresch (CVP, bisher) und Hansheiri Ziegler (SVP, bisher).

Bruno Arnold