Das Lehratelier Uri sucht ein neues Vorstandsmitglied – und kann einen Jahresgewinn verbuchen

Der Urner Ausbildungsbetrieb für Bekleidungsgestalter hat mehr als eine Viertelmillion Franken eingenommen.

Paul Gwerder
Drucken
Teilen

Eine exklusive Schutzmaske haben alle Mitglieder des Lehrateliers Uri am Eingang erhalten, die zur 37. Vereinsversammlung ins Weiterbildungszentrum Uri kamen. Die Masken wurden von den Lernenden genäht, welche im Lehrbetrieb derzeit ihre dreijährige Ausbildung zur Bekleidungsgestalterin absolvieren.

An der Versammlung vom Donnerstag konnte Kassiererin Barbara Infanger von sehenswerten Zahlen berichten. So gab es in der Rechnung des Ateliers im vergangenen Vereinsjahr einen Gewinn von knapp 67'000 Franken – bei rund 270'000 Franken Einnahmen. Dagegen hatte die Vereinsrechnung nur 6340 Franken eingenommen und schloss deshalb mit einem kleinen Verlust von 134 Franken ab. Irène Kölliker hat ihre Demission aus dem Vereinsvorstand gegeben – und dies nach 19 Jahren. «Leider haben wir bis zum heutigen Tag noch keine Nachfolgerin gefunden aber wir suchen weiter», so die Präsidentin Annalise Russi. Zur Wiederwahl standen zudem Nadine Brand, Barbara Infanger und Karin Eggimann, welche alle mit grossem Applaus bestätigt wurden.

Von links: Annalise Russi, Gerda Walker und das abtretende Vorstandsmitglied Irène Kölliker.

Von links: Annalise Russi, Gerda Walker und das abtretende Vorstandsmitglied Irène Kölliker.

Bild: Paul Gwerder (Altdorf,
1. Oktober 2020)

Kleider vom Atelier sind begehrt

In ihrem Jahresbericht bemerkte Präsidentin Russi, dass es das vergangene Schuljahr in sich hatte. «Zwar sind wir mit zehn Lernenden, unter ihnen fünf Lehrabgängerinnen, gut ins Schuljahr gestartet. Dann kam aber alles ganz anders, denn die Lernenden waren wegen dem Coronavirus zu Homeoffice verpflichtet worden.» Zudem mussten die Schnupperlehren zum Teil abgesagt oder verschoben werden und die ordentlichen Prüfungen wurden gestrichen. «Auch wenn die Umstände widrig waren, konnten fünf Lernende am 4. Juli ihren Fähigkeitsausweis in einer schlichten Feier entgegennehmen», berichtete Russi. Auch die Modeschau musste in einem bescheidenen Rahmen Ende August stattfinden – war aber dennoch gut besucht.

Erfreulich ist für die Präsidentin ausserdem, dass die Leistungsvereinbarung mit dem Kanton um weitere vier Jahre verlängert werden konnte. Im Oktober 2019 haben an den Berufsinfotagen im Lehratelier zudem 15 interessierte Oberstufenschülerinnen teilgenommen. Ein Highlight war die Studienreise nach Mailand und die Zentralschweizer Bildungsmesse in Luzern. Dort durften der Beruf der Bekleidungsgestalterin präsentiert werden. Erfreulich sei auch, dass die Auftragslage immer gut sei. Die Anfragen reichen von Privataufträgen, über Chlausgwändli, Zunftkleider und Fastnachtskostüme bis hin zu warmen Wintermänteln.

Ein halbes Leben lang Atelierleiterin

Denise Stöckli hat das Atelier verlassen und wird neu im Atelier Schnittpunkt in Nidwalden arbeiten. Neu angestellt wurden Melitta Leu in einem Teilzeitpensum, befristet auf zwei Jahre, und Stefanie Wermelinger. Die Leiterin des Ateliers, Gerda Walker, hat in diesem Jahr gerade zwei Jubiläen zu feiern, denn sie wurde 50 Jahre alt und arbeitet zudem seit 25 Jahren im Atelier. Sowohl die Präsidentin wie auch Bildungsdirektor Beat Jörg gratulierten ihr hierzu. «Seit 1995 arbeitet Gerda Walker als Atelierleiterin und Berufsbildnerin im Lehratelier für Bekleidungsgestaltung – also schon ihr halbes Leben lang», sagte der Bildungsdirektor. Walker hat bis zum heutigen Tag 88 Lernende erfolgreich ausgebildet, darunter drei Männer. Pro Lehrjahr sind dies somit also drei bis vier Lernende.

Mehr zum Thema