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Gastrolokal Truckstopp in Erstfeld schliesst: Den Chauffeuren fehlte es an Geld und Zeit

Das 2009 eröffnete Gastrolokal Truckstopp Gotthard beim Schwerverkehrszentrum geht Ende Oktober definitiv zu. Die Betreiberin plant eine Umnutzung der «Pionier-Raststätte».
Bruno Arnold
Die Raststätte für LKW-Fahrer in Erstfeld hat nicht rentiert und wird deshalb geschlossen. (Bild: PD)

Die Raststätte für LKW-Fahrer in Erstfeld hat nicht rentiert und wird deshalb geschlossen. (Bild: PD)

«Pionier-Raststätte ist eröffnet»: So berichteten Anfang März 2009 diverse Schweizer Medien über die Betriebsaufnahme des «Truckstopp Gotthard» in Erstfeld. In unmittelbarer Nähe des wenige Monate später in Betrieb genommenen Schwerverkehrszentrums Ripshausen wurde den Truckern die Möglichkeit geboten, sich zu verpflegen, ihre Fahrzeuge aufzutanken und sogar gratis zu duschen. Der damalige Direktor des Schweizer Nutzfahr- zeugverbands, Michael Gehrken, sprach von einem «Schweizer Novum, das ein riesiges Bedürfnis abdeckt». «Es braucht noch viel mehr solche Anlagen in der Schweiz. Wir wollen in der ganzen Schweiz Truckstopps.»

«Die Kombination von Shop, Take-away, Restaurant mit 80 Plätzen und Tankstelle könnte sich auszahlen», sagte auch Franz Huber von der Hubrol AG, der Eigentümerin und Verpächterin des «Truckstopp Gotthard». Huber warnte allerdings vor allzu viel Euphorie: «Wir machen hier etwas ganz Neues. Und bei neuen Sachen sieht man immer erst im Nachhinein, ob sie wirklich etwas bringen.»

Erster Pächter muss Insolvenz anmelden

Mit seiner Zurückhaltung sollte der Eigentümer richtig liegen. Der erste Pächter musste Anfang 2016 Insolvenz anmelden, bis Mai 2017 blieb das Lokal geschlossen.

Und auch der neue Pächter hatte mit seinem Geschäftsmodell mit preiswerter und bodenständiger Kost keinen Erfolg. Zwar durfte er am Mittag immer wieder einige Handwerker oder auch Chauffeure von einheimischen Unternehmen zu seinen Gästen zählen. Ansonsten verirrten sich aber höchstens ein paar wenige «Hündeler», Spaziergänger oder Biker ins Lokal.

Schuld ist der Wandel im Transportgeschäft

Knapp zehn Jahre nach der Eröffnung muss Hubrol-Geschäftsführer Andreas Bossart eingestehen: «Das Konzept funktioniert nicht. Es hat keinen Wert, weiterzumachen.» Die Firma Hubrol hat daher beschlossen, Ende Oktober einen Schlussstrich zu ziehen. Auf die Gründe für die geringe Nachfrage angesprochen, muss Bossart nicht lange überlegen: «Heute sind immer weniger Chauffeure von Camioneuren aus Deutschland, Österreich, Frankreich oder Italien auf der Nord-Süd-Achse unterwegs. Sie werden vermehrt von Leuten aus osteuropäischen Staaten verdrängt, die zu günstigeren Tarifen fahren. Und diese Billiglohn-Chauffeure haben ganz einfach zu wenig Geld und wegen des Margendrucks auch zu wenig Zeit, um die ‹Truckstopp›-Angebote zu nutzen», erklärt Bossart.

«Wir planen einen Liquidationsverkauf des gesamten Inventars und danach eine Umnutzung des ‹Truckstopp Gotthard›», sagt Bossart. «Konkrete Ideen haben wir noch nicht.» Fest steht bis jetzt nur: einen Gastrobetrieb wird es nicht mehr geben, und die Tankstelle bleibt, da sie autonom läuft.»

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