Der Betrieb des Basistunnels läuft stabil und sicher

Seit der Eröffnung im Jahr 2016 haben bereits 100’000 Züge den 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnel passiert. Die Betriebs- und Interventionsprozesse haben jederzeit wie geplant und zuverlässig funktioniert.

Bruno Arnold
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Täglich passieren 130 bis 160 Züge den Gotthard-Basistunnel. (Bild: Keystone, Erstfeld, 18. Februar 2019)

Täglich passieren 130 bis 160 Züge den Gotthard-Basistunnel. (Bild: Keystone, Erstfeld, 18. Februar 2019)

Seit dem 5. September 2016 rollt der Güterverkehr durch den Gotthard-Basistunnel (GBT) zwischen Erstfeld und Bodio. Am 11. Dezember 2016 ist auch der fahrplanmässige Betrieb des Personenverkehrs durch den 57 Kilometer langen Eisenbahntunnel aufgenommen worden. An einem Werktag verkehren zwischen 130 und 160 Züge im Gotthard-Basistunnel, davon rund zwei Drittel Güter- und ein Drittel Reisezüge des nationalen und internationalen Personenverkehrs. Am 5. März 2019 hat der 100’000. Zug den Gotthard unterquert.

Die SBB ziehen ein erfreuliches Fazit: «Der Betrieb des Gotthard-Basistunnels verläuft planmässig, stabil und sicher», heisst es in einer Medienmitteilung. Seit der Inbetriebnahme konnten mit wenigen Ausnahmen alle Züge regulär durch den GBT geführt werden. In einigen Fällen kam es zu Störungen an Fahrzeugen oder an den Anlagen im Tunnel, sodass Züge über die Panorama-Strecke respektive durch den Scheiteltunnel Göschenen–Airolo umgeleitet werden mussten. «Lediglich in Einzelfällen mussten Züge aus dem Basistunnel abgeschleppt werden, im Personenverkehr nur ein einziges Mal». schreiben die SBB. «Die Sicherheit war für die Reisenden jederzeit gewährleistet. Die Betriebs- und Interventionsprozesse funktionieren wie geplant und zuverlässig.»

Steigende Nachfrage im Güterverkehr

Der Anteil des Güterverkehrs durch den GBT auf der Schiene betrug im vergangenen Jahr 59 Prozent. An Spitzentagen waren es bis zu 120 Güterzüge. Davon entfallen knapp 83 Prozent auf SBB Cargo und SBB Cargo International. «Nach der halbjährigen Sperrung der Luino-Strecke für geplante Ausbauarbeiten und dem Streckenunterbruch im deutschen Rastatt hat sich der Güterverkehr 2018 wieder deutlich erholt, die Nachfrage ist steigend», so die SBB. «Die aktuell sechs auf der Gotthardachse operierenden Güter-Eisenbahnverkehrsunternehmen bewerten den Betrieb nach der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels vorbehaltlos als gut und positiv.»

Die Betriebsabwicklung verlaufe in der erwarteten Zuverlässigkeit und Produktionsqualität, sodass die vereinbarten Trassenzeiten zur Tunneldurchfahrt und für die ganze Transitstrecke Schweiz eingehalten und teilweise sogar unterschritten werden könnten. «Bezüglich der gesamten grenzüberschreitenden Transportzeiten sind jedoch noch weitere Optimierungen nötig», heisst es in der Medienmitteilung. «Diese werden mit der Inbetriebsetzung des Ceneri-Basistunnels und den weiteren Verbesserungen bei den Arbeitsabläufen an den Grenzen in den nächsten Jahren erreicht.»

Weiterer Effizienzgewinn dank Ceneri-Basistunnel

Auch die für die GBT-Neubaustrecke festgelegten maximalen Zuglasten (bis zu 1700 Tonnen Nord-Süd mit nur einer vierachsigen Lok und bis zu 1400 Tonnen Süd-Nord) sind gemäss SBB gewährleistet und werden stabil produziert. «Durch den Wegfall der Fahrt via Bergstrecke können die Güterzüge mit weniger Loks und effizienter über die Gotthardachse geführt werden», halten die Verantwortlichen fest.

«Durch die verkürzte Fahrzeit für Güterzüge via GBT werden heute vermehrt Lokführer durchgehend zwischen Bellinzona und Basel eingesetzt.»

Ein weiterer Effizienzgewinn für den Güterverkehr werde Ende 2020 mit der Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels und des 4-Meter-Korridors zwischen Basel und Chiasso erreicht.