Der Durchbruch ist geschafft – Weltrekord!

Um 14.18 Uhr ist das letzte Stück im Gotthard-Basistunnel gefallen. Der Weltrekord ist geschafft. Hier lesen Sie die wichtigsten Geschehnisse des Durchbruchs im Zeitraffer.

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Mineure jubeln nach dem Durchbruch. (Bild Andreas Meier/EQ Images)

Mineure jubeln nach dem Durchbruch. (Bild Andreas Meier/EQ Images)

15:30 – Die geladenen Gäste verlassen nach und nach den Tunnel. Einige von ihnen werden an einem der Volksfeste teilnehmen, welche in Bodio, Sedrun und Erstfeld stattfinden.

15:19 – Der Gotthard-Basistunnel besteht aus zwei parallelen Einspurröhren, die alle 325 Meter mit einem ca. 40 Meter langen Querschlag verbunden sind. Insgesamt misst das Tunnelsystem des Gotthard- Basistunnels mit allen Tunnels, Schächten und Stollen 151,8 km. An den Drittelspunkten, in Faido und Sedrun, befinden sich Multifunktionsstellen, die als Nothaltestellen sowie Spurwechsel dienen. Gebaut wurde der Gotthard-Basistunnel parallel an den fünf Abschnitten Erstfeld, Amsteg, Sedrun, Faido und Bodio.

15:12 – Zusammen mit dem 15,4 km langen Ceneri-Basistunnel bildet der Gotthard-Basistunnel eine Flachbahn durch die Alpen. Der Basistunnel am Gotthard ist das Herzstück der neuen Bahnverbindung. Voraussichtlich Ende 2017 wird er in Betrieb genommen. Dann wird er zu markanten Verbesserung der Reise- und Transportmöglichkeiten im Herzen Europas führen: Die Verlagerung der Gütertransporte Nord-Süd auf die Schiene wird begünstigt und die Reisezeit von Zürich nach Mailand von heute 3 Stunden und 40 Minuten auf 2 Stunden und 50 Minuten verkürzt.

14:59 – Portugal, Italien, Frankreich, Türkei und einige mehr – Mineuer dieser Länder schwenken ihre Flaggen, sind solz auf das was sie geleistet haben.

14:54 – Noch immer steigen weitere Mineuere durch den Bohrkopf auf die Urner Seite. Einige tragen Bilder ihrer bei den Arbeiten im Tunnel tödlich verunglückten Kollegen bei sich.

14:48 – Alt-Bundesrat Adolf Ogi – einer der Väter der Neat – und Moritz Leuenberger fallen sich in die Arme. Auch Ogi ist von den Ereignissen überwältigt: «Wir haben eine Zukunft für unsere Nachkommen geschaffen. Freude herrscht!»

14:45 – Es folgen unter Trompetenklängen weitere Minneure mit den Schweizer, Graubündner, Tessiner und Urner Fahnen. Und auch die österreichische Fahne darf nicht Fehlen.

14:40 – Der österreichische Polier Hubert Bär ist die erste Person, die auf der Urner Seite mit grossem Applaus begrüsst wird. Mit dabei auch die heilige Barbara, die Schutzheilige der Tunnelbauer.

14:35 – Der Urner Baudirektor Markus Züst äussert seine grosse freude, gibt aber gleichzeitig auch seiner Sorge Ausdruck, dass der Kanton Uri «abgehängt» werden könnte.

14:30 – Noch immer läuft die Bohrmaschine. Es muss eine sichere Situation geschaffen werden, damit die ersten Mineure durchsteigen können.

14:27 – Leuenberger dankt für die Worte und gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass noch manch weitere kleinere Tunnels durch die Alpen folgen mögen. Der Verkehrsminister zeigt sich mit Tränen in den Augen überwältigt von diesem grossen Ereignis.

14:23 – Die Verkehrsminister in Luxemburg sind Live mit dem Basistunnel verbunden. Etienne Schouppe (Belgien) gratuliert Bundesrat Leuenberger und der Schweiz für dieses zukunftsweisende Werk.

14:20 – Der riesige Bohrkopf verhindert eine Sicht auf die gegenüberliegende Seite.

14:18 – Durchbruch!– der Weltrekord ist geschafft.

14:16 – Die ersten Teile des Spritzbetons bröckeln bereits von der Wand. 30 Zentimeter sind abgetragen, es wird mit 8000 Kilo-Newton gestossen.

14:11 – 15 Zentimer Gestein sind inzwischen abgetragen. Zwischen 1,15 und 1,65 Meter trennen den Süden noch vom Norden. Die maschine kann nicht mit voller Kraft laufen, da dies zu gefährlich wäre.

14:08 – Ein erster Riss ist sichtbar. Die Bohrmashine arbeitet perfekt. Der Weltrekord steht unmittelbar bevor.

14:06 – Auf der Urner Seite wird mit Spannung auf die ersten Risse in der Wand gewartet. Ein Rumoren ist bereits deutlich zu vernehmen.

14:01 – Das Kommando zum Start der Tunnelbohrmaschine, welche sich auf der Tessiner Seite befindet, ist erfolgt. Zunächst dreht sich der Bohrkopf nur sehr langsam – erst allmählich wird die Vorschubkraft gesteigert. Der Lärm ist gewaltig.

13:54 – Zwei Pfarrer aus der Deutschschweiz und dem Tessin segnen den Tunnel und alle, die darin beschäftigt sind.

13:49 – Bundesrat Moritz Leuenberger spricht von einem Schweizer Bauwerk für ganz Europa. Er wendet sich dabei auch an die Kritiker der Neat, die mit dazu beigetragen hätten, dass minuziös geplant worden sei, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen.

13:44 – Wie Simoni bekannt gibt, beträgt die Abweichung 8 Zentimeter in der Horizontale und 1 Zentimeter in der Vertikale.

13:40 – Renzo Simoni, Chef Alptransit Gotthard, ruft dazu auf, innezuhalten und der verunglückten acht Mineure zu gedenken, die beim Bau des Gotthard-Basistunnels ihr leben lasen mussten.

13:32 – Als erster tritt Luzi Gruber, Verantwortlicher der Implenia, ans Rednerpult. Er lobt den Mut von Politiker und des Schweizer Volks, welche ja zur Neat sagten. Erwürdigt aber vor allem den Mut der Mineure, die mit ihren jahrelangen unermüdlichen Einsatz das fast unmögliche geschafft und damit Geschichte geschrieben haben.

13:27 – 27 EU-Verkehrsminister werden den Durchbruch während ihrer Sitzung in Luxemburg Live mitverfolgen.

13:23 – 57 Kilometer lang ist der längste Eisenbahntunnel der Welt. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die Abweichung beim Durchschlag nicht mehr als ein Zentimeter betragen wird.

13:12 – Die Ehrengäste nehmen auf der Trübüne im Stollen Platz. Mystische Klänge sind zu hören. Der deutsche Theaterregisseur Volker Hesse, der mit der Inszenierung der feierlichkeiten beauftragt war, erklärt diese Wahl, dass Stimmen in dieser Atmosphäre nicht zur Geltung kämen.

13:03 – Der Zwischenfall von Donnerstag, als Wasser den Ort des Durchschlags überflutete, wird keinen Einfluss auf den Ablauf der Feierlichkeiten haben. Das meiste Wasser ist weg , nur noch einige Pfützen sind Zeugen des Wasereinbruchs.

12.35 – Alt-Bundesrat Adolf Ogi ist auch vor Ort. Er war einer der Initianten der NEAT.

12.20 – Die 200 Personen, die beim Durchstich vor Ort dabei sein werden, müssen auch etwas essen. Für sie wird ein Risotto zubereitet.

12.10 – Für viele Mineure geht die Arbeit am Gotthard heute zu Ende. Bevor sie abreisen, wollen sie heute nochmals ein Fest feiern.

11.53 – Ein gescheitertes Projekt rund um den Basistunnel ist die «Porta Alpina». Mit einem unterirdischen Bahnhof in Sedrun hätte die Surselva-Region einen Zugang zum Gotthardtunnel erhalten sollen. Das Projekt scheiterte an den fehlenden finanziellen Mitteln.

11.35 – Alle Probleme sind an der NEAT noch nicht ausgestanden. Die Baufirma Implenia fordert mehr Geld, weil die Bauarbeiten teurer gewesen seien als angenommen. Am heutigen Tag sollen die Verhandlungen jedoch ruhen.

11.17 – Moritz Leuenberger freut sich sehr auf den heutigen Durchstich. Zudem ist er stolz darauf, dass die Welt heute auf die Schweiz blickt.

11.12 – Bundesrat Leuenberger ist nun in Sedrun eingetroffen und wird sofort von den Journalisten empfangen.

11.05 – Auch einige Politiker aus dem Kanton Uri sind heute anwesend. Nationalrätin Gabi Huber erlebt bereits den dritten NEAT-Durchstich. Ständerat Hansruedi Stadler meint, heute sei der Tag, um zu feiern und stolz zu sein.

11.00 – Bei den Bauarbeiten im Gotthard-Basistunnel sind leider acht Menschen gestorben. Immerhin ist die Sicherheit im Vergleich zu früher viel höher: Der Bau des ersten Gotthardtunnels im 19. Jahrhundert hat 199 Menschenleben gekostet.

10.55 – Daniel Hösli, Kommandant der Patrouille Suisse, gibt sich eher pessimistisch. Wenn sich der Nebel nicht lichtet, wird der Überflug der Patrouille Suisse nicht möglich sein.

10.35 – Auch Sedrun liegt unterhalb der Hochnebeldecke. Daher ist noch unklar, ob die Patrouille Suisse heute fliegen wird.

10.15 – Der Boden ist nach der gestrigen Überschwemmung im Tunnel immer noch feucht. Aber der grösste Teil des Wassers konnte abgepumpt werden. Dem Durchstich sollte also nichts mehr im Weg stehen.

10.10 – Die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten laufen auf Hochtouren. 200 auserlesene Personen dürfen vor Ort dabei sein, wenn der Durchstich erfolgt. Darunter befinden sich unter anderem Mineure, Vertreter der beteiligten Firmen, Politiker und einige wenige Journalisten.

Nur noch 1,8 Meter Gestein trennen die beiden Seiten voneinander. Wenn der Durchschlag efolgt, wird der Gotthard-Basistunnel mit 57 km der längste Eisenbahntunnel der Welt sein. Voraussichtlich kann er Ende 2017 in Betrieb genommen werden.

pd/das/zim.