Korporation Uri: Der Engere Rat soll beruflich vorsorgen

Die Mitglieder des Engeren Rats sollen neu offiziell Beiträge an die Pensionskasse zahlen. Der Korporationsrat Uri wird in einer Sitzung am kommenden Freitag, 28. Juni, über eine entsprechende Änderung der Verordnung entscheiden.

Markus Zwyssig
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Der Korporationsrat Uri entscheidet über eine Verordnungsänderung. (Bild: Elias Bricker (Altdorf, 10. Februar 2017)

Der Korporationsrat Uri entscheidet über eine Verordnungsänderung. (Bild: Elias Bricker (Altdorf, 10. Februar 2017)

Zwischen 30000 und 70000 Franken – so hoch sind die Entschädigungen, welche die Mitglieder des Engeren Rats pro Jahr erhalten. In diesen Beiträgen sind heute keine Leistungen an die Pensionskasse vorgesehen. Die Vorsorge liegt somit in der Eigenverantwortung der Mitglieder.

Der Korporationsrat Uri hatte sich bereits 2012 mit dem Thema Pensionskasse beschäftigt. Die Vorlage wurde damals aber zur Bearbeitung zurückgewiesen – unter anderem weil klare Regelungen für die Prämien fehlten. «Inzwischen haben wir das bestehende Entschädigungsmodell mit einem unabhängigen Vorsorgeexperten überprüft», erklärt Kurt Schuler, Vizepräsident der Korporation Uri. «Da die Entschädigungen höher sind als bei einem kleinen Nebenamt, ist das Vorsorgesparen wichtig», gibt er zu bedenken. «Finanzielle Einbussen im Alter oder bei Invalidität und im Todesfall sollen vermieden werden.»

Korporationsamt ist für Einzelne der Haupterwerb

Wie sich aus Gesprächen ergab, kann bei einzelnen Personen das Korporationsamt als Haupterwerb eingestuft werden, womit ein Anschluss an eine Pensionskasse zwingend wäre. Die Verwaltungsangestellten der Korporation Uri sind heute bei der Pensionskasse Uri versichert. Eine Ausweitung auf die Versicherung der Mitglieder des Engeren Rats bei derselben Pensionskasse liegt nahe. Der Korporationsrat Uri entscheidet an seiner nächsten Sitzung über eine entsprechende Änderung der Verordnung für den Engeren Rat. Geplant ist ein Anschluss an die Pensionskasse Uri auf den 1. Juli. Die Prüfungskommission unterstützt den Antrag des Engeren Rats, wird jedoch an der Sitzung einen redaktionellen Ergänzungsantrag stellen.

Neu ein Fixlohn anstelle der heutigen Entschädigung

«Anstelle einer Entschädigung könnten wir uns auch eine Umstellung auf einen Fixlohn vorstellen», so Schuler. Eine Arbeitsgruppe des Engeren Rats hat beschlossen, das zentrale Anliegen, die Entschädigungen der Pensionskasse zu unterstellen, voranzutreiben und dem Korporationsrat Uri nun vorzulegen. Die Frage der Umstellung der heutigen Entschädigung auf ein Fixlohnmodell soll nicht mit dem Pensionskassen-Thema verbunden und zu einem späteren Zeitpunkt behandelt werden. Bereits jetzt sollen die Korporationsräte aber das Okay zur Prüfung der Umstellung der Besoldung auf einen Fixlohn geben.

Wenn die Einkommen des Engeren Rats der beruflichen Vorsorge unterstellt werden, fallen Prämien für die Mitglieder des Engeren Rats (als Arbeitnehmer) und für die Korporation Uri (als Arbeitgeber) an. Auf der Basis des aktuellen Reglements der Pensionskasse Uri betragen die Prämien bei einem Beitritt zur Pensionskasse Uri rund 52000 Franken (Arbeitgeberbeiträge) und 36000 Franken (Arbeitnehmerbeiträge).

Verschiedene Funktionen werden neu besetzt

An der Versammlung geht es neben der Änderung der Verordnung für den Engeren Rat um eine Vereidigung und um Wahlen: Als neuer Korporationsrat der Bürgergemeinde Isenthal wird Markus Infanger vereidigt. Er tritt die Nachfolge von Hans Bissig an. Gewählt wird an der Versammlung ein neuer Allmendaufseher für den Kreis 6, der aus den Gemeinden Attinghausen, Seedorf, Isenthal, Bauen und Seelisberg besteht. Die Wahl wird notwendig, weil Allmendaufseher, Lukas Wyrsch, an der Korporationsgemeinde vom 5. Mai 2019 auf dem Lehn als neuer Korporationsverwalter gewählt worden ist. An der Sitzung wird aus dem Allmendkreis des bisherigen Allmendaufsehers dem Korporationsrat ein Wahlvorschlag unterbreitet.

Korporationspräsident Rolf Infanger soll neu die Energiekommission präsidieren. Er tritt die Nachfolge von Präsident Peter Ziegler an, der als Korporationsvizepräsident zurückgetreten ist und somit auch als Präsident der Energiekommission ausscheidet. Wiedergewählt werden sollen für eine vierjährige Amtsdauer Werner Walker, Intschi; Mario Schuler, Bürglen; Rebekka Mattli, Altdorf; und Wendelin Loretz, Silenen.

Orientiert wird an der Versammlung über den Ausschuss des Engeren Rats. Demnach ist Korporationspräsident Rolf Infanger für die Waldungen, Korporationsvizepräsident Kurt Schuler für die Weiden und Korporationsverwalter Lukas Wyrsch für die Verwaltung zuständig.

Entschieden wird schliesslich über einen Landabtausch sowie den Erwerb von zusätzlichem Korporationsland für Wendelin Loretz in Silenen. Für eine Arrondierung werden 164 Quadratmeter benötigt.

Die Mitglieder des Korporationsrats Uri treffen sich am Freitag, 28. Juni, um 8.30 Uhr im Rathaus Altdorf zur Sitzung.