Seelisberger Finanzhimmel zeigt sich wolkenlos

Budgetiert war ein Defizit, herausgeschaut haben tiefschwarze Zahlen. Deshalb kann die Gemeinde Seelisberg Rückstellungen für das Gemeindehaus und die Sanierung der Schiffstation Treib machen. Ein Thema war auch die Pächterwahl für das Haus zur Treib.

Christoph Näpflin
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Die Orgel in der Pfarrkirche Seelisberg muss saniert werden. (Bild: PD)

Die Orgel in der Pfarrkirche Seelisberg muss saniert werden. (Bild: PD)

33 Stimmbürger nahmen am Freitag unter dem Vorsitz von Gemeindepräsidentin Judith Durrer an der ordentlichen Dorfgemeinde in Seelisberg teil. Ihnen konnten die Verantwortlichen positive Rechnungsabschlüsse präsentiert werden. «Die meisten Budgets mussten nicht ausgeschöpft werden, und der Ertrag aus den Steuereinnahmen fiel deutlich höher aus als erwartet», durfte Verwalter Martin Truttmann erfreulicherweise berichten. Einzig im Resort Gesundheit konnten die Budgetvorgaben nicht eingehalten werden. Hier schlagen vor allem die Restfinanzierungen bei den Pflegeheimen zu Buche, die von Jahr zu Jahr unterschiedlich ausfallen und deshalb auch entsprechend schwierig zu budgetieren sind. Das Gleiche gilt für die stetig wachsende Summe nicht bezahlter Krankenkassenprämien.

Fast 200 000 Franken besser als budgetiert

Bei einem Aufwand von knapp 3 Millionen Franken resultierte ein Plus von 43 000 Franken. Budgetiert worden war ein Verlust von 150 000 Franken. «Neben Rückstellungen für das Gemeindehaus hat uns das gute Rechnungsjahr 2018 die Möglichkeit gegeben, 100000 Franken für die Sanierung der Schiffstation Treib zu reservieren», erläuterte Judith Durrer die Beschlüsse zur geplanten Gewinnverwendung. Im Rahmen der Sanierung der Schiffstation Treib im Frühling 2020 soll auch die Schutzmauer beim Hafen saniert werden. Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde Seelisberg fast eine halbe Million Franken in den Ausbau der Infrastrukturen investiert, so etwa beim Tanzplatz oder für den Unterhalt des Leitungsnetzes.

Aufgrund der ganz unterschiedlichen Bewerbungen für die Pacht des Wirtshauses zur Treib hat der Gemeinderat beschlossen, das Auswahlverfahren mit Unterstützung eines Gastro-Treuhandbüros vorzunehmen. Das bisherige Pächterpaar, Regina und Ernst Jacober, wird das Treib-Gasthaus noch bis Ende September 2019 führen. Für Gemeindeschreiberin Kathrin Truttmann war es die letzte Gemeindeversammlung. Ihr Amt wird von Martin Truttmann übernommen, der bisher Verwalter im Gemeinderat war und Ende Jahr zurücktritt. Die Versammlungsteilnehmer bedankten sich bei den beiden für ihre grosse Arbeit mit einem herzlichen Applaus.

Die Kirchenorgel muss dringend saniert werden

Die 1936 erbaute Goll-Orgel in der Pfarrkirche Seelisberg ist von Schimmel und Holzwürmern befallen. Ein erster Schritt für eine Sanierung wurde bereits gemacht, und zwar durch die Verbesserung des Raumklimas im hinteren Teil der Kirche. «Wir rechnen mit Kosten von 60000 Franken und wollen die Kirchenorgel im Jahr 2020 wieder in Stand stellen», erklärte Kirchenratspräsident Edy Huser.

Die Rechnung der Kirchgemeinde schloss ausgeglichen ab, vor allem dank der Einnahmen aus den Liegenschaften, die zum einen eine grosse Stütze der Rechnung sind, zum anderen aber in den kommenden Jahren aber auch einige Investitionen auslösen werden.

Bürgergemeinde spart dank Eigenleistungen

Die Korporationsbürgergemeinde Seelisberg investiert in die Jungwald- und Schutzwaldpflege und gibt im Jahr 2019 rund 40000 Franken für verschiedene Projekte aus. Auf der Alp Matten können die Wegsanierungen bald abgeschlossen und 2019 noch weitere Projekte wie eine Schutzhütte realisiert werden. «Wir versuchen bei allen Projekten, die Kosten dank grosser Eigenleistungen möglichst tief zu halten», versicherte Bürgerratspräsident Raffael Ziegler. Mit dem Viehbestand für den Sommer 2019 ist Ziegler sehr zufrieden, können doch – mit Ausnahme der Anzahl Schafe – Rekordzahlen vorgelegt werden.