Der Gemeinderat Schattdorf schlägt eine Steuererhöhung vor

Aufgrund der budgetierten roten Zahlen soll der Steuerfuss um 5 auf 96 Prozent erhöht werden. Die Schattdorfer entscheiden an der Offenen Dorfgemeinde vom 25. November über den Antrag des Gemeinderats.

Markus Zwyssig
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In Schattdorf muss für das Jahr 2020 mit einem Defizit gerechnert werden. (Bild: Pius Amrein, Schattdorf, 2. Oktober 2019)

In Schattdorf muss für das Jahr 2020 mit einem Defizit gerechnert werden. (Bild: Pius Amrein, Schattdorf, 2. Oktober 2019)

Für das Jahr 2020 muss die Gemeinde Schattdorf wiederum ein Budget vorlegen, das negativ abschliessen wird. Gemäss dem Bericht des Gemeinderats Schattdorf beläuft sich der Aufwand auf 18,309 Millionen Franken. Die ordentlichen Abschreibungen liegen bei 2,198 Millionen Franken. Bei budgetierten Erträgen von 17,545 Millionen Franken resultiert ein Defizit von 763800 Franken.

Im Budget 2020 ist eine Erhöhung des Steuerfusses um 5 Prozent vorgesehen. Diese wird an der offenen Dorfgemeinde beantragt. Der Steuerfuss soll somit von 91 auf 96 Prozent steigen. Der Kapitalsteuersatz soll unverändert bei 0,01 Promille belassen werden. Die Rechnungsprüfungskommission unterstützt den Antrag des Gemeinderates.

Höhere Verschuldung und grosse Investitionen

Als wesentliche Gründe für die Steuererhöhung erwähnt der Gemeinderat:

  • die steigende Pro-Kopf-Verschuldung, und zwar von 2506 Franken Ende 2018 auf zirka 2900 Franken;
  • den künftigen Investitionsbedarf in Bildungs-, Freizeit- und Verkehrsinfrastrukturen;
  • die sinkenden Steuereinnahmen bei den juristischen Personen aufgrund der Teilrevision des Steuergesetzes 2019 (minus 540'000 Franken);
  • die anhaltend hohen Kosten im Bereich Soziale Sicherheit;
  • die hohe Belastung durch Abschreibungen (2,2 Millionen Franken).

Sach- und Betriebsaufwand steigt um gut 6 Prozent

Ohne Steuererhöhung müsste die Gemeinde Schattdorf im Budget 2020 erneut einen Verlust in der Höhe von 1,3 Millionen Franken budgetieren. Der Sach- und übrige Betriebsaufwand steigt gegenüber dem vorhergehenden Budget um 6,1 Prozent, dies hauptsächlich wegen neuer Kosten im Bereich der Bildung. In einem Bundesgerichtsurteil wurde festgelegt, dass die öffentlichen Schulen unentgeltlich sein müssen. Dabei wurde die Höhe der Elternbeiträge an die Kosten festgelegt. Aufgrund dieses Urteils müssen die Gemeinden beträchtliche Mehrkosten für Schulreisen und Schullager sowie für die Abgabe von Schulmaterial übernehmen. Ausserdem müssen 2020 aufgrund des neuen Lehrplans 21 IT-Geräte für den Schulunterricht angeschafft werden.

Die Fallzahlen beim Sozialdienst Uri Ost sind weiterhin auf hohem Niveau. Bei den Kindes- und Erwachsenenschutzmassnahmen wird aber mit einer Entlastung gerechnet.

In der Investitionsrechnung 2020 werden Nettoausgaben von 1,9 Millionen Franken prognostiziert. 1,2 Millionen Franken werden dabei für den Bereich Verkehr benötigt. Aufgrund hängiger Einsprachen muss die Sanierung der Umfahrungsstrasse um ein weiteres Jahr verschoben werden.

An der Acherlistrasse sind Sofortmassnahmen nötig

Ein bautechnisches Gutachten hat ergeben, dass aus Sicherheitsgründen Sofortmassnahmen an der Acherlistrasse notwendig sind. Dafür werden 160'000 Franken budgetiert.

Im Bereich Wasserbau werden zwei Hochwasserschutzprojekte realisiert. Neben der Sanierung der eingedohlten Leitungsanlage des Gläusäbächlis beteiligt sich die Gemeinde mit 160'000 Franken am Hochwasserschutzprojekt Gangbach des Kantons. Dabei wird die Brücke Schulhausstrasse bautechnisch in Stand gesetzt, und auch in die Sicherheit des Schulwegs entlang des Gangbachs soll investiert werden.

Gemeindefahrzeug muss ersetzt werden

Nach 19-jährigem intensivem Einsatz im Unterhaltsdienst muss ein Gemeindefahrzeug ersetzt werden. Neben der üblichen Zweckbestimmung wird das Fahrzeug auch im Winterdienst eingesetzt.

Der Gemeinderat ist überzeugt, dass das vorliegende Budget 2020 aufgrund der nach wie vor guten Eigenkapitalbasis trotz des ausgewiesenen Verlusts verkraftbar ist.

Die Offene Dorfgemeinde findet am Montag, 25. November 2019, um 19.30 Uhr in der Aula des Gräwimatt-Schulhauses statt.