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Interview

Kristin T. Schnider: «Der Gewinn liegt bei allen Gemeinden»

Angeführt von Gemeindepräsidentin Kristin T. Schnider, wurden im Mai 2017 in Wassen unter dem Motto «Poststellenraub in Uri? Nein danke!» Unterschriften gesammelt, um die Poststelle Wassen vollwertig erhalten zu können. Was sagt Kristin T. Schnider nun zum Ergebnis der Verhandlungen zwischen Post und Gemeindevertretern?
Bruno Arnold
Kristin T. Schnider, Gemeindepräsidentin Wassen. (Bild: Urs Hanhart)

Kristin T. Schnider, Gemeindepräsidentin Wassen. (Bild: Urs Hanhart)

Kristin T. Schnider, fühlen Sie sich als grosse Siegerin?

Das ist für Wassen sicher ein schöner Tag. Und natürlich könnte man Wassen auf den ersten Blick als Sieger sehen. Aber eigentlich hat der Kanton Uri gewonnen. Denn dank der guten Zusammenarbeit und eines Akts der Solidarität liegt der Gewinn bei allen Gemeinden.

Was hat für die Beibehaltung der Poststelle Wassen gesprochen?

Post und Arbeitsgruppe haben gemeinsam den Raum angeschaut. Nimmt man das Urner Oberland von Gurtnellen bis nach Göschenen, so spricht alles für das zentral gelegene Wassen. Es ist bestimmt angenehmer, von Intschi, vom Meiental oder auch von der Göscheneralp her nach Wassen statt nach Andermatt zu gelangen, um vollwertige Postdienstleistungen zu erhalten. Und noch etwas: Schon bald beginnen in Göschenen die Arbeiten für die zweite Röhre, mit Beschäftigten, die wohl vor allem Leute aus dem Ausland stammen dürften. Sie machen ihre Zahlungen erfahrungsgemäss gerne auf einer Post. Ich könnte mir vorstellen, dass man dort beispielsweise auch noch zusätzliche Dienstleistungen anbieten könnte, etwa im Bereich der Telekommunikation. Kurz gesagt: Eigentlich ist der Erhalt der Poststelle Wassen, die als Einzige im Urner Oberland noch immer selbstständig geführt wird, ein logischer Schritt.

Ist die Beibehaltung nicht auch ein Produkt des Wassner Widerstands?

Auf jeden Fall! Wir haben klar machen können, dass auch eine Randregion ausgebaute Service-public-Leistungen verdient, auch wenn die vorgegebenen statistischen Werte nicht zu 100 Prozent erreicht werden.

Nun wird Wassen mit der Post die Rahmenbedingungen aushandeln müssen. Was erwarten Sie?

Das kann ich nicht prognostizieren. Ich hoffe einfach, dass sich die Post kulant und weiterhin auch entwicklungsfähig zeigt. Die Post hat in der Vergangenheit Geschäfte abgebaut, um Poststellen zu schwächen. Darauf konnten wir politisch keinen Einfluss aufnehmen. Das muss aufhören. Mit Blick in die Zukunft denke ich aber doch, dass gewisse Formen von Quersubventionen wieder möglich werden sollten.

Was meinen Sie damit konkret?

Für Bewohner von sogenannten Randregionen dürften gerade Beratungen im Bereich der Telekommunikation immer wichtiger werden. Ich möchte nicht für jeden Kauf eines neuen Natels oder wegen des kleinsten Internet-Problems nach Altdorf reisen müssen. Die Post und der andere Staatsbetrieb, die Swisscom, sollten deshalb ihre Geschäfte nicht allzu stark entkoppeln und nicht allzu sehr nur auf den eigenen Umsatz fokussieren. Darüber sollten wir ebenfalls diskutieren dürfen, wenn es dereinst darum geht, mit den Verantwortlichen der Post die Rahmenbedingungen wie etwa die künftigen Öffnungszeiten der Poststelle Wassen zu verhandeln. Hier sind vor allem auch innovative Ideen gesucht. Nicht zuletzt im Interesse des Posthalters. Für diesen Job lassen sich kaum Leute finden, wenn die Post beispielsweise gerade mal drei Stunden pro Tag bedient wäre. Ich bin allerdings zuversichtlich, dass die Post-Verantwortlichen auch in Zukunft den Dialog pflegen, um etwas zu entwickeln. Denn darum geht es schlussendlich, und nicht darum, auf etwas zu beharren.

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