Leserbrief
Der indirekte Gegenvorschlag ist ein Papiertiger

Zur Abstimmung über die Konzernverantwortungs­initiative

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Herr Ständerat Dittli, sie lächeln so nett unter der Werbung der Nein-Kampagne. Vergeht Ihnen das Lächeln denn nicht, wenn Sie an die 2 Millionen Kinder denken, die in Ghana und in Côte d’Ivoire gezwungen sind, auf Kakaoplantagen ohne Schutzanzüge lebensgefährliche Pestizide zu spritzen, die in der Schweiz längst verboten sind? Sie werben für den zahnlosen indirekten Gegenvorschlag, bei dem die Konzerne einzig versprechen, in Eigenregie jährliche Hochglanz-Berichte zu erstellen.

Gleiches verlangt seit 20 Jahren bereits das Harkin-Engel-Protokoll, mit dem die Schokoladehersteller weltweit geloben, Kinderarbeit auf Ihren Kakaoplantagen abzuschaffen. Doch nichts ist bis heute passiert.

Es ist Zeit, dass solche Vergehen gegen die Menschenrechte endlich rechtlich geahndet werden können. Es ist Zeit für die Konzernverantwortungsinitiative.

Nina Marty, Altdorf