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«Der Kanton trägt die Mehrkosten»

Nachgefragt
Bild: Valentin Luthiger

Bild: Valentin Luthiger

Im Zusammenhang mit der archäologischen Grabung in Flüelen stellen sich Fragen zur Finanzierung und zu den Folgen für die Bauherrschaft. Justizdirektorin Heidi Z’graggen nimmt Stellung.

Heidi Z’graggen, wann beginnt das Ausschneiden der Betonplatte?

Mit diesen Arbeiten ist bereits begonnen worden, damit bei den nachfolgenden eigentlichen Grabungen keine Verzögerung eintritt, die Auswirkungen auf den Baufortschritt haben könnte. Die erfolgte archäologische Abbruchbegleitung wird mit Budgetmitteln der laufenden Rechnung finanziert. Die Vorbereitungsarbeiten sind am 20. März abgeschlossen worden. Mit der eigentlichen Grabung kann aber erst begonnen werden, wenn der Landrat den entsprechenden Nachtragskredit bewilligt hat.

Muss sich auch die Bauherrschaft an den Kosten dieses Aufschneidens und der anschliessenden archäologischen Grabung beteiligen?

Nein, die Bauherrschaft kann nicht verpflichtet werden, Kosten der Grabung zu übernehmen. Der alte Betonboden müsste in jedem Fall entfernt werden, der Kanton trägt aber die durch die Archäologie verursachten Mehrkosten.

Wer übernimmt die durch die Freilegung und Konservierung von wertvollen Funden anfallenden Kosten?

Auch diese Kosten wird der Kanton Uri übernehmen. Die Funde werden gereinigt und konserviert und kommen daraufhin ins Staatsarchiv. Es gilt hier aber festzuhalten, dass bei der Grabung in Flüelen nicht in erster Linie wertvolle archäologische Funde erwartet werden, sondern vielmehr wichtige Erkenntnisse über die mittelalterliche Siedlungsstruktur des traditionsreichen Hafen- und Reichszollorts Flüelen. Zu erwägen ist aber auch eine Publikation wesentlicher Funde und Erkenntnisse.

Ist die geplante Überbauung auch dann möglich, wenn «sensationelle» oder allenfalls «völlig unerwartete» Funde gemacht werden?

Selbst wenn wider Erwarten ungewöhnliche Funde ans Tageslicht kämen, würde dies das Bauvorhaben nicht in Frage stellen.

Was würde beispielsweise mit vorhandenen Grundmauern von «unerwartet aufgetauchten» oder «vermuteten» Gebäuden (etwa einer Kapelle et cetera) geschehen?

Wenn wir auf einen unerwarteten Sakralbau stossen würden, müsste dieser ausführlich und wissenschaftlich dokumentiert werden. Daraufhin würde das Areal für die Überbauung freigegeben.

Kann die Bauherrschaft «Schadenersatz» für allfällige Verzögerungen bei der Realisierung des Alterswohnungen-Projekts verlangen?

Nein, dies ist nicht möglich respektive im Kantonalen Na­- tur- und Heimatschutzgesetz (KNHG) nicht vorgesehen. Gemäss Artikel 21 des KNHG ist die Grabung zu dulden. Dort heisst es: «Der Fundort darf nicht verändert werden, bis er sachverständig untersucht worden ist. Der Regierungsrat trifft die erforderlichen Entscheidungen.» Wissenschaftliche Funde im Sinne von ZGB-Artikel 724 gehören dem Staat. Einen Ersatz des durch deren Bergung verursachten Schadens müsste der Kanton tragen. Eine zumutbare Verzögerung beim Bauprozess fällt aber nicht unter die Entschädigungspflicht nach ZGB-Artikel 724. Noch einmal sei aber betont, dass das Ziel der Archäologie darin besteht, möglichst keine oder nur geringe Verzögerungen zu verursachen. Zudem konnten während des Planungsprozesses die notwendigen archäologischen Arbeiten bereits zwischen den Archäologen und der Bauherrschaft abgesprochen werden. (bar)

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