Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Der Krach um die Jagdhütte im Erstfeldertal geht weiter

Das Landgericht Uri muss die Frage beantworten, ob Nicht-Urner eine Jagdhütte weiter nutzen dürfen. Gemäss einem neuen Reglement sind sie nicht mehr Miteigentümer.
Markus Zwyssig

Der Aufenthalt, ja nur schon das Betreten einer Jagdhütte im Erstfeldertal soll während der Jagdzeit ausschliesslich Eigentümern und Jägern vorbehalten sein. Kläger untersagen namentlich einer in Zürich wohnhaften Familie, welche ihrer Meinung nach nicht Eigentümer der Hütte ist, diese zu betreten. Zudem sollen sie unter Androhung einer Strafe, wenn sie dies nicht tun, ihre Schlüssel dem Gericht retournieren.

Das Landgerichtspräsidium Uri hatte für die Jagd 2018 eine superprovisorische Verfügung ausgesprochen. Demnach durften die Beklagten die Jagdhütte während der Jagdzeit nicht betreten. Bei einer ersten Verhandlung im Oktober war es um die Frage gegangen, ob die superprovisorische Verfügung rechtens war. Dies wurde vom Gericht inzwischen bejaht.

Haben die Männer das ganze Dokument gesehen?

Am Donnerstag fand nun die Hauptverhandlung statt – dabei stand die Frage im Zentrum: Sind die Beklagten auch Eigentümer oder nicht? Der springende Punkt: Zwei Personen der Zürcher Familie haben ein Hüttenreglement unterschrieben, in dem Eigentümer zwingend Korporationsbürger sein und ihren Wohnsitz in Uri haben müssen. Bisher waren diese beiden Männer Miteigentümer. Sie haben jedoch ihren Wohnsitz nicht im Kanton Uri und sie sind auch nicht Korporationsbürger.

Ein solches Reglement hätten seine Klienten sicherlich nie unterschreiben wollen, sagte deren Anwalt. «Die Hütte ist von ihren Vorfahren erbaut worden», so der Anwalt. «Die Beklagten wollen doch nicht einfach ihr Recht an der Hütte aufgeben und schon gar nicht ohne Gegenleistung.» Die Beklagten bestritten am Donnerstag vor Gericht, je an einer Sitzung einen Beschluss für ein solches Hüttenreglement gefasst zu haben. Es sei auch nichts diesbezüglich protokolliert worden. Sie hätten zwar ein Dokument unterschrieben, jedoch nicht alle Seiten gesehen. Die Kläger stellten sich hingegen auf den Standpunkt, das Reglement sei vorgängig aufgelegen. Zudem hätten nun ja alle das Dokument unterschrieben.

Kann die Landgerichtspräsidentin alleine entscheiden?

Der Anwalt der Beklagten stellte in Frage, ob die Landgerichts­präsidentin alleine urteilen darf. Der Versicherungswert der Hütte liege bei 180000 Franken. Bei sechs Miteigentümern hätten die zwei in Zürich wohnhaften Teilhaber einen Anteil am Eigentum von 60000 Franken. Jedoch müsse bei einem Streitwert über 30000 Franken zur Verhandlung und Beratung das Landgericht in Vollbesetzung entscheiden und nicht die Landgerichtspräsidentin als Einzelrichterin.

Der Anwalt der Klägerseite hingegen geht davon aus, dass der Streitwert wesentlich tiefer anzusetzen sei. Es handle sich hier um den Neuwert der Hütte und nicht um den Realwert. Beim ersten Termin vor Gericht hatte der Anwalt den Streitwert sogar noch weit tiefer angesetzt und ausgerechnet, wie hoch der effektive Nutzen der einzelnen Eigentümer sei. Dieser beschränke sich auf das Verbringen von einer oder mehreren Ferienwochen.

Bis vor kurzem waren auch Nicht-Jäger und Gäste willkommen

Vor Gericht beschäftigte auch die Frage, ob Nicht-Jäger und Gäste die Hütte ebenfalls nutzen dürfen. Die Beklagten berufen sich auf bisheriges Recht. Bis vor ein paar Jahren war es offensichtlich gang und gäbe, dass nicht nur Jäger, sondern auch Helfer in der Hütte übernachtet haben.

Die Benutzung der Jagdhütte ist offensichtlich eine sehr emotionale Sache. Vor Landgericht wurde gestern jedenfalls sehr engagiert diskutiert. Erbaut worden ist die Hütte 1936. Drei Familien waren daran beteiligt. Das Nutzungsrecht vererbten sie weiter an ihre Nachkommen. Die in Zürich lebenden Miteigentümer hoffen nun auf juristischem Weg, weiterhin ihr Recht behalten zu können. Ob sie Erfolg haben werden, wird sich zeigen. Das Urteil wird den Parteien in den nächsten Tagen im Dispositiv zugestellt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.