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Altdorf: Der Milchpreis steht über allem

Die Milchverwertungsgenossenschaft feiert ihren 100. Geburtstag. Die positive Entwicklung hat nicht nur mit der Milchproduktion zu tun, sondern auch mit rentablen Immobilien.
Bruno Arnold
Morgendlicher Hochbetrieb vor der Milchsammelstelle in der Kornmatt. (Bild: Bruno Arnold, Altdorf, 14. April 2019)

Morgendlicher Hochbetrieb vor der Milchsammelstelle in der Kornmatt. (Bild: Bruno Arnold, Altdorf, 14. April 2019)

Am 13. November 1919 trafen sich rund 20 Altdorfer Bauern im Restaurant zur Post zur konstituierenden GV der Milchverwertungsgenossenschaft Altdorf. Noch heute verfolgt die Organisation dasselbe Ziel wie in der Gründungszeit: «Die Genossenschaft bezweckt in gemeinsamer Selbsthilfe die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Verkehrsmilch produzierenden Mitglieder durch eine möglichst vorteilhafte Verwertung der Milch und den Handel mit Milcherzeugnissen. Damit soll ein angemessener Milchpreis erzielt werden.»

Am 16. April treffen sich die Mitglieder zur 100. GV. «Unsere Genossenschaft präsentiert sich nach wie vor in guter Verfassung», freut sich Präsident Toni Marty. Gleichzeitig zollt er den Gründern grosses Lob: «Sie haben erkannt, dass es gegenüber Alleingängen erfolgversprechender war, mit vereinten Kräften für eine Sache einzustehen.» Die Genossenschaft habe sich prächtig entwickelt und allen Veränderungen getrotzt, welche die Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten geprägt hätten.

Lange Geschichte in Broschüre zusammengefasst

Zum 100-Jahr-Jubiläum gehörten ein Ausflug ins Emmi-Käselager im Höhlenkeller Kaltbach und in die Feldschlösschen-Brauerei Rheinfelden sowie ein Bankett im «Rosenberg». Zudem hat Geschäftsführer Jakob Bissig die Geschichte der Genossenschaft, die in den 1960er-Jahren den Höchstbestand von über 70 Mitgliedern aufwies, in einer gut 80-seitigen Broschüre in Wort und Bild zusammengefasst. Beschrieben werden darin unter anderem die Situation der Altdorfer Bauern in der Gründungszeit, die Entwicklung der Genossenschaft, aber auch die Höhen und Tiefen des Milchmarkts sowie das Auf und Ab des Milchpreises, der sich in den vergangenen 100 Jahren in einer Bandbreite von 38 Rappen bis zu 1.07 Franken bewegte und heute bei rund 65 Rappen liegt.

Auch die Liegenschaftspolitik der Genossenschaft wird in der Jubiläumsschrift aufgerollt. Diese war vor allem geprägt vom Kauf, der Überbauung und der Erweiterung der Kesselbach-Liegenschaft auf dem Oberlehn. Dort werden heute Wohnungen, Büros oder Geschäftsräumlichkeiten vermietet, etwa auch für eine Bäckerei oder für einen Gastrobetrieb.

Heute sind es noch 23 Genossenschafter

Ein Kapitel ist auch dem Bau der eigenen Milchsammelstelle inklusive Wohnungen in der Kornmatt im Jahr 1971 gewidmet. «Dank der stetigen Investitionen präsentieren sich unsere Liegenschaften nach wie vor in einem guten Zustand», stellt Marty in diesem Zusammenhang mit Zufriedenheit fest. Zitate von ehemaligen und heutigen Genossenschaftern oder Protokollauszüge lockern den Inhalt auf. Schliesslich werden in der Broschüre auch die aktuell 23 Genossenschafter mit ihren Familien in Text und Bild vorgestellt. Martys Wunsch im Jubiläumsjahr: «Die Zuversicht unserer Vorfahren soll uns Beispiel sein, auch in schwierigen Situationen den Genossenschaftsgedanken hochzuhalten und miteinander am gleichen Strick zu ziehen, um die kommenden Herausforderungen anzunehmen und mit der nötigen Ausdauer zu verwirklichen.»

Mengen haben sich positiv entwickelt

Fazit: Was 1919 von ungefähr 20 Leuten mit einigem Mut initiiert wurde, hat sich nicht nur bis heute gehalten, sondern äusserst positiv entwickelt – vor allem bezüglich der angelieferten Milchmengen. 2018 beliefen sich die Einlieferungen in der Sammelstelle Kornmatt auf 2,787 Millionen Kilogramm. 19 Genossenschafter lieferten knapp 1,686 Millionen und 23 Gastlieferanten aus Seedorf, Attinghausen, Flüelen und Isenthal rund 1,101 Millionen Kilogramm Milch ab. 4 Genossenschafter lassen ihre Milch vom Hof abholen. Die Sammelstellelieferanten konnten von einem Lademengenzuschlag der Zentralschweizer Milchproduzenten in der Höhe von 33’000 Franken profitieren.

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