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Der neue Lyrik-Weg in Bürglen soll zum Nachdenken anregen

Im Tellendorf gibt es bis am 20. Oktober vom Tellmuseum zum Staldenweg einen temporären Lyrik-Weg. Zeitgenössische Schriftsteller haben sich dazu mit Gedichten und lyrischen Kurztexten des Literaturnobelpreisträgers Carl Spitteler auseinander gesetzt.
Paul Gwerder
Künstler Niklaus Lenherr montierte gestern am Staldenweg in Bürglen die Tafeln des Lyrik-Weges.Bild: Paul Gwerder

Künstler Niklaus Lenherr montierte gestern am Staldenweg in Bürglen die Tafeln des Lyrik-Weges.Bild: Paul Gwerder

Der freischaffende Künstler Niklaus Lenherr hat am Dienstag in Bürglen einen temporären Lyrik-Weg gebaut. Dieser führt vom Tellmuseum, vorbei an der Tellskapelle und weiter hinunter entlang des Staldenwegs. «Dies war nur möglich, dank der ideellen und substanziellen Unterstützung der Gemeinde und der Tell-Museumsgesellschaft», erklärte der Künstler.

Bekannt geworden ist Lenherr im Kanton Uri durch sein mobil-Projekt «Mit Poesie auf Berg- und Talfahrt», dabei hatte er in 33 Seilbähnli Gedichte und Kurztexte von zeitgenössischen Schweizer Autorinnen und Autoren aufgehängt.

Auseinandersetzung mit Gedichten und lyrischen Kurztexten von Carl Spitteler

Literatur mobil schafft mit «2019 meets 1919» dem mobilen, temporären Lyrik-Weg ein Gefäss, in welchem zeitgenössische und noch lebende Schriftsteller beauftragt wurden, sich mit Gedichten und lyrischen Kurztexten des Literaturnobelpreisträgers Carl Spitteler auseinanderzusetzen und eine lyrische Entsprechung zu finden. Spitteler ist bis heute der einzige gebürtige Schweizer Literaturnobelpreisträger und lebte von 1845 bis 1924. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzungen – beteiligt sind 76 namhafte Autorinnen und Autoren – sind auf A3-Tafeln gedruckt, welche im öffentlichen Raum, zeitlich und örtlich begrenzt, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Texte sollen die Menschen zum Nachdenken anregen

In Bürglen sind nun zehn Text- und vier Infotafeln aufgestellt worden, welche bis am 20. Oktober von der Bevölkerung betrachtet und gelesen werden können. Solche Tafeln sind zum Beispiel auch in Beromünster, Emmenbrücke und Flüeli-Ranft montiert worden. Niklaus Lenherr ist überzeugt, dass es Leute gibt, die sich dafür interessieren und darüber nachdenken. Auf einer dieser Tafeln von den Künstlern «Satz & Pfeffer» steht: «Reisen ist ein Ortsname – Hockenheim auch – Heimkehr aber nicht». «Auf den ersten Blick sagt dies nicht viel aus, aber es wird die Menschen anregen, über die paar Zeilen und die Wortspielereien nachzudenken», sagte Lenherr. Verständlicher ist da schon die Tafel mit dem Titel: «Der Räuber» von Pedro Lenz, auf der steht: «Am Nachmittag, im Wartesaal, erzählt einer Geschichten. Hör doch auf, du mit deinen Räubergeschichten!, sagt ein anderer, und erzählt selber überhaupt nichts. So ein Räuber!».

Poesie und Lyrik ist eine stille literarische Gattung. Magische Momente, subjektive Reduktion, emotionale Ästhetik und eine kurze, meist stark strukturierte Form sind wichtige Merkmale dieses unerschöpflichen Experimentierfeldes der Literatur.

Am Sonntag, 20. Oktober, um 16 Uhr findet eine Lesung im Tellmuseum Bürglen mit «Satz & Pfeffer» (Judith Stadlin und Michael van Orsouw) statt.

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