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Der Schweiss tropft zur Geisterstunde

In einem Urner Fitnessstudio kann rund um die Uhr trainiert werden. Um zu erfahren, wer nach Mitternacht lieber das Sportshirt statt das Pyjama anzieht, hat sich unsere Zeitung im «NicasGym» umgesehen.
Remo Infanger
Dejan Filipovic (v.l), Livia Vollenweider und Christof Bissig trainieren oft dann, wenn der Mond zuschaut. (Bild: Valentin Luthiger, Altdorf, 17. Juli 2018)

Dejan Filipovic (v.l), Livia Vollenweider und Christof Bissig trainieren oft dann, wenn der Mond zuschaut. (Bild: Valentin Luthiger, Altdorf, 17. Juli 2018)

Während andere schlafen, sind sie am Trainieren. Beim mitternächtlichen Gewichtheben oder frühmorgendlichen Ausdauertraining bringen zwei Altdorfer ihren Körper in Form. Möglich macht das ein Urner Fitnessstudio namens «NicasGym», das von Valentin Nica betrieben wird. Anders als andere Trainingscenter hat dieses Studio an 365 Tagen, rund um die Uhr, geöffnet. Unsere Zeitung wollte wissen, wer dieses Angebot nutzt und zur Geisterstunde lieber schnauft statt schnarcht.

«Oft habe ich gar keine andere Möglichkeit, als zu dieser Uhrzeit trainieren zu kommen», sagt Dejan Filipovic. Der 28-jährige Altdorfer arbeitet nämlich im Schichtbetrieb als Anlagenführer bei der Dätwyler AG. «Wenn ich je nach Schicht bis 21 Uhr arbeiten muss, würde es in anderen Studios nicht mehr für ein ausgewogenes Training reichen», so Filipovic.

Schichtarbeiter schätzen das 24-Stunden-Konzept

Auf das Training nach einem Arbeitstag möchte der Schichtarbeiter aber trotzdem nicht verzichten müssen. «Natürlich könnte ich auch am Morgen gehen, doch ich will mich nicht schon vor der Arbeit völlig auspowern», so der Stammgast.

Nebst der Möglichkeit, in Zeiten trainieren zu gehen, zu denen andere Studios geschlossen haben, erkennt Filipovic im 24-Stunden-Konzept auch andere Vorteile: «In Randzeiten hat es halt weniger Leute im Gym», sagt der Sportler. «So kann ich mir Zeit nehmen und mein Programm durchziehen, ohne an einem Gerät anstehen zu müssen.» Zudem schätze er die Ruhe.

Nach Feierabend Zeit für die Familie

Auch der 30-jährige Christof Bissig, der zurzeit eine Ausbildung zum Oberstufenlehrer absolviert, nutzt die Öffnungszeiten. Er trainiert aber nicht nachts, sondern meistens in den frühen Morgenstunden. «Als Vater von zwei Kindern ist mir das Familienleben sehr wichtig», sagt der Altdorfer. «Wenn die Kinder noch schlafen, kann ich vor der Arbeit ins Training gehen und habe dafür am Feierabend Zeit für die Familie.» Bissig nennt einen weiteren Pluspunkt: «Für Leute, die sich schwertun, in den am meisten frequentierten Stunden in ein Fitnesscenter zu gehen, sind ruhige Randzeiten in einem 24-Stunden-Studio ideal.» Da im «NicasGym» kein Personal angestellt ist, das rund um die Uhr anwesend ist, brauche es aber auch eine gewisse Eigenverantwortung. Mit seinem Training um 5 Uhr morgens sei Bissig noch nicht einmal der erste Frühaufsteher. «Ein Pöstler ist jeweils schon vor mir da», sagt Bissig. Sportler können in «NicasGym» übrigens kostenlos ein Probetraining absolvieren und erhalten einen individuellen Trainingsplan. Zu den betreuten Öffnungszeiten steht Valentin Nica für Hilfestellung vor Ort bereit.

Betreiber ist sehr zufrieden mit Frequenzen

Valentin Nica hat das nach ihm benannte Studio vor rund zwei Monaten eröffnet. «Die Startphase ist geglückt», freut sich der 30-jährige Flüeler. «Ich bin sehr zufrieden mit den Frequenzen. Es sind mehr Leute gekommen, als ich erwartet habe – und das sogar während der Sommermonate, in denen in Fitnesscentern normalerweise nicht so viel los ist.» In der geräumigen Halle des ehemaligen Möbel-Markts beim Q4-Areal hat Nica sein Studio eingerichtet.

Im Projekt unterstützt wird er von seiner Partnerin Livia Vollenweider. Besonders stolz sind die beiden auf die sogenannte Functional Area – ein grossflächiger Bereich für individuelle Übungen. «Dort kann sich jeder austoben, wie er möchte», sagt Nica. Weil das Interesse grösser als erwartet sei, habe man erste Konsequenzen daraus ziehen müssen. «Wir wollen nun die anliegende und noch leer stehende Halle nutzen und so die Trainingsfläche verdoppeln, auf gut 1000 Quadratmeter», erklärt Nica. Anfangs 2019 soll mit der Erweiterung begonnen werden. Dafür setzt Nica auch auf das Mitwirken der Kunden. «Mir ist es wichtig, auf Anregungen der Mitglieder einzugehen», so der Betreiber. «Der Wunsch eines Boxsacks beispielsweise wurde schon geäussert.»

Von Zwischenfällen während des 24-Stunden-Betriebs hat der Inhaber bisher nichts gehört. Alles läuft reibungslos. «Sportunfälle, Vandalismus oder Nachtruhestörungen sind mir keine bekannt», freut sich Nica.

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