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Leiter des Theater Uri: «Alle haben gesagt, ich sei verrückt»

In der 8. Auflage von «Greedi üüsä» stellt sich Heinz Keller den Fragen von Talkmaster Ruedi Bomatter. Der abtretende Leiter des Theaters Uri blickt auf seine Kindheit zurück und erzählt, wie schnell eine Jasspartie auf den Strassen Zürichs eskalieren kann.
Remo Infanger
Heinz Keller (rechts) im Gespräch mit Talkmaster Ruedi Bomatter. (Bild: Remo Infanger (Altdorf, 7. Dezember 2018))

Heinz Keller (rechts) im Gespräch mit Talkmaster Ruedi Bomatter. (Bild: Remo Infanger (Altdorf, 7. Dezember 2018))

Für einmal war Heinz Keller nicht der Mann hinter den Kulissen, sondern stand selber mitten im Rampenlicht. So waren am Freitagabend, 7. Dezember, die Scheinwerfer im Foyer des Theaters Uri ganz auf den Leiter des Hauses gerichtet. In der 8. Ausgabe des Gesellschaftsabends «Greedi üüsä» stand Keller dem Talkmaster Ruedi Bomatter Red und Antwort.

Gleich zu Beginn wollte der Moderator von Keller wissen, warum man den 63-jährigen Schattdorfer nie in einem Hemd sieht – wo doch eine Veranstaltung wie diese, Grund genug für ein schickes Outfit bieten würde. «Ich leide unter einer sogenannten Knopfneurose», kontert Keller augenzwinkernd. Als Kind habe man ihm manchmal ein korsettartiges «Gstältli» seines Onkels übergezogen, welches mit unzähligen Knöpfen bestückt war. «Seither mag ich eben keine Oberteile mit Knöpfen mehr», so Keller. «Und Pullis oder T-Shirts muss man auch nicht bügeln.»

Filmprojekt endet mit einer Anzeige

Über seine Kindheit will sich der ehemalige Lehrer aber keineswegs beschweren – ganz im Gegenteil: «Viel Geld haben wir zwar nie gehabt, doch dank der grossen Fürsorge unserer Eltern hat es uns nie an etwas gemangelt.» Gerade seine Mutter sei auch in den späteren Jahren immer hinter ihm gestanden. «Als ich die leitende Stelle im Theater Uri übernahm, haben die Leute meine Mutter immer wieder gefragt, was ich denn den ganzen Tag so mache», so Keller. «‹Är macht scho eppis rächts› hat sie dann jeweils geantwortet – obwohl sie selber nicht genau wusste, was ich eigentlich mache.»

Kellers Interesse für die Kultur hat sich schon in jungen Jahren gezeigt. Für ein Filmprojekt im Lehrerseminar habe er mit ein paar Freunden einen Abstecher in die Stadt Zürich gemacht – mit einem grossen Teppich auf den Schultern. «Wie reagieren Passanten, wenn man etwas völlig Sinnloses macht? Diese Frage haben wir für den Kurzfilm klären wollen», erinnert sich Keller. So setzten sich die vier angehenden Lehrer vor dem Eingang einer Grossbank auf den Teppich, um dort eine Partie zu jassen und das Ganze filmisch festzuhalten. «Der Tag hat schliesslich geendet mit einem Besuch auf dem Polizeiposten, einer Anzeige und der Frage, gegen was wir demonstrieren wollten.»

Hartnäckigkeit hat sich gelohnt

Veranstaltungen im Theater Uri zu organisieren sei nicht immer ein einfaches Unterfangen gewesen. So erinnert sich Keller noch an das Jahr 2000 – das Jahr, in dem er die Stelle als Leiter übernahm. «Alle sagten, ich sei verrückt, als ich die Idee der Dezembertage vorgestellt habe», so Keller. Die Leute hätten doch im Dezember keine Zeit für Veranstaltungen, wenn alle am Basteln oder «Guätslä» sind, habe es geheissen. Doch Keller blieb hartnäckig – mit Erfolg, wie sich heute zeigt. So locken die Dezembertage Jahr für Jahr Tausende Besucher an. Der Theaterdirektor betont aber, dass das nicht bloss sein Verdienst sei. «Hinter jeder Veranstaltung stehen Personen, die sehr viel Herzblut in die Sache stecken.»

Ende Januar 2019 wird Heinz Keller sein Amt als Theaterleiter Michel Truniger übergeben. «Tipps zu geben, wie man ein Theater zu führen hat, wäre unangebracht», so Keller. «Neue Leute bringen neue Ideen mit, so kann das Theater wachsen.» Der abtretende Leiter wisse, dass Truniger mit grossem Respekt an die Sache geht. «Ich wünsche mir einfach, dass das Theater weiterhin so lebendig bleibt und Kulturbegeisterte das Haus als ihres empfinden.»

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