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Der Urner Regierungsrat wurde erst spät über die UKB-Pläne orientiert

Der Strategiewechsel der Urner Kantonalbank gibt viel zu reden. Finanzdirektor Urs Janett wurde erst einen Tag vor der Öffentlichkeit über das Vorhaben des Bankrats informiert.
Bruno Arnold
Der Hauptsitz der Urner Kantonalbank in Altdorf. (Bild: Corinne Glanzmann, 18. Oktober 2018)

Der Hauptsitz der Urner Kantonalbank in Altdorf. (Bild: Corinne Glanzmann, 18. Oktober 2018)

Am 12. Dezember gaben die Verantwortlichen der Urner Kantonalbank (UKB) an einer Medienkonferenz bekannt, dass die drei Zweigstellen Göschenen, Wassen und Seelisberg Ende März geschlossen werden, dass es in Bürglen, Erstfeld, Schattdorf und Flüelen ab Dezember kein Personal vor Ort mehr geben wird und dass die Neuausrichtung des Geschäftsstellennetzes bis ins Jahr 2021 mit einem Abbau von rund 15 bis 20 Vollzeitstellen verbunden sei.

Diese Strategie des Bankrats war auch ein Thema, das am FDP-Parteitag, beim anschliessenden Talk und beim Neujahrs­apéro diskutiert wurde. Unbestritten war bei den FDP-Mitgliedern, dass das Festlegen der Strategie allein Sache des Bankrats sei und dass die für den Bankrat geltenden Gesetze und Verordnungen eingehalten worden seien.

Regierung müsste konsultiert werden

Ein FDP-Vertreter wies am Parteitag aber auch auf die Eigentümerstrategie der UKB hin, die es in diesem Fall zu befolgen gelte. Diese halte unter anderem fest: «Der Bankrat konsultiert den Regierungsrat beziehungsweise die zuständige Direktion vor wichtigen strategischen Entscheiden und informiert diese über Vorkommnisse mit hoher strategischer Relevanz.»

Dass es sich bei der beschlossenen Neuausrichtung um einen solchen «wichtigen strategischen Entscheid» handle, war bei den FDP-Mitgliedern unbestritten. Kritik wurde viel mehr am Vorgehen der UKB geäussert. Finanzdirektor Urs Janett bestätigte im Rahmen des Talks, dass er einen Tag vor den Medien respektive eine Stunde vor Beginn der Regierungsratssitzung vom 11. Dezember über die konkreten Schliessungspläne informiert worden sei. «Wir haben einer Delegation des Bankrats bei einer kürzlich abgehaltenen Besprechung erklärt, dass man über dieses Vorgehen alles andere als glücklich gewesen sei und künftig eine andere Kommunikationspraxis wünsche», sagte Janett nach der Veranstaltung unserer Zeitung gegenüber.

Regierungsrat Urs Janett hält sich bedeckt

Zur Frage, weshalb der Finanzdirektor von den UKB-Verantwortlichen – nach der Kenntnisnahme der «überraschenden Botschaft» – keinen «Übungsabbruch» verlangt habe, wollte sich Janett nicht äussern. «Es liegen zwei parlamentarische Vorstösse mit verschiedenen Fragen rund um die UKB-Strategie auf dem Tisch des Regierungsrats. Ich möchte der regierungsrätlichen Antwort nicht vorgreifen», begründete Janett seine diesbezügliche Zurückhaltung. «Wir werden versuchen, die in den Vorstössen aufgeworfenen Fragen möglichst bald zu beantworten.»

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