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Der Walenbrunnen avanciert zum Bijou

Der Bach mit dem Namen Walenbrunnen ist auf seiner gesamten Länge von 3 Kilometern für 3 Millionen Franken in 3 Etappen revitalisiert worden. Den Grossteil der Kosten hat die Alptransit Gotthard AG übernommen.
Urs Hanhart
Alexander Imhof zeigt den Gästen, welche Tiere sich im Walenbrunnen finden lassen. (Bild: Urs Hanhart, Erstfeld, 15. Mai 2019)

Alexander Imhof zeigt den Gästen, welche Tiere sich im Walenbrunnen finden lassen. (Bild: Urs Hanhart, Erstfeld, 15. Mai 2019)

Der Vorsteher des Amtes für Umweltschutz Uri, Alexander Imhof, watete gestern mit Gummistiefeln im Walenbrunnen in Erstfeld herum. Mit einem sogenannten Kescher in der Hand versuchte er, Kleinstlebewesen einzufangen. Dies, um zu beweisen, dass die Revitalisierung des Fliessgewässers bereits erste Früchte trägt. Die genommenen Proben wurden anschliessend von Regierungsrätin Barbara Bär sowie Erstfelds Gemeindepräsidentin Pia Tresch und weiteren geladenen Gästen begutachtet. Tatsächlich wurde der Einsatz von Imhof von Erfolg gekrönt. Etliche Tierchen waren zu sehen. In einer Probe befand sich sogar ein ganz kleiner Fisch.

Im Kanton Uri sind in der Vergangenheit zahlreiche Bäche und Flüsse naturnah umgestaltet worden, so auch der Walenbrunnen zwischen Erstfeld und Schattdorf. Der einst monotone und stark belastete Meliorationsgraben wurde im Rahmen des Baus des Gotthard-Basistunnels von der Alptansit Gotthard AG sowie mit Unterstützung der Gemeindewerke Erstfeld und des Amtes für Umweltschutz zu einem vielfältigen Lebensraum für Flora und Fauna sowie einem eindrücklichen Landschaftsraum aufgewertet. Die Revitalisierung des Walenbrunnes wurde Ende 2018 weitgehend abgeschlossen. Gestartet worden war sie 2006 und in drei Bauetappen realisiert.

Ein Prunkstück für die Landschaft

«Der Walenbrunnen bildet heute ein wohltuendes Landschaftselement inmitten dieser durch Verkehr, Siedlung, intensive Landschaft, Gewerbe und Industrie geprägten Umgebung», sagte Umweltdirektorin Barbara Bär. «Er wird zu einem Naherholungsraum für die Bevölkerung und bietet zahlreichen Tieren und Pflanzen Lebensraum, der hier im Urner Talboden zur Mangelware geworden ist.» Es sei nicht übertrieben, den Walenbrunnen, wie er sich heute präsentiere, als kleines Prunkstück für die Natur und die Landschaft zu bezeichnen. Zu verdanken habe man dies der Alptransit Gotthard AG. Sie habe die Renaturierung mit viel Umsicht und unter Einbezug der verschiedensten Anliegen umgesetzt. Die Alptransit Gotthard AG kompensiert mit dem Projekt als sogenannte ökologische Ersatzmassnahme Eingriffe in Natur und Umwelt, die durch den Bau der offenen Strecke zum Gotthard-Basistunnel entstanden sind. Uri und die Gemeindewerke Erstfeld unterstützten die letzte Etappe, die sich von 2016 bis 2018 erstreckte, finanziell. Überdies wirkte das Amt für Umweltschutz bei der Planung und Umsetzung aktiv mit.

Vom Abwasserkanal zum Hingucker

«Die Urner Fliessgewässer sind weit mehr als eine Touristenattraktion, Entwässerungsvorfluter und Naherholungsgebiete», betonte Imhof. «Bäche und Flüsse nehmen auch wichtige Rollen im Klimahaushalt und in der Reinigungsleistung für unser Trinkwasser ein. Zudem sind sie Lebensraum von vielen, teils gefährdeten Pflanzen und Tieren.» Und ihr mitgeführtes Wasser diene als erneuerbare Energiequelle. All diese Funktionen und Nutzungen wolle der Kanton Uri bestmöglich vereinbaren und langfristig sicherstellen. Es gehe darum die Fliessgewässer dort, wo es möglich und wo der Gewinn für die Natur und Naherholung gross sei, möglichst naturnah zu gestalten. «Beim Walenbrunnen haben wir eine traurige Geschichte mit einem Happy End», sagte Imhof. Bei diesem Meliorationskanal sei der Lebensraum so gut wie zerstört gewesen. Lange sei er sogar als reiner Abwasserkanal genutzt worden. Dementsprechend bedenklich schlecht habe sich auch die Wasserqualität präsentiert. «Dank der Renaturierung ist der Walenbrunnen nun zu einem Bijou geworden, mit sauberem Wasser und viel Struktur für die Lebewesen», so Imhof.

Pia Tresch wies darauf hin, dass der Erstfelder Gemeinderat in Zusammenhang mit diesem Projekt einen Lernprozess durchgemacht habe. Die Vor- und Nachteile seien lange abgewogen worden. «Schliesslich ist der Gemeinderat zur Überzeugung gekommen, dass ein offenes Fliessgewässer für die Bevölkerung einen Mehrwert darstellt. Zudem sorgt die Renaturierung für einen wirksamen und zugleich natürlichen Hochwasserschutz. Alles in allem ist dieses Projekt eine gelungene Sache», so Tresch. Ganz ähnlich äusserte sich auch Peter Dittli, Geschäftsführer der Gemeindewerke Erstfeld, die 90 000 Franken an die letzte Etappe beisteuerten.

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