Interview

Deshalb musste sich der neue Generalsekretär der Urner Volkswirtschaftsdirektion keinen anderen Kandidaten stellen

Der neue Generalsekretär der Urner Volkswirtschaftsdirektion ist durch interne Beförderung gefunden worden. Die Stelle wurde nicht öffentlich ausgeschrieben. Regierungsrat Urban Camenzind nimmt Stellung.

Lucien Rahm
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Christian Raab wird neuer Generalsekretär der Volkswirtschaftsdirektion.

Christian Raab wird neuer Generalsekretär der Volkswirtschaftsdirektion.

Bild: PD

In der Bevölkerung hat die Sache zu reden gegeben: Der Regierungsrat hat kürzlich mitgeteilt, dass die Stelle des Generalsekretärs der Volkswirtschaftsdirektion per November neu besetzt wird (wir berichteten). Der Nachfolger des aktuellen Amtsinhabers Emil Kälin, der im Herbst vorzeitig in den Ruhestand treten wird, ist durch interne Beförderung bereits gefunden. Christian Raab, derzeit Vorsteher des Amts für Wirtschaft und öffentlichen Verkehr, wird Kälin als Generalsekretär beerben. Öffentlich ausgeschrieben wurde die Stelle somit also nicht. Gemäss dem kantonalen Personalreglement muss dies zwar in gewissen Fällen nicht geschehen. Das Vorgehen wurde aber gerade auch von der Politik schon kritisch hinterfragt. Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind erläutert den Entscheid.

Die Stelle des Generalsekretärs wird entsprechend den Bestimmungen im Personalreglement also durch interne Beförderung neu besetzt.

Urban Camenzind: Als Grundsatz für die Besetzung von Stellen beim Kanton Uri gilt, dass alle offenen Stellen auszuschreiben sind. Der Regierungsrat kann jedoch festlegen, in welchen Fällen auf eine Ausschreibung verzichtet werden kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Stelle durch Beförderung besetzt wird.

Welche Faktoren haben in diesem Fall für dieses Vorgehen gesprochen?

Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind

Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 16. Februar 2020)

Die Vorteile der internen Stellenbesetzung im vorliegenden Fall liegen auf der Hand: Wir pflegen eine sorgfältige Entwicklungsplanung für unsere Mitarbeitenden. Durch die frühzeitige Planung konnte Christian Raab fachlich auf die nächsthöhere Funktion fundiert vorbereitet werden. Dies hat den Aufbau von Kompetenzen und die Förderung von Netzwerken ermöglicht, die dem Kanton zugutekommen und auch längerfristig erhalten bleiben. Die Aussicht auf Entwicklungsschritte motiviert Mitarbeitende zu überdurchschnittlichen Leistungen und verhindert, dass fähige Mitarbeitende und Know-how-Trägerinnen und -Träger abwandern. Für den Regierungsrat hat für die hier zur Diskussion stehende interne Besetzung auch das Argument der Fairness gesprochen: Zeichnet sich eine interne Lösung ab, wäre es gegenüber weiteren Interessenten nicht fair, eine Stelle nur pro forma auszuschreiben. Eine Stellenbewerbung schafft bei der sich bewerbenden Person immer auch eine gewisse Erwartungshaltung und ist mit Hoffnung verbunden. Diese mit einer Alibiübung zu enttäuschen, wäre nicht korrekt.

Welche Eigenschaften und Qualifikationen bringt Christian Raab mit, die ihn für die Stelle geeignet machen?

Christian Raab kennt die Volkswirtschaftsdirektion und den Kanton sehr gut, er verfügt über die für die Stelle benötigten Kompetenzen und er hat präzise Vorstellungen von seinem Arbeitsplatz. Darüber hinaus konnten die Verantwortlichen der Volkswirtschaftsdirektion sehr genau abschätzen, dass Christian Raab zur vakanten Stelle passt. Durch die bereits vorhandenen Kenntnisse der betrieblichen Abläufe können zudem die Einarbeitungszeit verkürzt und Kosten gespart werden. Die interne Stellenbesetzung fördert zudem die Vernetzung innerhalb der Verwaltung.

Wie wurde die Neubesetzung von Kaderstellen in der Volkswirtschaftsdirektion in den vergangenen drei Jahren gehandhabt, wie viele Positionen wurden ausgeschrieben, wie viele durch Beförderung besetzt? Welchen Grundsatz verfolgen Sie hierbei?

Bei der Neubesetzung von Kaderstellen bei der Volkswirtschaftsdirektion sind wir in den letzten Jahren stets gemäss den dargestellten Überlegungen vorgegangen.

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