Die Abwassertarife gehen an der Urne baden

Nach dem überdeutlichen Nein zur Tarifordnung muss die Abwasser Uri AG über die Bücher. Und die SVP stellt bereits Forderungen.

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Wo gearbeitet wird, gibt es Abwasser. Doch die Urner sind mit der Preispolitik der Abwasser Uri AG nicht einverstanden. (Symbolbild Sven Aregger/Neue UZ)

Wo gearbeitet wird, gibt es Abwasser. Doch die Urner sind mit der Preispolitik der Abwasser Uri AG nicht einverstanden. (Symbolbild Sven Aregger/Neue UZ)

70,2 Prozent Nein: Die Urner haben die neue Tarifordnung der Abwasser Uri mit 6518 zu 2770 Stimmen deutlich bachab geschickt. Die Stimmbeteiligung betrug 37,14 Prozent. 19 der 20 Gemeinden erteilten den neuen Tarifen eine Abfuhr. Nur gerade in Realp resultierte ein Ja-Anteil (58,5 Prozent). Am deutlichsten abgelehnt wurde die Vorlage in Schattdorf (81,7 Prozent), Silenen (78,6), Wassen (78,3), Seedorf (77,4) und Unterschächen (77), am knappsten in Seelisberg (Nein-Anteil: 50,3 Prozent), Sisikon (51,6), Isenthal (51,6), Altdorf (59,8) und Gurtnellen (63,6).

Mangelnde Solidarität?
Die Vizepräsidentin der Abwasser Uri, Helen Simmen, nahm den Volksentscheid «mit Enttäuschung und Bedauern» zur Kenntnis. Bei den Abstimmungssiegern freute man sich über die Deutlichkeit des Resultats: «Das hat uns selber überrascht», sagte Gusti Planzer, Mitglied des Referendumskomitees. «Ob Strom, Benzin, Krankenkasse oder auch Abwasser: Die Urner haben die Nase voll von steigenden Tarifen und Preiserhöhungen. Wenn dem Bürger Tarife in einer gewissen Höhe versprochen werden, will er sich auch darauf verlassen können.»

Die Forderungen der SVP
Nach der erfolgreich verlaufenen Abstimmung verlangt das Referendumskomitee nun, dass die gestellten Forderungen aufgenommen werde. Konkret: «Die Mengengebühr darf maximal 1.44 Franken betragen, die Grundgebühr höchstens 45 Franken pro Person und Jahr. Zudem sind als Übergangsregelung die bis heute geltenden Tarife der jeweiligen Gemeinden zu erheben.» Nach dem deutlichen Nein stellt auch die SVP Uri Forderungen auf. Sie verlangt nun möglichst schnell eine Abwasserentsorgungsstrategie.

Bruno Arnold und Philipp Arnold

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neune Urner Zeitung.