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Das Urner Online-Magazin «Bergstimme» lanciert eine letzte Aktion

Die Skigebietsverbindung Andermatt-Sedrun ist in Betrieb. Auch vier Andermatter haben mit einer Online-Zeitung dafür gekämpft. Jetzt verschwindet diese – mit einem Video-Interview als Hommage an die «echten Macher».
Bruno Arnold
Mit dem Schneehüenerstock-Express konnte das letzte Puzzlestück der durchgehenden Skigebietsverbindung Andermatt–Sedrun eingefügt werden. (Bild: Keystone/Urs Flüelen (Oberalppass, 14. Dezember 2018))

Mit dem Schneehüenerstock-Express konnte das letzte Puzzlestück der durchgehenden Skigebietsverbindung Andermatt–Sedrun eingefügt werden. (Bild: Keystone/Urs Flüelen (Oberalppass, 14. Dezember 2018))

Am Anfang der «Bergstimme» standen Angst, Unzufriedenheit – und der Wille zu Transparenz. Vier Andermatter Gewerbetreibende, Astrid Nager Staub, Erich Nager, Sarah Keller und Kevin Obschlager, sahen Ende 2011 schwarz für die Zukunft des Tourismusorts. «Es gab zwei Lager», erinnert sich Astrid Nager Staub. Der Verwaltungsrat der Andermatt-Gotthard-Sportbahnen AG (AGS) habe den Aktionären in einem ersten Schritt nur Investitionen in das in finanzielle Schieflage geratene Skigebiet am Gemsstock schmackhaft machen wollen, erinnert sich Nager. «Erst danach sollte im Gebiet Nätschen-Gütsch investiert werden.»

Gegen eine Verbindung der Skigebiete Andermatt und Sedrun, aber auch gegen ein Engagement des interessierten international tätigen schwedischen Skigebietbetreibers Skistar hätten sich die AGS-Exponenten jedoch vehement gewehrt. «Es wurden Ängste vor der Abhängigkeit von den Schweden geschürt, Gigantismus kritisiert und der finanzielle Ruin prophezeit», erinnert sich Erich Nager.

Als Unruhestifter und Fantast abgekanzelt

«Wer sich aber – wie wir – gegen die AGS-Etappierungspläne und stattdessen für ein integrales Projekt mit gleichzeitigen Investitionen am Gemsstock und in die Skigebietsverbindung Andermatt–Sedrun einsetzte, der wurde als Unruhestifter, Nestbeschmutzer oder Fantast abgekanzelt», sagt Obschlager. «Die Leute im Dorf getrauten sich nicht zu wehren – wohl aus Angst vor wirtschaftlichen Konsequenzen. Sie machten lieber die Faust im Sack», mutmasst er. Und Sarah Keller ergänzt: «In den Urner Medien wurde über die Pläne der AGS völlig unkritisch berichtet.» Dass sich verschiedene Aktionäre gegen den AGS-«Alleingang» und für den gemeinsamen Weg mit Skistar einsetzten, sei kaum erwähnt worden. «Diese einseitige Kommunikation wollten wir nicht länger hinnehmen und auch dem zweiten Lager eine Stimme geben», betont Erich Nager. Ende 2011 wurde deshalb im Internet die «Bergstimme» aufgeschaltet, als «alternative Informationsquelle zu den bestehenden News-Portalen», so Nager.

«Uns ging es von Anfang an nur um die positive touristische Entwicklung von Andermatt», erklärt Astrid Nager Staub. «Wir wollten aber auch der Jugend Perspektiven ermöglichen.» Ziel der «Bergstimme» sei es gewesen, auch die Interessen und Argumente der Befürworter der Skigebietserweiterung öffentlich zu machen. Dies sollte von Anfang an transparent und kritisch, aber immer auch offen und fair geschehen», erklärt Obschlager.

«Entwicklungsmöglichkeiten für das touristische Angebot sahen wir in erster Linie im Ausbau der Verbindung über den Oberalppass hinweg. Wichtig erschien uns aber von Anfang an auch, ein Klumpenrisiko zu vermeiden und unterschiedliche Investoren zu Aktivitäten zu bewegen.»

Skistar hat von einem Engagement abgesehen. Dass sich die Befürchtungen der AGS trotzdem nicht bewahrheiteten, ist nach Ansicht der «Bergstimme»-Leute zwei Personen zu verdanken: Benno Nager, dem damaligen Masterplanverantwortlichen der Andermatt Swiss Alps AG von Samih Sawiris, und Peter Furger, der nach dem Skistar-Ausstieg als Gesamtprojektleiter für die Skigebietserweiterung ins Bott geholt werden konnte. «Ohne sie wäre das Projekt gestorben», glaubt Erich Nager.

Video-Interview zum Abschied

Mit der Inbetriebnahme der durchgehenden Skigebietsverbindung hat die «Bergstimme» ihr eigentliches Ziel erreicht. Doch bevor www.bergstimme.ch abgeschaltet wird, lancieren die vier Andermatter ihre letzte Aktion: ein Video-Interview, das Astrid Nager Staub mit Benno Nager und Peter Furger geführt hat. Die beiden schildern darin den Kampf um die Skigebietsverbindung, aber auch die künftigen Herausforderungen für die Skiarena Andermatt-Sedrun.

Kaltura-ID: 1_yml4d1j5 Kaltura-Embed-Code für Livingdocs-Komponente "Video Kaltura":

Wieso gerade diese beiden Interviewpartner? «Im Zusammenhang mit der Skigebietsverbindung schmücken sich viele Leute mit fremden Lorbeeren», sagt Astrid Nager Staub «Doch eigentlich sind Benno Nager und Peter Furger die echten Macher. Sie haben nach dem Skistar-Ausstieg die touristische Zukunft Andermatts forciert. Jetzt liegt es an uns Urschnern, das nicht ‹ds vertublä›, was sie damals aufgegleist haben.»

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