Die Bevölkerung hat es in der Hand, ob es weiterhin einen Dorfladen in Spiringen gibt

Nur mit vielen Genossenschaftern und häufigem Einkauf kann der Dorfladen in Spiringen realisiert werden.

Franz Imholz
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Samuel Gisler, Präsident der Arbeitsgruppe, erklärt, wie der Dorfladen Spiringen überleben soll.

Samuel Gisler, Präsident der Arbeitsgruppe, erklärt, wie der Dorfladen Spiringen überleben soll.

Bild: Franz Imholz (Spirigen, 7. Oktober 2020)

Spiringen sorgt sich um seinen Dorfladen. 140 Einwohner liessen sich vergangene Woche von der Arbeitsgruppe «Neuer Dorfladen Spiringen» über den aktuellen Stand informieren.

Nachdem Marco Hauger von der Feinbäckerei Hauger AG das Ladenlokal im St. Anton gekündigt hatte, startete im Mai 2020 die Gemeindeverwaltung Spiringen eine Umfrage zum Dorfladen, auf die noch bescheidene 45 Rückmeldungen eingingen. Doch nachdem sich darauf eine Arbeitsgruppe «Neuer Dorfladen Spiringen»bildete, kam weitere Bewegung ins Projekt.

Eine zweite Umfrage bei der Bevölkerung im Juli brachte schon über 150 Rückmeldungen und zeigte viel Bereitschaft, einer allfälligen Dorfladengenossenschaft beizutreten und auch den wöchentlichen Einkauf im neuen Dorfladen zu tätigen. Die Arbeitsgruppe hat das Projekt weiter vorangetrieben mit dem Ziel, den Dorfladen mit einem attraktiven Sortiment sowie integrierter Postagentur und kundenfreundlichen Öffnungszeiten zu erhalten.

Breite Abstützung durch Genossenschafter nötig

Samuel Gisler, Präsident der Arbeitsgruppe erklärte, was bisher geschah: Marco Hauger verlängerte den Betrieb des jetzigen Dorfladens bis Ende Dezember 2020. In sechs Sitzungen der Arbeitsgruppe wurden Gespräche, Abklärungen und Verhandlungen mit der Dorfladengenossenschaft Unterschächen, mit dem Eigentümer der Liegenschaft, mit Lieferant VOLG, mit der Post und mit interessierten Personen betreffend Betriebsführung getätigt. Der neue Dorfladen soll fast die doppelte Verkaufsfläche bieten. Lagerraum und Aufenthaltsbereich fürs Personal werden in der ehemaligen Bäckerei untergebracht. Die Vertreter der VOLG und der Post stehen einem neuen Dorfladen optimistisch gegenüberund auch der Eigentümer sei bestrebt, dass der Dorfladen erhalten bleibe.

Simon Gisler (Finanzen)zeigte auf, dass sich die Umbaukosten der Räume, das Inventar des Ladens, die Erstbestückung des Ladensortiments und ein Sicherheitsdepot aufgrund einer ersten Kostenschätzung von VOLG auf rund 450000 Franken belaufen. Er relativierte, dass es sich dabei um Höchstzahlen handle. Die Arbeitsgruppe sieht beispielsweise beim Inventar durchaus Sparpotenzial. Auch der Umfang und die Aufteilung der Umbaukosten ist noch nicht abschliessend geklärt.

Schlussendlich erinnerte Samuel Gisler die Spirgner, dass der Dorfladen nur finanziert werden kann, wenn möglichst viele Genossenschaftsanteilscheine gezeichnet werden. Mit einem Preis 250 Franken pro Anteilschein ist die Arbeitsgruppe aber überzeugt, dass dieser für einen Grossteil der Bevölkerung erschwinglich ist. Schliesslich soll der Dorfladen in der Gemeinde breit abgestützt und durch wöchentliche Einkäufe mitgetragen werden.

Samuel Gisler erwähnte, dass bereits Gespräche für die Betriebsführung geführt wurden. Bis heute hat die Arbeitsgruppe aber noch keine definitive Zusage erhalten.

Als nächstes muss nun die Finanzierung und die Betriebsführung geklärt werden. Anschliessend kann die Dorfladengenossenschaft gegründet und der Umbau vorangetrieben werden. Gemeindepräsidentin Esther Büeler sicherte die Unterstützung seitens der Gemeindeverwaltung zu.