Die Bürgergemeinde Seelisberg hat weiterhin ein Privileg

Der Engere Rat der Korporation Uri wollte Sonderrechte für die Gemeinde streichen. Eine Mehrheit im Korporationsrat sah dies aber anders.

Markus Zwyssig
Hören
Drucken
Teilen
Die abtretenden Allmendaufseher Karl Marty (links) und Josef Arnold (rechts) zusammen mit den neu gewählten Toni Gisler (Zweiter von links) und Thomas Walker.

Die abtretenden Allmendaufseher Karl Marty (links) und Josef Arnold (rechts) zusammen mit den neu gewählten Toni Gisler (Zweiter von links) und Thomas Walker.

Bild: Markus Zwyssig, (Altdorf, 28. Februar 2020)

An der Versammlung des Korporationsrats Uri im Altdorfer Rathaus sorgte am Freitag vor allem ein Traktandum für Diskussionen. Der Engere Rat der Korporation Uri und die Korporationsrätliche Prüfungskommis- sion beantragten, in der Verordnung über die Sonderallmenden einen Passus zu Seelisberg ersatzlos zu streichen. «Alle Bürgergemeinden sollen gleich behandelt werden», sagte Kurt Schuler, Vizepräsident der Korporation Uri. Dass nun aber der Nettoerlös aus dem Verkauf oder aus Baurechten auf der Sonderallmend zwischen der Korporation Uri und der Korporationsbürgergemeinde Seelisberg hälftig zu teilen sind, stelle ein Privileg dar. Dieses solle man aufheben.

Auch Stefan Jauch von der Prüfungskommission der Korporation sprach sich für eine Gleichstellung von Seelisberg mit allen anderen Bürgergemeinden aus. «Das bringt Klarheit für die Zukunft», sagte Jauch. Vehement gegen die Streichung sprach sich Korporationsrat Peter Truttmann aus Seelisberg aus. Die Unterstützung in der Höhe von zurzeit 3900 Franken sei für die Bürgergemeinde existenziell notwendig. Für die Korporation sei der Beitrag aber nicht so entscheidend. Die geplante Änderung sei ein absolutes No-Go. Enttäuscht zeigte sich Truttmann insbesondere darüber, wie wenig von Seiten der Korporation im Vorfeld über das anstehende Geschäft kommuniziert worden sei.

Kurt Schuler, Vizepräsident der Korporation Uri, meinte: «Es gilt, bei einem Mehraufwand den Bürgergemeinden zu helfen, wo Aufwendungen entstehen und nicht nach dem Giesskannensystem auszuschütten.»

In der Schlussabstimmung konnte Seelisberg aber den Sieg davon tragen. Mit 8 Ja und 21 Nein sprach sich eine deutliche Mehrheit dafür aus, die bisherige Regelung beizubehalten.

Korporation kauft Immobilien der Armasuisse

Mit 27 Ja zu 2 Nein sprach der Korporationsrat Uri 150000 Franken für den Erwerb von Immobilien von der Armasuisse. Gutgeheissen wurde ein Antrag von Toni Furger, Erstfeld, wonach der Engere Rat nach Vertragsabwicklung den Korporationsrat Uri ausführlich zu orientieren hat.

Lukas Wyrsch, Verwalter der Korporation Uri, zeigte auf, dass es sich um insgesamt 57 Objekte handelt. Als Filetstück bezeichnete Kurt Schuler den Heli-Hangar in Altdorf. Die Anlage ist umgeben von Korporationsgebiet. Es ist davon auszugehen, dass das Gebäude zu einem marktüblichen Preis an den Kanton oder die Gemeinde Altdorf vermietet werden kann. Der Standort ist sehr zentral. Die militärischen Helikopter müssen zukünftig den Hangar in Erstfeld benutzen.

Urner erhalten nochmals einen «Fyyfliber»

Einstimmig sprach der Korporationsrat Uri 100000 Franken für die Auszahlung des Korporationsnutzens 2019. Dadurch wird es den Korporationsbürgergemeinden möglich, den obligaten «Fyyfliber» fürs vergangene Jahr auszuzahlen. Im Herbst ist dann eine Seilbahnaktion geplant. Solche Bürgeraktionen sollen inskünftig die Auszahlen des Bürgernutzens ersetzen.

Einstimmig sprach der Korporationsrat Uri 90000 Franken für die Renovation der Dachwohnung im Verwaltungsgebäude der Korporation Uri. Lukas Wyrsch zeigte auf, dass die Dreieinhalb-Zimmer-Wohnung umfassend saniert werden muss. Die baulichen Massnahmen umfassen auch eine Vergrösserung der Wohnküche mit dem Wegfall der Wand zum angrenzenden Wohnzimmer.

Einstimmig gutgeheissen wurde die Alprechterteilung Gampelen und Stafel sowie Pachtlandzuteilung Oberfeld in den Gemeinden Bürglen und Schattdorf. Kommissionspräsident Robi Gisler, Altdorf, meinte, man habe eine gute Lösung gefunden, denn man gewähre nicht nur ein Vorkaufsrecht, sondern auch ein Vorpachtrecht. Vorausgegangen war dem Geschäft am Sonntag, 5. Mai, der Entscheid der Korporationsgemeinde auf dem Lehn in Altdorf, dass die Sonderallmenden Gampelen und Oberfeld aufgehoben und diese Gebiete in den Gemeinden Schattdorf und Bürglen zukünftig von der Korporation Uri verwaltet werden.

Mit der Alprechterteilung an drei Personen auf Gampelen und eine Person auf Stafel wird die bewährte Bewirtschaftung aus der Probephase gestützt auf das Alpkonzept fortgesetzt. Zudem werden zwei Pachtlandparzellen auf Oberfeld erteilt.

Der Korporationsrat beschäftigte sich an seiner gestrigen Sitzung auch mit Wahlen. Diese warfen keine Wellen und verliefen alle einstimmig.

Zwei Allmendaufseher werden neu gewählt

Mathias Baumann, Gurtnellen, Werner Walker, Silenen, Josef Schuler, Bürglen, wurden als Allmendaufseher bestätigt. Josef Arnold, Unterschächen, tritt zurück. Anton Gisler, Spiringen, wird sein Nachfolger. Auch Karl Marty, Altdorf, legt sein Amt nieder. Als Nachfolger wurde Thomas Walker, Altdorf, gewählt. Wiedergewählt wurde schliesslich auch Markus Infanger, Isenthal.