Die CVP ringt auch im Kanton Uri mit ihrem Namen

Die Streichung des C ist plötzlich wieder ein Thema. Die Parteipräsidenten in Uri, Ob- und Nidwalden nehmen Stellung.

Martin Uebelhart
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Die CVP -Delegiertenversammlung in Winterthur am Samstag, 23. April 2016. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Die CVP -Delegiertenversammlung in Winterthur am Samstag, 23. April 2016. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Walter Bieri, KEYSTONE

Innerhalb der «Christdemokratischen Volkspartei» denkt man schon länger über eine Namensänderung nach. Zu Jahresbeginn hat die Frage um das «C» wieder Fahrt aufgenommen. Auch in Uri, Obwalden und Nidwalden setzen sich die kantonalen Gremien langsam aber sicher mit dem Thema auseinander. Bei den Urnern steht die offizielle Diskussion noch bevor. «Wir haben die Frage des Parteinamens im Kantonalvorstand noch nicht besprochen», sagt Flavio Gisler, Präsident der CVP Uri auf Anfrage unserer Zeitung. «Ich finde es aber gut, dass man darüber spricht.» Er mutmasst, dass der Verzicht auf das «C» im Parteinamen gerade in den Stammlanden der CVP, zu denen Uri, Nid- und Obwalden gehören, vielleicht weniger ein Thema ist.

Bei der jüngeren Generation oder auch in reformierten und städtischen Gebieten hätten wohl mehr Leute ein Problem mit dem «Christlich» im Namen. «Wir werden jetzt zuerst im Parteivorstand anschauen, wie wir das Thema im Kanton Uri angehen wollen», so Gisler.

Junge müssen sich oft für das «C» rechtfertigen

Einem Wegfall des «C» stehen die jüngeren Parteimitglieder positiv gegenüber. Viele brächten das«C»mit der katholischen Kirche in Verbindung, wird Tobias Schilter, Präsident der Jungen CVP Uri, in der «Schweiz am Wochenende» zitiert (Ausgabe vom 4. Januar). «In Uri sorgt das besonders bei jungen Leuten immer wieder für Verwirrung.» In derselben Ausgabe sagt Cyrill Ettlin, Präsident der Jungen CVP Obwalden: «Als CVPler oder JCVPler kommt man immer wieder in die Situation, dass man das ‹C› im Namen erklären muss.» Umso mehr, als er «nicht unbedingt als wöchentlicher Kirchgänger» bekannt sei. «Für mich persönlich steht das ‹C› viel mehr für die christlichen Werte, mit denen die meisten von uns aufgewachsen sind.»

Ähnlich sieht dies offenbar auch die Nidwaldner Jungpartei. Man müsse nicht Kirchgänger sein, um Mitglied der Jungen CVP zu sein», findet Präsident Kevin Indelicato. «Viel mehr steht das ‹C› unter anderem für die christlichen Werte, für welche die CVP einsteht, für welche man sich nicht zu ‹schämen› braucht.» Persönlich glaubt er, dass der Name der CVP heutzutage veraltet sei, da man in der heutigen Gesellschaft die Partei vom Glauben trennen sollte. «Bei Gesprächen mit Freunden und Bekannten werde ich immer wieder darauf angesprochen, ob ich gläubig sei, da ich ja schliesslich in der JCVP bin», so Indelicato. Solche Gespräche hält er für überflüssig, da die Personen in der Partei nicht stellvertretend für den Glauben stünden, sondern viel mehr für die vermittelten Werte.

Meinung der Parteibasis soll ausgelotet werden

Die CVP Obwalden ist diesbezüglich schon einen Schritt weiter. Sie hat das Thema jüngst an einer Sitzung des Kantonalvorstands besprochen, wie Parteipräsident Bruno von Rotz auf Anfrage sagt. «Wir möchten über die Ortsparteien die Meinung der Parteibasis ausloten», sagt er. Bis Anfang April erwartet er die Rückmeldungen. «Anfang Juni diskutieren wir das Thema an einer Parteiversammlung», so von Rotz.

Letztlich gehe es um einen Meinungsbildungsprozess. «Ich schaue dieser Diskussion gelassen entgegen», hält er fest. «Es ist nicht eine Frage des Namens, letztlich sind es die Menschen, die dahinter stehen, welche die gemeinsamen Werte einer Partei tragen und so auch deren Politik bestimmen», ist er persönlich überzeugt. Und es komme auch auf jene Personen an, die in Kommissionen und Räten bis hinauf auf Bundesebene sässen. Inhaltlich werde sich an der Politik nichts ändern.

Dass eine mögliche Veränderung auch Unsicherheiten hervorrufe, könne er nachvollziehen, sagt Bruno von Rotz. «Ich bin schon lange dabei und es hat immer Leute gegeben, die diese Frage beschäftigt hat.» Er gehe nicht davon aus, dass die CVP dadurch gespalten würde.

Zentrale Werte dürfen nicht angetastet werden

Gar nicht so anders tönt es bei der Nidwaldner Kantonalpartei. Deren Präsidentin Therese Rotzer steht der Diskussion ergebnisoffen gegenüber, wie sie sagt. Allerdings unter der Voraussetzung, dass die zentralen Werte der Partei nicht angetastet werden. «Ich mache in dieser Partei mit, weil die christlichen Grundwerte einen grossen Stellenwert haben», betont sie. Über die Festtage, als das Thema wieder aufflammte, habe sie in Gesprächen positive Rückmeldungen erhalten. «Doch ich habe auch kritische Stimmen gehört.» Wichtig sei, dass man die Basis miteinbeziehe. In welcher Form macht sie auch davon abhängig, was die schweizerische Mutterpartei plant.