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Pfadiheim Uri: «Die Erwartungen sind hoch»

Romy Müller amtiert als ehrenamtliche Bauleiterin beim Projekt Pfadiheim Uri. «Ich möchte etwas für die Kinder und Jugendlichen in Uri tun, aber auch einen Raum für deren Entwicklung schaffen», sagt sie.
Romy Müller engagiert sich als ehrenamtliche Bauleiterin für das Pfadiheim Uri in Erstfelder Bärenboden. (Bild: PD, Erstfeld, Mai 2019)

Romy Müller engagiert sich als ehrenamtliche Bauleiterin für das Pfadiheim Uri in Erstfelder Bärenboden. (Bild: PD, Erstfeld, Mai 2019)

(pd/bar) Der Verein Neubau Pfadiheim Uri möchte im Bärenboden in Erstfeld gemeinsam mit allen sieben Urner Pfadiabteilungen und somit über 570 Kindern und Jugendlichen sowie unzähligen ehemaligen Pfadis das erste Pfadiheim in Uri bauen. Geplant ist nicht nur ein Zuhause für alle Urner Pfadis, sondern ein Kompetenzzentrum für Ausbildungskurse, ein barrierefreies Lager- und Kurshaus für Vereine und Schulen sowie Gruppen, die den Kanton Uri entdecken möchten. Das Pfadiheim soll 49 Schlafplätze zählen sowie über einen Saal für 80 bis 100 Personen und vier Gruppenräume verfügen. Im Interview spricht die ehrenamtliche Bauleiterin Romy Müller über den aktuellen Projektstand und die zu erwartenden Herausforderungen.

Wie steht es um das Projekt?

Romy Müller: Die Baueingabe ist planmässig erfolgt, seit dem 15. Mai stehen die Profile, und in den nächsten Tagen erwarte ich die ersten Devis vom Architektenteam. Anschliessend werden die Submissionsunterlagen an die Urner Unternehmen verschickt. Wir vergeben die Arbeiten im freihändigen Verfahren und freuen uns auf konkurrenzfähige und jugendfreundliche Angebote.

Welche Erwartungen haben Sie an die Urner Unternehmungen, welche an der Submission teilnehmen?

Das Pfadiheim Uri ist eine Herzensangelegenheit und ein Gemeinschaftswerk. Die Erwartungen des ehrenamtlichen Vorstandes sowie des Bau- und Finanzteams sind hoch. Wir möchten ein qualitativ gutes, zweckmässiges sowie nachhaltiges Bauvorhaben realisieren und dies zu einem guten Preis. Uns ist es ein Anliegen, mit Unternehmungen zusammen zu arbeiten, die unsere Philosophie teilen.

Was heisst «unsere Philosophie» für Sie?

Dem Verein geht es um Qualität und Identifikation mit dem Projekt. Es ist für uns wichtig, dass die Unternehmen mitdenken und gemeinsam an einem Strang ziehen. Wir wünschen uns, dass sie sich mit dem Projekt identifizieren und etwas für Kinder und Jugendliche in Uri schaffen möchten. Im Idealfall erkennen sie auch die Chance, die dieses Projekt für die Jugendförderung in ihrem eigenen Betrieb bietet. Es sollen sich möglichst viele Auszubildende daran beteiligen und mit dem Projekt wachsen.

Sie waren selber nie in der Pfadi. Weshalb engagieren Sie sich ehrenamtlich für dieses Projekt?

Ich bin im Januar 2019 auf die Ausschreibung des Vereins gestossen. Meine Nichte ist in der Pfadi, und ich bin überzeugt, dass sie dort sehr viel fürs Leben lernt. Sie berichtet jeweils mit sehr viel Freude von ihren Erlebnissen. Ihre Freude steckt an. Mit meinem Engagement möchte ich etwas für die Kinder und Jugendlichen im Kanton Uri tun, aber auch gemeinsam mit meinen Kollegen einen Raum für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen schaffen.

Weshalb braucht Uri ein Pfadiheim?

Kinder und Jugendliche brauchen Raum für ihre persönliche Entwicklung. Neben der Pfadi werden auch Schulen, Vereine und Organisationen das Lokal für Lager, Ausbildungen und Versammlungen nutzen können. Das Raumangebot ist spezifisch auf die Bedürfnisse von Ausbildungskursen, Schullagern und Versammlungen ausgerichtet. Wir haben viele wertvolle Rückmeldungen von Interessierten erhalten, die wir gerne prüfen und nach Möglichkeit einarbeiten.

Das Interesse an ihrem Projekt ist gross. Ist es einfach, allen Erwartungen und Ansprüchen gerecht zu werden?

Ich muss hier wohl eine Unterscheidung machen zwischen internen und externen Ansprüchen. Wir haben vereinsintern hohe Ansprüche an unsere Arbeit. So wie ich das nach den ersten Monaten im Team einschätze, sind wir alle perfektionistisch veranlagt. Das ist gut und herausfordernd. Wir bringen alle unterschiedliche Kompetenzen, Präferenzen und Erfahrungshorizonte mit. Einerseits trägt dies zu einer hohen Qualität der Arbeiten bei, anderseits ist dies sehr zeit- und ressourcenintensiv.

Welche Herausforderungen erwarten Sie persönlich in den kommenden Monaten?

Wir hoffen, dass wir in den nächsten Wochen die Baubewilligung erhalten und aus finanzieller Sicht unseren Point of no Return erreichen, der bei 900’000 Franken liegt. Wir realisieren das Vorhaben nur, wenn wir die Finanzierung sicherstellen können, sind aber nach wie vor überzeugt, dass wir das packen, denn die Vorzeichen stehen gut. Sobald die Baubewilligung vorliegt und die Finanzierung gesichert ist, können wir gemeinsam mit den Unternehmen an einen Tisch sitzen und schliesslich im Verein über die Vergabe entscheiden. Diese Entscheidung wird nicht einfach. Es gibt viele gute Unternehmungen in Uri.

Das klingt für einen Laien wie mich jetzt alles recht einfach und unkompliziert…

Die Submission ist nicht zu unterschätzen. Wir werden die Unterlagen zuerst intern im Bauteam prüfen und anschliessend eine Empfehlung zu Handen des Vorstands abgeben. Dieser prüft dann die einzelnen Angebote erneut und wird gemeinsam mit den Unternehmungen zusammensitzen, um schliesslich einen Entscheid treffen zu können. Dabei wird es Gewinner und Verlierer geben. Wir hoffen hier als Verein auf das Verständnis der Unternehmungen. Wir streben alle die beste Lösung für das Pfadiheim Uri an, das für uns eine Herzensangelegenheit ist.

Können sie bei der Realisierung Ihres Vorhabens auf die Unterstützung der Urner Pfadiabteilungen zählen?

Die aktiven Urner Pfadileiterinnen und -leiter investieren enorm viel Zeit, damit sie Kindern und Jugendlichen ein sinnvolles Freizeitangebot bieten können. Wir möchten ihre Ressourcen nicht überstrapazieren, planen aber bereits heute im Bauteam damit, dass kleinere Arbeiten durch einzelne Abteilungen im Rahmen einer Samstagnachmittagaktivität ausgeführt werden können. Ein Einbezug der Abteilungen stärkt die Identifikation mit dem Projekt. Noch stärker hoffen wir aber auf die ehemaligen Pfadis und Rover. Es heisst nicht umsonst «Einmal Pfadi – immer Pfadi». Im Bauteam prüfen wir, welche Arbeiten wir unter Umständen in Eigenregie umsetzen können.

Wann rechnen Sie persönlich mit der Eröffnung?

Das Pfadiheim soll an Ostern 2021 fertiggestellt sein. 2021 feiert die Pfadi Uri nämlich ihr 85-jähriges Bestehen.

Mehr Informationen zum Projekt Pfadiheim und zur finanziellen Unterstützung findet man unter www.pfadiheim.pfadi-uri.ch.

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