Die Hospentalerin Maria Christen gewinnt Premiere der «Chasing Cancellara-Andermatt Loppet»

An der «Chasing Cancellara-Andermatt Loppet» schafften es am Sonntag bei den Männern auch zwei Urner in die Top Ten.

Paul Gwerder
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Lokalmatadorin Maria Christen lief bei den Damen einem ungefährdeten Start-Ziel Sieg entgegen.

Lokalmatadorin Maria Christen lief bei den Damen einem ungefährdeten Start-Ziel Sieg entgegen.

Bild: Paul Gwerder (Andermatt, 12. Januar 2020)

Beim «Nordic House» in Andermatt starteten am Sonntag, 12. Januar, 74 Langläuferinnen und Langläufer zur ersten «Chasing Cancellara Winteredition». Bei Bilderbuchwetter und milden Temperaturen nahmen die Teilnehmer, unter denen sich auch ihr grosses Idol Fabian Cancellara befand, die 4,6 kilometerlange Rundstrecke, die es fünfmal zu absolvieren galt, in der freien Technik in Angriff. Die insgesamt 23 Kilometer Richtung Hospental und zurück konnten alleine oder in einer Zweier-Staffel in Angriff genommen werden. Die Zweierteams absolvierten die fünf Runden in zwei Blöcken à 3 und 2 Runden.

«Klar hätten wir gerne etwas mehr Sportler am Start gehabt, aber mir ist es lieber, können wir heute allen Teilnehmern optimale Bedingungen bei der Premiere anbieten», sagte Mediensprecher Simon von Allmen. Die Serie «Chasing Cancellara» ist eine Plattform für Radsportbegeisterte vom Anfänger bis hin zum Halbprofi. Sie bietet Fans und Freunden die einzigartige Möglichkeit, sich mit dem zweifachen Olympiasieger Fabian Cancellara in verschiedenen Rennformaten zu messen.

Fabian Cancellara war ein gefragter Interviewpartner.

Fabian Cancellara war ein gefragter Interviewpartner.

Bild: Paul Gwerder (Andermatt, 12. Januar 2020)

Ideale Trainingsform für Radsportler

«Für Radsportler ist Langlauf eine ideale Trainingsform in den Wintermonaten, um sich auf die kommenden Velorennen fit zu machen. Deshalb passt der Loppet perfekt in unsere Rennserie», erklärte die Radsportlegende Cancellara. Bereits im Juni 2018 gab es ein Radrennen im Rahmen der «Chasing Cancellara» von Disentis nach Andermatt, wobei es damals zwölf Hobbyfahrern gelang, das Ziel vor Cancellara zu erreichen.

In der Kategorie Single waren 5 Damen und 42 Herren am Start.

In der Kategorie Single waren 5 Damen und 42 Herren am Start.

Bild: Paul Gwerder (Andermatt, 12. Januar 2020)

In diesem Jahr, am 3. Juli, wird es wiederum in dieser Rennserie ein Eintagesrennen (Ultrafondo) von Bern nach Andermatt mit über 200 Kilometern und knapp 5500 Höhenmetern geben, wobei die Strecke über die Pässe Grimsel, Nufenen und Gotthard führen wird.

Von den fünf startenden Damen war die Hospentalerin Maria Christen klare Favoritin. Punkt 12 Uhr gab der Starter den Startschuss für die Sportlerinnen und Sportler, welche in der Kategorie «Single» am Start waren. Zwei Minuten später nahm der erste Läufer der Zweier-Teams das Rennen auf. Bei der ersten Zieldurchfahrt nach 9 Minuten und 40 Sekunden führte ein vierköpfiges Männerfeld die Spitze an, gefolgt von der ersten Frau, Maria Christen.

Danach musste die Lokalmatadorin die Männer leicht ziehen lassen und lief ihr eigenes Rennen bis ins Ziel, welches sie nach einer Zeit von 51 Minuten und 59 Sekunden erreichte. Nur gerade vier Männer waren schneller als die entfesselte Christen. Im Ziel sagte die Siegerin zum Speaker: «Für mich war das ein sehr schönes Rennen und zudem gleich noch ein gutes Training für die nächsten grösseren Wettkämpfe».

Der zweitbeste Urner, Erich Bricker, aus Spiringen beendete das Rennen auf dem 9. Platz.

Der zweitbeste Urner, Erich Bricker, aus Spiringen beendete das Rennen auf dem 9. Platz.

Bild: Paul Gwerder (Andermatt, 9. Januar 2020)

Unter den 35 Männern waren auch die beiden Urner Marcel Arnold (Altdorf) und Erich Bricker (Spiringen) am Start. Die Beiden zeigten einen starken Auftritt und Marcel Arnold kam rund sechs Minuten nach dem Sieger, Romain Golay, in einer Zeit von 55:11 Minuten ins Ziel. Nur eine Minute später tauchte Erich Bricker auf der Zielgeraden auf und er sagte im Interview: «Es war ein super Rennen in dieser wunderschönen Landschaft. Die sehr schnelle Strecke ist durch die Sonneneinstrahlung ziemlich glitschig geworden und deshalb musste ich darauf achten, technisch sauber zu laufen».

Bernhard Russis Ingwertee half Cancellara

Doppelolympiasieger Fabian Cancellara war froh, dass er trotz leichter gesundheitlicher Probleme doch noch im Rennen starten konnte. «Mein Freund Bernhard Russi hat mir mit einem feinen Ingwertee geholfen. Das Getränk war für mich recht wirksam», sagte der frühere Radprofi vor dem Start. Er entschloss sich kurzfristig, zusammen mit dem einheimischen früheren Biathleten Cyrill Russi in einem Zweier-Team mitzumachen.

Cancellara sagte, er sei glücklich, mit diesem Rennen den Menschen eine Freude bereiten zu können. «In meiner Heimat Bern stelle ich schon länger fest, dass der Langlaufsport wieder im Kommen ist.» Wegen Schneemangels konnte er in seiner Umgebung wenig trainieren. Dafür sei nun aber in Andermatt richtig Winter.

Fabian Cancellara (links) kam mit Cyrill Russi auf den 7. Rang.

Fabian Cancellara (links) kam mit Cyrill Russi auf den 7. Rang.

Bild: Paul Gwerder (Andermatt, 12. Januar 2020)

8 Minuten hinter Siegerduo aus Ennetbürgen zurück

Im Rennen kam Cancellara auf den 7. Rang und war damit zusammen mit seinem Partner Cyrill Russi 8 Minuten langsamer als das Siegerduo Manuel Blank und Martin Hürlimann aus Ennetbürgen. Sehr gut lief es auch für die Andermatter Max und Franz-Xaver Simmen, welche zwei Minuten schneller waren und auf den 5. Platz kamen.

Für Landrat Franz-Xaver Simmen war es ein fantastischer Tag: «Für mich ist der Langlaufsport ein guter Ausgleich zum Berufsleben und heute hatten Max und ich einen sehr guten Ski, denn das war auf dieser Strecke ausschlaggebend».