Die «Itrummläta» in Altdorf

Hunderte von Fasnächtlern trotzten am Mittwochabend dem Regen und feierten den Anbruch der Narrenzeit. Die «Itrummlätä» in Altdorf ist ein Event, der von originellen Einzelmasken lebt. Die Neue Urner Zeitung war mit der Videokamera dabei.

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Die «Itrummlätä» in Altdorf. Bild Angel Sanchez/Neue UZ)

Die «Itrummlätä» in Altdorf. Bild Angel Sanchez/Neue UZ)

Neulich in der Luftseilbahn: «Jetzä gad äs de los», sagt einer. «Jaaa», der andere, «bisch derbiä?» «Scho sicher. Diä fyyft Jaaräszyt! Jetzä gad äs de los.» 

Und los gings, gestern an der Bahnhofstrasse: Hunderte von Narren standen in Gruppen und gebärdeten sich sehr aufgeregt. Hier ein Blick unter die Fratze eines prächtigen Drachen mit funkelnden Nüstern - «die Batterie steckt im Helm», verrät einer der «Stinktyyflä» -; dort ein Raunen, als sich zwölf rote Gestalten nähern, auf den Köpfen das hell erleuchtete, rot geschmückte Chiläli vo Wassä. «Die Frauen haben viermal genäht, wir Männer drei Tage lang gebastelt», sagt Hugo Bossert, der unter einer der Masken steckt. «Ganz schön schwer, das Ding», sagt seine Frau Esther Zgraggen und lacht gedämpft unter der riesigen Maske. 

Dann wird gezählt, bei 25 fangen sie an zu zappeln, die «Maschgraadä», bei 10 ist es ein Sprechchor, bei 0 bricht ohrenbetäubender Jubel aus. Ein Aufschrei der Erleichterung durchbricht die Momente der Spannung, bevor der Trompetenschall erklingt. Die Kolonne setzt sich in Bewegung. Und was kommt, sind die Momente, auf die wir gewartet haben: Das unbändige Jauchzen zwischen den Takten. Die Flower-Power-Hippies, die leuchtende Blumen in die Dunkelheit säen, auch wenn sie von Zeit zu Zeit das Regenwasser von den Trommeln schütteln. 

Der Clown; strahlend klopft er einer alten Frau auf die Schulter: «Mamä, los zuä! Das isch si - yysäri Müüsig!» Feierlich-dumpf dröhnen die Pauken durch den Magen. Es folgen die gefürchteten Schellen der Drapolinge. Aber auch die Spassvögel, die mit Luftpauken statt Instrumenten spielen: «Wir sind halt bequem», sagt einer grinsend und prügelt seine imaginäre Pauke. Und am Schluss das schönste Bild: Eine melancholische Hexe mit Pauke - unter aufgespanntem Regenschirm.

Manuela Kalbermatten / Neue UZ