Die Kilbiausstellung in Isenthal findet doch statt

Die Isenthaler Ausstellung «Häimä – Bergheimet in ihrer Vielfalt und Tradition» geht weiter.

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Über 90 Bergheimetli zählt das Dorf Isenthal. Jedes hat eine eigene Geschichte. Auch das Gietisfluh Häimä.

Über 90 Bergheimetli zählt das Dorf Isenthal. Jedes hat eine eigene Geschichte. Auch das Gietisfluh Häimä.

Bild: PD
(pd/stp)

«40 Bergheimetli durften wir an der letztjährigen Kilbiausstellung vorstellen», wird Peter Gasser, Präsident der Kulturkommission Isenthal, in einer entsprechenden Mitteilung zitiert. Und weiter: «Doch es sind viel mehr.» Wer waren die Eigentümer von damals, wer sind die Bewirtschafter von heute? Was bedeuten die gut 90 «Häimä» oder «Heimetli» für das Urner Seitental?

«Das Interesse an der letztjährigen Häimä-Ausstellung war enorm», zeigt sich Gasser erfreut. «Die 200 dokumentarischen Broschüren ‹Häimä› verkauften sich wie frische Weggli. Sie waren innerhalb einer Woche verkauft.»

Kurzvideo zu jedem «Häimä»

Die diesjährigen Ausstellungstafeln und Kurzfilme erzählen vom Leben der Bauernfamilien. Es sind prägnante Texte, erstmalig gezeigte Fotos, die die Kulturkommission ausgeliehen bekam oder selbst knipste.

Erstmalig sind auch die Kurzvideos zu jedem «Häimä». Die beiden in Isenthal aufgewachsenen Brüder Markus und Felix Aschwanden haben sie gedreht und gemeinsam die Tafeln gestaltet. Die Ausstellung zeigt die Betriebe heute, auch interessante Veränderungen zu früher. Die Berglandwirtschaft ist ein gewaltiges Generationenwerk. Es waren Bauernfamilien, die aus Überlebenswillen und mit viel Geschick eine reiche, vielfältige Kulturlandschaft geschaffen haben. Doch der Alpenraum, die Berglandwirtschaftsbetriebe stehen unter Druck. Technische Errungenschaften, Direktzahlungen und neue Ansprüche auch der urbanen Bevölkerung haben das Leben im Tal verändert. Regional- und Agrarpolitik passen laufend die Parameter an. Nicht nur Einzelbetriebe – auch die Dorfgemeinschaft – ist herausgefordert. Isenthal kämpft deshalb auch mit touristischen und kulturellen Mitteln für mehr Wertschöpfung. Und damit auch gegen die Abwanderung.

Auf Kilbisamstag wird verzichtet

Ein grosser Teil der Ausstellung wurde vor dem Shutdown erarbeitet. Muss nun coronabedingt die Kilbi 2020 ins Wasser fallen? Oder gibt es andere Möglichkeiten, der Bevölkerung und den Gästen ein Kilbierlebnis zu bieten?

Diese Frage mussten sich auch die Musikgesellschaft Isenthal und die Dorfgaststätten stellen. «Wir verzichten zwar am Kilbisamstag auf eine Vernissage», erklärt Peter Gasser. «Doch aus Sicherheitsgründen setzen wir analog den Restaurants ein Schutzkonzept um.» – Und Ruedi Bissig ergänzt: «Dieses Jahr müssen wir auf den Barbetrieb und aufs «Bedälä und Cheibä» am Freitag- und Samstagabend verzichten. Trotz der anhaltenden Krise hofft man auf eine baldige Beruhigung. Denn 2021 feiert Isenthal gleich zwei Jubiläen: die Abkurung im Jahr 1621 von Seedorf. Seit 400 Jahren entwickelte sich das Tal zur heutigen eigenständigen Gemeinde. Ferner gedenkt man der Einweihung der neoklassizistischen Kirche St.Theodul vor 200 Jahren. Das kirchliche Gedenken mit Prozession findet an Fronleichnam statt. Die Jubiläums- und Jahrhundertfeier wird an der Kilbi 2021 gefeiert. Zur Vernissage des neuen Gemeindebuchs und der Ausstellung werden Bevölkerung, Unterstützer und Partnergemeinden eingeladen.