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Altdorfer Operette: Die Kleinsten kommen am grössten raus

Die Operette «Der fidele Bauer» überzeugt das Publikum mit viel Abwechslung und Details.
Florian Arnold
Die Schweizer Familie reist nach Berlin. (Bild: Urs Hanhart)Die Schweizer Familie reist nach Berlin. (Bild: Urs Hanhart)
Das ganze Ensemble steht auf der Bühne. (Bild: Urs Hanhart)Das ganze Ensemble steht auf der Bühne. (Bild: Urs Hanhart)
In Berlin treffen zwei Welten aufeinander. (Bild: Urs Hanhart)In Berlin treffen zwei Welten aufeinander. (Bild: Urs Hanhart)
Ein Schweizer (Reto Bugmann alias Vinzenz) und ein Deutscher (Lukas Schmid alias Horst) streiten sich. (Bild: Urs Hanhart)Ein Schweizer (Reto Bugmann alias Vinzenz) und ein Deutscher (Lukas Schmid alias Horst) streiten sich. (Bild: Urs Hanhart)
Die Skulptur «Die Weisheit» wird «bestaunt». (Bild: Urs Hanhart)Die Skulptur «Die Weisheit» wird «bestaunt». (Bild: Urs Hanhart)
Stefan zeigt ein Foto seiner Verlobten. (Bild: Urs Hanhart)Stefan zeigt ein Foto seiner Verlobten. (Bild: Urs Hanhart)
Stefan (Timothy Löw) verabschiedet sich von seiner Schwester (Louise Gnos). (Bild: Urs Hanhart)Stefan (Timothy Löw) verabschiedet sich von seiner Schwester (Louise Gnos). (Bild: Urs Hanhart)
An der Chilbi ist viel los. (Bild: Urs Hanhart)An der Chilbi ist viel los. (Bild: Urs Hanhart)
Moderne Kunst in Berlin. (Bild: Urs Hanhart)Moderne Kunst in Berlin. (Bild: Urs Hanhart)
Der fidele Bauer (Roman Walker) spricht mit dem jungen Vinzenz (Moritz Raab). (Bild: Urs Hanhart)Der fidele Bauer (Roman Walker) spricht mit dem jungen Vinzenz (Moritz Raab). (Bild: Urs Hanhart)
Stefan (Timothy Löw) mit seiner Verlobten Friederike (Monika Nünlist). (Bild: Urs Hanhart)Stefan (Timothy Löw) mit seiner Verlobten Friederike (Monika Nünlist). (Bild: Urs Hanhart)
Der fidele Bauer Zachi alias Roman Walker. (Bild: Urs Hanhart)Der fidele Bauer Zachi alias Roman Walker. (Bild: Urs Hanhart)
Die Familie reist nach Berlin. (Bild: Urs Hanhart)Die Familie reist nach Berlin. (Bild: Urs Hanhart)
Zu Beginn des Stücks wird «ganknet». (Bild: Urs Hanhart)Zu Beginn des Stücks wird «ganknet». (Bild: Urs Hanhart)
Viel Trubel auf Altdorfs Strassen. (Bild: Urs Hanhart)Viel Trubel auf Altdorfs Strassen. (Bild: Urs Hanhart)
Der fidele Bauer Zachi (Roman Walker) mit dem kleinen Heiräli (Theo von Büren). (Bild: Urs Hanhart)Der fidele Bauer Zachi (Roman Walker) mit dem kleinen Heiräli (Theo von Büren). (Bild: Urs Hanhart)
Auf der Oberplangg ist viel los. (Bild: Urs Hanhart)Auf der Oberplangg ist viel los. (Bild: Urs Hanhart)
Regisseurin Franziska Dahinden als Lili mit Sohn Heiräli (Theo von Büren), der fidele Bauer (Roman Walker) und deren Tochter Myyli. (Bild: Urs Hanhart)Regisseurin Franziska Dahinden als Lili mit Sohn Heiräli (Theo von Büren), der fidele Bauer (Roman Walker) und deren Tochter Myyli. (Bild: Urs Hanhart)
Ein gutes Trio: Beat Widmer, Sepp Ziegler und Richard Gisler. (Bild: Urs Hanhart)Ein gutes Trio: Beat Widmer, Sepp Ziegler und Richard Gisler. (Bild: Urs Hanhart)
In einer Altdorfer Beiz kommt es zur Schlägerei. (Bild: Urs Hanhart)In einer Altdorfer Beiz kommt es zur Schlägerei. (Bild: Urs Hanhart)
Zwei Tagelöhner treffen auf eine Gruppe junger Mädchen. (Bild: Urs Hanhart)Zwei Tagelöhner treffen auf eine Gruppe junger Mädchen. (Bild: Urs Hanhart)
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«Der fidele Bauer» feiert Premiere

Fulminant, abwechslungsreich, musikalisch stark, unterhaltsam, humorvoll: Die Premiere der Operette «Der fidele Bauer» vom vergangenen Samstag rief beim Publikum sehr positive Reaktionen hervor. Eine motivierte Gruppe auf und hinter der Bühne, ein sauber übersetzter und angereicherter Text, ein paar träfe Sprüche, Kinder und Jugendliche die für den «Jööh-Effekt» sorgen und ein humorvolles Bühnenbild: Das sind die Erfolgsfaktoren der Musikbühne Uri. Und natürlich zählt auch eine hohe musikalische Qualität dazu.

Gesang auf hohem Niveau

Das 20-köpfige Orchester unter der Leitung von Hanes Zwyssig sorgt für ein einwandfreies Fundament. Hinzu kommen die Gesangssolisten, die durchs Band auf hohem Niveau singen. Besonders beeindruckend ist die Leistung von Roman Walker, der für den erkrankten Tom Schmid eingesprungen ist und in weniger als einem Monat die Rolle des fidelen Bauers Zachi einstudiert hat.

Walkers warmer Bariton hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Dazu gesellen sich die Profistimmen von Reto Bugmann als Vinzenz (bekannt aus der Sendung «Die grössten Schweizer Talente»), Timothy Löw als Stefan sowie von Regisseurin Franziska Dahinden, die selber in die Rolle der alleinerziehenden Mutter Lisi schlüpft. Den auswärtigen Unterstützern verzeiht man es, dass der Urner Dialekt nicht immer authentisch klingt – was aber auch sympathisch rüber kommt und keineswegs stört.

Eigentlich soll der Sohn ein Pfarrer werden

Das Stück beginnt auf der Alp Oberplangg. Vier Frauen sind mit «Anknä» beschäftigt und tauschen miteinander Klatsch und Tratsch aus. Dabei fehlt es nicht an träfen Sprüchen. Eines der wichtigsten Gesprächsthemen: Stefan, der Sohn des verwitweten Bauern Zachi, ist auf dem Sprung zum Theologie-Studium in Chur. Mit einem grossen Fest wird er verabschiedet.

10 Jahre später – es ist gerade Chilbi in Altdorf – kehrt Stefan, der den Kontakt mit seiner Familie zwischenzeitlich abgebrochen hat, wieder in seine Heimat zurück. Allerdings nicht als Pfarrer, wie dies vorgesehen war, sondern als verlobter Arzt, der in Berlin wohnt. Dass ihn seine Familie in der Hauptstadt Deutschlands besuchen kommen möchte, findet er allerdings keine so gute Idee. Das missfällt dem jungen Vinzenz, der auf Stefans Schwester Myyli steht und einen Überraschungsbesuch einfädelt. Als die Familie schliesslich in der noblen und mit moderner Kunst ausgestatteten Villa in Berlin ankommt, prallen zwei Welten aufeinander.

Geschichte ist etwas verstaubt

Die etwas seichte Geschichte, die trotz vieler zusätzlicher Modernisierungselemente nicht ganz vom Menschenbild des vorigen Jahrhunderts wegkommt, birgt doch auch einige emotionale Momente. Etwa wenn sich der kleine Heiräli (Theo von Büren), der uneheliche Sohn der Alleinerziehenden Lisi, auf die Suche nach einem Vater macht. Herzzerreissend, wenn er ins Publikum fragt, ob es denn jemanden gäbe, der seine Mutter heiraten könnte – damit auch er endlich Geld fürs Karussell und den «Hau den Lukas» an der Chilbi habe. Auch sonst zieht der Dreikäsehoch zusammen mit den anderen Kindern und Jugendlichen auf der Bühne viel Aufmerksamkeit auf sich. Wie so oft gilt auch für diese Produktion: Die Kleinsten kommen ganz gross raus.

Heiräli ist nicht auf den Mund gefallen und muss zuweilen von seiner Mutter gebremst werden («är isch suscht ä aständigä»). Dieser und andere «Running Gags» werden nicht zu selten bedient – genau so einige Klischees wie «typisch Schweiz» und «typisch Deutschland». Fragen darf man sich, ob es nicht auch ohne Ohrfeigen- und Schlägerei-Szenen gegangen wäre.

Beim Bühnenbild schimmert Humor durch

Für viel Schmunzeln sorgt das Bühnenbild, das hauptsächlich auf Projektionen basiert. Dazu gibt es eine grosse Leinwand im Hintergrund und zwei kleinere links und rechts der Bühne. Eingeblendet werden allerdings nicht statische Bilder, sondern aufwendig animierte Grafiken, die der 85-jährige Autodidakt Kurt Dahinden gestaltet hat. Er lässt dabei seinen ganz eigenen Humor durchschimmern. Hinzu kommen einige sorgfältig ausgewählte Requisiten auf der Bühne wie etwa das Kunstwerk namens «Die Weisheit».

Ein grosses Lob verdient die Textfassung in Urner Mundart, an der Franziska Dahinden und Josef Arnold-Luzzani gearbeitet haben. Besonders die Liedtexte sind sorgfältig übersetzt und angereichert worden. Sie nehmen den originalen Sprachrhythmus präzise auf. Daneben kommen lokale musikalische Elemente hinzu wie etwa das Urner Lied «Oh jesses nei, Herr Pfarrer!» oder eine eigens getextete Version von «Meitäli, wenn dü witt go tanzä».

Über 100 Personen arbeiten mit

Das OK unter der Leitung von Ständerat Isidor Baumann mit Silvia Planzer, Margret Wipfli, Georg Epp, Wisu Kempf und Franziska Dahinden kann stolz sein auf das Geleistete. Alles in allem sind über 100 Personen an der Produktion beteiligt: 65 auf der Bühne, gut 20 unsichtbare Helfer, und die 20 Musiker im Orchestergraben.

Etwas Kummer bereitet den Organisatoren derzeit noch die Sperrung der Axenstrasse. Nach der Wiedereröffnung hofft man auf noch mehr auswärtige Gäste. Zurzeit sind rund 50 Prozent der Plätze verkauft.

Tickets für die Operette «Der fidele Bauer» im Theater Uri in Altdorf gibt es bei der «Urner Zeitung», Höfligasse 3, Altdorf, bei der Uri Tourismus AG, bei den Postfilialen, unter www.theater-uri.ch oder an der Abendkasse.

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