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Volksmusikfestival Uri: Die Krux mit der Etikette sorgt für Diskussionen

Am Volksmusikfestival gibt es Musik in einer grossen Bandbreite zu hören. In eine Schublade stecken lassen sich Musiker nicht gerne. Oft ist es aber ein notwendiges Übel, wie an einem Netzwerktreffen deutlich wurde.
Markus Zwyssig
Volksmusik ist Generationen übergreifend: Offene Stubetebühne beim Restaurant Schützmatt. (Bild: Manuela Jans Koch (Altdorf, 19. Mai 2018))

Volksmusik ist Generationen übergreifend: Offene Stubetebühne beim Restaurant Schützmatt. (Bild: Manuela Jans Koch (Altdorf, 19. Mai 2018))

Von urchig bis experimentell: Am Volksmusikfestival in Altdorf wird im Theater Uri, im «Schlüssel»-Saal, im Restaurant Schützenmatt und im Festzelt auf dem Lehn ausgiebig musiziert. Das Festival dauerte heuer zwar nur noch eineinhalb Tage (siehe Box). Trotzdem bot Markus Brülisauer, Leiter im Haus der Volksmusik und Festivalverantwortlicher, eine äusserst breite Palette an Volksmusikstilen aus der ganzen Schweiz.

Am Festival wird aber nicht nur Musik gemacht. An einem nationalen Netzwerktreffen wurde angeregt über die Etikettierung der Volksmusik in den ­Medien diskutiert. «Die Musiker lassen sich nicht gerne in eine Schublade stecken», stellte Musikwissenschafter Dieter Ringli fest. «Als Wegweiser zur Orientierung, vor allem für ein wenig fachkundiges Publikum, sind Etiketten aber durchaus nützlich.» Ein Veranstalter müsse beschreiben können, was es bei einem Konzert zu hören gebe, erklärte Ringli. Er setzte die Volksmusik ins Spannungsfeld zwischen Nostalgie, Kunst und Erlebnis.

Bandella di Bedano | Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 19. Mai 2018)
Roothuus Gonten | Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 19. Mai 2018)
Volksmusik ist generationenübergreifend: offene Stubetebühne beim Restaurant Schützenmatt. | Bild: Manuela Jans-Koch (Altdorf, 19. Mai 2018)
Roothuus Gonten | Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 19. Mai 2018)
Follchlore | Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 19. Mai 2018)
| Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 19. Mai 2018)
MelosMontis | Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 19. Mai 2018)
Ungerwäx | Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 19. Mai 2018)
MelosMontis | Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 19. Mai 2018)
Ungerwäx | Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 19. Mai 2018)
Roothuus Gonten | Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 19. Mai 2018)
Roothuus Gonten | Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 19. Mai 2018)
Bandella di Bedano | Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 19. Mai 2018)
Roothuus Gonten | Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 19. Mai 2018)
Lorenz Mühlemann (links) und David Joss | Bild: Manuela Jans-Koch (Altdorf, 19. Mai 2018)
Handorgelduo Betschart-Müller | Bild: Manuela Jans-Koch (Altdorf, 19. Mai 2018)
Alpine Tänze & Geschichten: EIGETS Programmgestaltung: Christian Schmid. | Bild: Manuela Jans-Koch (Altdorf, 19. Mai 2018)

17 Bilder

Volksmusikfestival in Altdorf

«Jeder findet, seine Musik komme zu wenig im Radio»

Alexander Dal Farra, Geschäftsführer von Radio Tell, betreibt einen Spartensender, der ausschliesslich Volksmusik spielt. «Bei Radio Tell geht es nicht um Politik, wir spielen einfach Musik fürs Volk.» Radio SRF Musikwelle hat mehr als 400000 Hörer. «Wir widmen uns vor allem der Nostalgie, sind aber vom Programm her breit aufgestellt», so Moderator Sämi Studer. Obwohl sich der Sender auf Schlager und Volksmusik konzentriert, weiss er, wie schwierig es ist, ein Programm für ein grosses Publikum zu machen. «Jeder findet, seine Musik komme zu wenig am Radio», so Studer.

Johannes Rühl, musikalischer Leiter des internationalen Musikfestivals Alpentöne, hält nicht viel von Schubladen. «Bei einem Festival mit mehr als 30 Konzerten und ganz unterschiedlichen Künstlern kommen wir aber, ob wir wollen oder nicht, um Etiketten nicht herum.» Eher schwierig einzuordnen ist die Musik von Ils Fränzlis da Tschlin. Für Musikerin Madlaine Janett hat das auch einen Vorteil: «Wir werden auf vielen Sendern im Radio gespielt, manchmal sogar auf SRF 3.» Musiker Alois Gabriel bezeichnet Volksmusik vor allem als Kulturgut. Dazu müsse man Sorge tragen. Markus Brülisauer findet, die Volksmusik sei derart vielfältig, dass sie mit Begriffen gar nicht beschrieben werden könne. Die Musikhörer dürften sich von Bezeichnungen nicht täuschen lassen. Vielmehr geht es für ihn um einen konstruktiven und lockeren Umgang mit dem Kulturerbe.

Einig war man sich in der Runde, dass die Volksmusik heute besser akzeptiert werde. «Früher war es für junge Menschen tabu, Volksmusik zu spielen», so Ringli. Moderator Köbi Gantenbein lobte die Arbeit der Musikschulen. «Volksmusik hat einen grossen Stellenwert bei den Jungen.» In bester Erinnerung ist ihm ein Erlebnis bei einem früheren Festival. «Kinder hatten ihre Schwyzerörgeli exakt in einer Reihe aufgebaut. Die waren mindestens so stolz wie die Rolling Stones vor ihrem Auftritt.»

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