Die LKW-Lobby verärgert Uri

Nach dem Fels­sturz bei Gurtnellen will der Nutzfahrzeug­verband Astag mit brisanten Vorschlägen einen Kollaps am Gotthard verhindern. In Uri hält man davon gar nichts.

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Der Astag ist überzeugt, dass sich langfristig der Bau einer zweiten Gotthardröhre aufdrängt. (Bild: Keystone)

Der Astag ist überzeugt, dass sich langfristig der Bau einer zweiten Gotthardröhre aufdrängt. (Bild: Keystone)

Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband Astag prophezeit für die ­kommenden Wochen ein Chaos im Nord-Süd-Verkehr. Grund für diese Befürchtung ist die Sperrung der Gotthard-Bahnstrecke, welche mindestens vier Wochen dauern wird. Da die übrigen Bahnstrecken über die Alpen nicht in der Lage seien, den Gotthardverkehr zu schlucken, werde es eine Verlagerung auf die Strasse geben, sagt die Astag. Betroffen davon sei insbesondere die A 2 durch Uri. Astag-Zentralpräsident Adrian Amstutz erwartet «erhebliche Probleme in den nächsten Wochen, die in der Ferienzeit bis zum Kollaps führen könnten». Um diesen abzuwenden, fordert die Astag eine ganze Reihe von Notmassnahmen, welche alle darauf abzielen, die Regeln für den Transitverkehr auf der Strasse zu lockern.

44-Tönner durch den Gotthard?

So fordert die Astag unter anderem pauschale Nachtfahrtbewilligungen, eine Erhöhung der Gewichtslimite von 40 auf 44 Tonnen, eine Bevorzugung des Schwerverkehrs und die Aufhebung von Fahrverboten auf Zubringerstrassen in Uri und im Tessin. Langfristig dränge sich zudem der Bau einer zweiten Gotthardröhre auf.

Uri: Nachtfahrverbot ist tabu

In Uri hält man nichts von diesen Forderungen. «Das Nachtfahrverbot ist eine Errungenschaft, an der es nichts zu rütteln gibt», sagt der Urner Regierungsrat Markus Züst. Die Astag möchte ihre Forderungen zwar nur während der Dauer der SBB-Sperrung umgesetzt haben, doch Züst befürchtet einen Präzedenzfall. Zudem sei die Verkehrssituation trotz Sperrung gar nicht dramatisch. Dies bestätigt auch der Bund, der drastische Massnahmen zurzeit nicht für nötig hält.

Robert Knobel

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