Mariengrotte in Wassen erhält den Segen

Trotz nasskaltem Wetter feierten 62 Personen die Einweihung der neuen Marienstatue und der neu gestalteten Grotte Schanz in Wassen.

Georg Epp
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Nächstes Jahr wird sie 100 Jahre alt, doch dieses Jahr feiert sie zuerst ihre Neugestaltung: die Lourdes-Mariengrotte in der Schanz am alten Sustenweg in Wassen. Die hölzerne Marienstatue war in einem desolaten Zustand, sie war morsch und hätte nur mit sehr hohem Aufwand restauriert werden können. Darum haben sich Initianten mit Gemeindeschreiber Iwan Stampfli an der Spitze entschlossen, sie zu ersetzen, und die ganze Mariengrotte neu zu gestalten. Kurzerhand gründete man im Oktober vergangenen Jahres die IG Marien-Grotte Schanz und freute sich, innert kurzer Zeit 55 Mitglieder zu begeistern.

Pfarrer Daniel Krieg und Iwan Stampfli bei der Einsegnung der neuen Marienstatue.

Pfarrer Daniel Krieg und Iwan Stampfli bei der Einsegnung der neuen Marienstatue.

Bild: Georg Epp (Wassen, 30. August 2020)

Der Vorstand wurde wie folgt gewählt: Präsident Iwan Stampfli, Kassierin Maria Baumann, Sekretär Bruno Fuchs und Bauchef Kobi Zgraggen. Begeistern liess sich auch der Verein Sprungbrett, der Arbeitslosen den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtert. Geschäftsleiter Dave Knecht fertigte mit seinen Mitarbeitern die Sitzbänke in der Grotte und den kleinen Mehrzweckbau daneben in Form eines Kirchleins. Abfalleimer, Kerzen und Briefkasten für Anliegen sind im steinernen Mehrzweckbau integriert. Mehr oder weniger per Zufall wurde die IG auf eine Marienstatue aus dem Inventar der Kirchengemeinde Wassen aufmerksam gemacht. Diese lagerte seit Jahren im Estrich der Wassner Kirche und passte perfekt in die Grotte.

Die Geschichte seit 1921

Iwan Stampfli freute sich am vergangenen Sonntag 62 Gäste, Gönner und IG-Mitglieder im Ferienhaus Schanz zur Einweihung der neuen Marienstatue und der neugestalteten Grotte zu begrüssen. Er zitierte alt Bundesrat Ogi mit dem Spruch «Freude herrscht» und meinte «sogar Petrus vergiesst heute Freudentränen». Speziell begrüsste er unter anderen Pfarrer Daniel Krieg, der den besinnlichen Ort unter den Machtschutz Gottes stellte. Kulinarisch begrüsst und familiär bewirtet wurden die Gönner und Gäste durch Heidi und Bruno Fuchs-Regli, dem Leiterpaar im Ferienhaus. Bruno Fuchs recherchierte die Geschichte der Marien-Grotte bis ins letzte Detail zusammen mit Markus Gamma-Kalbermatter. Markus Gamma war auch der älteste Teilnehmer und Erschaffer der Hinweistafeln zur Grotte.

Im Jahre 1913 eröffnete die Firma Regli & Loretz den Steinbruch in der Schanz. Im Jahre 1914 baute Josef Regli das Schanzhaus einerseits als Arbeiterunterkunft und andererseits als Wohnung für sich. Im Herbst 1921 wurde die Mariengrotte auf der Schanz, in der Nähe des Schanzhauses, eingeweiht. Die Geschwister Loretz hatten sie gestiftet, heisst es im Buch «Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri» von Thomas Brunner. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass italienische Arbeiter die Idee einer Grotte hatten oder sie zumindest unterstützten. Für sie war die Grotte ein wichtiger Ort, nach und nach kamen auch die Wassner an den bekannten Ort der Kraft. Bis in die 1980er-Jahre kümmerten sich die jeweiligen Eigentümer der Schanz um die Mariengrotte danach Personen aus dem Dorf und zuletzt Martha Zgraggen-Baumann. In den 1960er- und 1970er-Jahren liess die Familie Regli von der Schanz die Mariengrotte restaurieren. Im Jahre 1979 wurde das Schanzhaus von den Nachkommen des Julius Regli zum Lagerhaus umgebaut.

Die Mariengrotte als Dank- und Tankstelle

Aufgrund der örtlichen Verhältnisse bei der Grotte waren nur zehn Personen bei der offiziellen Einweihung der neuen Marienstatue und neu gestalteten Grotte zugelassen. Pfarrer Daniel Krieg fand besinnliche Worte und meinte unter anderem: «Auch die Seele des Menschen braucht Nahrung. Daher ist es gut, wenn es solche Orte wie die Mariengrotte gibt. Es ist eine Art Dankstelle/Tankstelle, wo die Menschen hingehen können mit ihren Sorgen und Anliegen, aber auch mit ihrem Dank zu Maria.»

Ähnliche besinnliche Worte richtete er später auch an die Festgemeinde im Ferienhaus Schanz. Ein Apéro, das Musikantentrio Echo vom Susten, angeregte Gespräche und ein gelungenes Quiz rund um die Marien-Grotte Schanz lockerte die gelungene Einweihungsfeier auf. Mit der Auflösung der Quizfragen – Marie-Claire Arnold und Monika Baumann waren die ersten Preisgewinner – endete die Einweihungsfeier. Iwan Stampfli bedankte sich nochmals bei allen Beteiligten und hofft, dass im nächsten Jahr das 100-jährige Bestehen in ähnlichem Rahmen gefeiert werden kann.

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