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«Die Meldung der Urner Kantonalbank schockiert»

Für den Realper FDP-Landrat Georg Simmen unternimmt die Urner Kantonalbank «ohne grössere Not einen abrupt erscheinenden Strategiewechsel». Dies schade auch der Urner Volkswirtschaft.
Bruno Arnold
UKB-Bankratspräsident Heini Sommer (links) und Christoph Bugnon, CEO der Urner Kantonalbank, erläutern am Hauptsitz in Altdorf die neue Strategie der Bank. (Bild: Corinne Glanzmann, Altdorf, 18. Oktober 2018)

UKB-Bankratspräsident Heini Sommer (links) und Christoph Bugnon, CEO der Urner Kantonalbank, erläutern am Hauptsitz in Altdorf die neue Strategie der Bank. (Bild: Corinne Glanzmann, Altdorf, 18. Oktober 2018)

Die Urner Kantonalbank (UKB) baut 2019 ihr Geschäftsstellennetz um. Die drei Zweigstellen Göschenen, Wassen und Seelisberg werden Ende März geschlossen. In Bürglen, Erstfeld, Schattdorf und Flüelen wird es ab Dezember 2019 kein Personal vor Ort mehr geben. Im Gegenzug wird die UKB künftig Beratungen via Video oder zu Hause anbieten. Das haben die Verantwortlichen der Bank in der vergangenen Woche offiziell mitgeteilt (siehe unsere Ausgabe vom 13. Dezember).

Mit Abbau von 15 bis 20 Stellen verbunden

Die Modernisierung der Vertriebsstrategie und die Neuausrichtung des Geschäftsstellennetzes ist ein wesentlicher Bestandteil der Strategie 2021 der UKB, die gemäss Bankrat «das Ziel verfolgt, die Existenz sowie die Zukunftsfähigkeit der Bank nachhaltig zu sichern». Diese Strategie ist mit einem Abbau von rund 15 bis 20 Vollzeitstellen bis ins Jahr 2021 verbunden.

«Die Meldung schockiert, da die Bank des Kantons Uri ohne grössere Not einen abrupt erscheinenden Strategiewechsel vornimmt», schreibt Landrat Georg Simmen (FDP, Realp) in einer Kleinen Anfrage, die er am Montag eingereicht hat. «Die UKB pulverisiert ihr Geschäftsstellennetz und baut einen Fünftel der bisherigen rund 100 Stellen ab. Zum Teil nagelneu errichtete Immobilien werden geschlossen respektive nur noch für Videotelefonie genutzt. Gleichzeitig werden rund 35 Millionen Franken in ein neues Gebäude am Bahnhof Altdorf investiert», so der FDP-Vertreter.

Videoangebot der Bank passt nicht allen Kunden

«Kunden, die schon heute aufgrund des Alters oder von Vorbehalten nicht in der Online-Welt zu Hause sind, werden künftig auch nicht das Videoangebot der Bank nutzen. Diese verlieren nun ihre bisherigen Ansprechpartner in den Geschäftsstellen», moniert Simmen.

«Gemäss Artikel 2 des Gesetzes über die Urner Kantonalbank dient die UKB der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung des Kantons, indem sie als Universalbank die banküblichen Geschäfte nach anerkannten Bankgrundsätzen tätigt und dadurch für den Kanton eine Einnahmequelle bildet», schreibt der FDP-Vertreter in seiner Kleinen Anfrage. Die Schliessung von Geschäftsstellen und der Stellenabbau hätten eine direkte Auswirkung auf die Volkswirtschaft des Kantons Uri. Mit der neuen UKB-Strategie würden in den betroffenen Gemeinden wichtige Stützen des lokalen Gewerbes verloren gehen. «Zudem verschwinden 20 gut dotierte Stellen und damit Existenzgrundlagen von Urnerinnen und Urnern», hält er in seinem Vorstoss fest. «Es geht schliesslich auch Steuersubstrat verloren.»

Simmen hinterfragt die Notwendigkeit

Es sei bekannt, dass der Bankensektor im Umbruch stehe und dass die Digitalisierung auch diese Branche vor sich her treibe. Es stelle sich aber doch die Frage, ob es wirklich notwendig sei, dass die UKB, die regelmässig Gewinne um die 15 Millionen Franken ausweise und die gleichzeitig keiner Gewinnmaximierung unterliege, da der Kanton Uri der einzige Shareholder sei, so einfahren und auf einmal alles über den Haufen werfen müsse, was sich vorher jahrelang als gut und bewährt erwiesen habe.

Georg Simmen ersucht den Regierungsrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:

  1. Wie beurteilt der Regierungsrat die neue Strategie der Urner Kantonalbank?
  2. Wann wurde der Regierungsrat über die Neu-Ausrichtung informiert und wie wurde er in diesen Strategiewechsel mit einbezogen?
  3. Wie wurden die Mitarbeiter und die Kunden in die Erarbeitung der Strategie eingebunden und wie waren deren Einschätzungen?
  4. Wie beurteilt der Regierungsrat die Schliessung von Geschäftsstellen und den erheblichen Stellenabbau unter dem Gesichtspunkt, dass die Bank gemäss Gesetz über die Urner Kantonalbank «der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung des Kantons dienen» soll?
  5. Welchen konkreten Handlungsbedarf sieht der Regierungsrat?

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