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Die Mitgliederzahl im Krankenunterstützungsverein Seedorf soll nicht erhöht werden

In den Krankenunterstützungsverein Seedorf sollen in absehbarer Zukunft keine neuen Mitglieder aufgenommen werden. Dies hat eine Konsultativabstimmung an der GV ergeben. Dem Verein gehören aktuell 52 Personen an.
Von links: Präsident Rolf Wipfli mit den Geehrten, Josef Arnold (50 Jahre) sowie Peter Wipfli, Robi Wipfli und Toni Gisler (je 30 Jahre). (Bild: fi (Seedorf, 13. Januar 2019))

Von links: Präsident Rolf Wipfli mit den Geehrten, Josef Arnold (50 Jahre) sowie Peter Wipfli, Robi Wipfli und Toni Gisler (je 30 Jahre). (Bild: fi (Seedorf, 13. Januar 2019))

Genau die Hälfte der 52 Mitglieder des Krankenunterstützungsvereins Seedorf (KUV; siehe Box), unter ihnen auch Ehrenpräsident Werner Arnold, traf sich am Sonntag, 13. Januar, im Restaurant Waldheim unter dem Vorsitz von Präsident Rolf Wipfli zur 131. GV. Ein stilles Memento galt einleitend dem verstorbenen Ehrenmitglied Hermi Walker.

In seinem Jahresbericht griff Rolf Wipfli das Thema Krankenkassen auf. «Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem die Prämien für die Familien das verfügbare Budget in einen finanziellen Grenzbereich führen», betonte der Präsident. «Die Arzt- und Spitalkosten stellen uns vor kaum lösbare Probleme.» Die freie Arztwahl, das Einholen von Zweit- und Drittmeinungen, die Reha bei fast jedem Fingerbruch, aber auch exorbitante Chefsaläre bei den Krankenkassen mit Büros an bester Geschäftslage würden die Kosten in besorgniserregende Höhen treiben. In den Statuten des KUV seien Zusammenhalt und Selbsthilfe als Eckpfeiler erwähnt. «Wenn die persönliche Situationsoptimierung wichtiger wird als alles andere, dann könnten vielleicht gerade diese ideellen Werte einen Weg aus einem immer grösser werdenden Dilemma aufzeigen», hielt der Präsident fest. «Und vielleicht wird der Solidaritätsgedanke notgedrungen wieder zu einem Thema», so Wipfli.

Josef Arnold ist seit 50 Jahren dabei

Höhepunkt der Versammlung war ganz klar die Ernennung von Josef Arnold («Hoferi Sepp») zum Freimitglied. Ihm konnte der Präsident mit einer Urkunde zum 50-jährigen Mitwirken gratulieren. Der Geehrte sei nie um einen Spruch verlegen und könne zu Recht als Unikum bezeichnet werden. Josef Arnold zeigt aber nicht nur im KUV, was Vereinstreue ausmacht. Er hat sich auch während Jahren in der Feuerwehr engagiert und ist noch heute ein aktives Mitglied der Schützengesellschaft. Auf Josef Arnold haben aber noch weitere Vereine wie etwa der RMV zählen können, sodass er getrost als eine Art «Vorzeige-Vereinsmensch» bezeichnet werden darf. Aufgrund ihrer 30-jährigen Mitgliedschaft im KUV konnten zudem Peter Wipfli, Toni Gisler und Robi Wipfli in die Reihe der Ehrenmitglieder aufgenommen werden.

Ein weiteres Thema der GV war der Mitgliederbestand. Dem Verein gehören aktuell 2 Frei-, 30 Ehren- und 20 Aktivmitglieder an. Der Vorstand hat seit vielen Jahren keine neuen Kandidaten mehr zur Aufnahme in den Verein vorgeschlagen. Und bei dieser Strategie soll es vorläufig bleiben. Dies zeigte das Resultat einer Konsultativabstimmung. Die GV-Teilnehmer sprachen sich einstimmig gegen das Anwerben respektive die Aufnahme neuer Kandidaten aus. Oberstes Ziel soll es weiterhin sein, mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln den Angehörigen jedes einzelnen verstorbenen Mitglieds den aktuell bei 1000 Franken festgesetzten Sterbebeitrag auszahlen zu können. Gegenwärtig kann diese Vorgabe ohne zusätzliche oder erhöhte Jahresbeiträge eingehalten werden.

Ursprung am Palanggen

Auslöser für die Gründung des Krankenunterstützungsvereins (KUV) Seedorf waren die gefährlichen Arbeiten beim Holzflössen und bei weiteren Tätigkeiten am Palanggenbach am Ende des 19. Jahrhunderts. Bei Krankheit oder Unfall erhielten die Arbeiter keinen Lohn. Diesem Problem wirkten sie 1888 mit der Gründung des Vereins entgegen. Die Mitglieder waren ab diesem Zeitpunkt bei Arbeitsausfällen durch Krankheit und Unfall «versichert». Das Eintrittsgeld betrug für damalige Verhältnisse hohe 3 Franken, der Monatsbeitrag 1 Franken. Die Patienten wurden 50 Tage lang unterstützt, während der ersten 25 Tage mit 1 Franken, vom 26. bis zum 50. Tag mit 50 Rappen. (fi)

Erneut ein kleines Defizit ausgewiesen

Die übrigen Traktanden waren rasch abgehandelt. Kassier Hanz Schuler musste für 2018 ein Defizit von rund 740 Franken präsentieren. Das Vereinsvermögen beläuft sich neu auf 55360 Franken. Die Beiträge bleiben unverändert (Eintrittsgebühr: 50 Franken; Jahresbeitrag: 24 Franken; Sterbebeitrag: 2 Franken, Taggeld: 10 Franken; Beitrag an Beerdigungskosten: 1000 Franken). Im Vorstand wurden Präsident Rolf Wipfli, Vizepräsident Reto Gisler, Kassier Hanz Schuler, Aktuar Bruno Arnold und Beisitzer Daniel Wipfli für weitere zwei Jahre bestätigt. Auch Werner Arnold und Stefan Arnold liessen sich als Revisoren für die Amtsdauer 2019/20 bestätigen. (fi)

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