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Die Musik von Daens erhält noch mehr Urner Unterstützung

Die Band Daens veröffentlicht eine neue Single mit Ohrwurmpotenzial. Inzwischen ist das Duo zu einem Quartett angewachsen. Zum Projekt gehören zudem ein Fotograf und ein Manager.

Markus Zwyssig
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Sie lieben die Musik. Aus dem Fenster schaut Fotograf Aaron Imlig. Oben, von links: Nico Hunziker, Matthias Cotting (Manager), Samuel Brunner, Thomas Horat und Daniel Beltrametti.

Sie lieben die Musik. Aus dem Fenster schaut Fotograf Aaron Imlig. Oben, von links: Nico Hunziker, Matthias Cotting (Manager), Samuel Brunner, Thomas Horat und Daniel Beltrametti.

Bild: PD

Eingängiges Gitarrenriff, ein satter Bass, eine markante Stimme und ein guter Groove: Der neue Song «Fool» der Popband Daens aus Uri und Schwyz lässt aufhorchen.

Doch so locker, wie das Produkt daherkommt, war das Aufnehmen nicht. «Wir waren eine Woche lang in Zürich im Studio», erzählt der 20-jährige Daniel Beltrametti aus Seedorf. Das heisst, die Aufnahmen begannen jeweils um 20 Uhr abends und dauerten bis 4 Uhr in der Früh. «Dann fuhr ich jeweils mit dem ersten Zug in den Kanton Uri zurück», erzählt der Sänger und Gitarrist der Band.

Doch der Aufwand hat sich gelohnt. «Wir sind zufrieden und recht stolz auf den Song, wie er nun tönt», so Beltrametti. Die Bandmitglieder haben zum ersten Mal einen Song professionell im Studio aufgenommen. Bisher haben sie alles im Heimstudio selber aufgezeichnet. Beltrametti gründete zusammen mit dem ebenfalls 20-jährigen Schlagzeuger Nico Hunziker aus Brunnen das Projekt Daens. Jetzt kommen noch zwei weitere Musiker dazu: Samuel Brunner an Gitarre und Klavier sowie Thomas Horat am Bass. Die beiden kannte man bisher von der Urner Band Colster.

Das Songschreiben wird vermehrt zur Teamarbeit

Beltrametti hat noch einige Songs auf Lager. Einige davon hat er bereits vor geraumer Zeit geschrieben. Mit dem Zuzug von Brunner und Horat ist Daens aber viel stärker zum Team geworden. «Wir haben Spass, Musik zu machen und gemeinsam Songs zu schreiben», erklärt Beltrametti. «Wir gehen musikalisch alle in die gleiche Richtung.» Nun wollen sich alle vermehrt der Musik widmen. Auf den Herbst ist eine EP geplant.

Entstanden ist die Band Daens eher per Zufall. Seinen Duo-Partner hat Beltrametti an der Fachmittelschule in Brunnen kennen gelernt. Dabei hatten sie beide im sogenannten Kulturfenster einen Auftritt. «Wir haben einfach einmal zusammen drauflosgespielt», erinnert sich Beltrametti. «Jemand filmte unseren Auftritt und stellte diesen auf Youtube. Weil es dann Anfragen gab, ob wir nicht bei ihnen auftreten möchten, haben wir dann weitergemacht.»

Band legt einen tollen Start hin

2018 wurde die Band mit dem kleinen Prix Walo ausgezeichnet, und ein Jahr später gewann das Duo den «My Coke Music Contest», den grössten Talentwettbewerb der Schweiz. Der mit 50 000 Franken dotierte Preis gliedert sich in zwei Teile. 20 000 Franken erhalten die beiden Musiker in bar. Eigentlich hatten sie geplant, einen Bus zu kaufen. Doch zurzeit geben sie sich mit einem gemieteten Fahrzeug zufrieden.

Den zweiten Teil des Preises, die 30 000 Franken, erhalten die beiden Musiker in Form professioneller Beratung und Unterstützung durch eine Musikagentur. Diese betreut Schweizer Musiker wie Stress, Baschi, Hecht, Pegasus und Dabu Fantastic. Im Zentrum stehen ein individuelles Coaching und Management, Medientermine sowie Studioaufnahmen.

Für den grossen Erfolg braucht es riesiges Glück

Gelingt der Band nun der grosse Durchbruch? Beim Wettbewerb haben schon 77 Bombay Street und Neckless gewonnen – und daraufhin ihre Musikkarriere gestartet. Als Profis Musik zu machen, das würden sich auch die Musiker wünschen. Doch Beltrametti bleibt realistisch: «Das ist nur ein Traum.» Dass dieser Schritt alles andere als einfach ist, wissen sie. «Es gibt so viele gute Musiker», so der Seedorfer. «Da müsste man riesiges Glück haben, um damit viel Geld verdienen zu können.»

Daens wollen sich musikalisch nicht in eine Schublade stecken lassen. Den Stil, wenn es denn schon einen Namen braucht, bezeichnet Beltrametti als Cross-over-Pop. Eines ist gewiss: Die Musiker probieren gerne Neues aus, und dabei gibt es viel Elektronisches.

Die Konzerte müssen warten – Hoffen auf die Radiostationen

Wegen der Coronakrise ist die Zukunft, was die Konzerte betrifft, ungewiss. Das Rosenfest in Weggis, das Gurtenfestival, das Heitere Open Air und die Muisiglanzgmeind Wolfenschiessen – geplant wäre einiges. Aber sie nehmen es nun, wie es kommt. «Momentan versuchen wir, Lokalradios von unserem Song zu überzeugen», so Beltrametti. Und bereits wird «Fool» auf Radio Central und Sunshine gespielt. Weitere Radiostationen dürften folgen.

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