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Die Natur zwischen Poesie und Ausbeutung

36 Künstler beschäftigen sich im Haus für Kunst Uri mit ihrer Umwelt. Dabei werden auch Spannungsfelder aufgezeigt.
Markus Zwyssig
Im Haus für Kunst Uri ist unter der kuratorischen Leitung von Barbara Zürcher und Bruno Z’Graggen eine Gruppenausstellung zum Thema Natur zu sehen.Bild: Markus Zwyssig (Altdorf, 12. September 2019)

Im Haus für Kunst Uri ist unter der kuratorischen Leitung von Barbara Zürcher und Bruno Z’Graggen eine Gruppenausstellung zum Thema Natur zu sehen.Bild: Markus Zwyssig (Altdorf, 12. September 2019)

Wer das Haus Für Kunst Uri betritt, dem stechen die beiden grossen Bilder des Blüemlisalpgletschers von Georg Aerni in die Augen. Gletscherschwund, Klimawandel und das Auftauen des Permafrosts – mit diesen Gedanken ist der Betrachter bereits mitten im Thema der neuen Ausstellung «Natur zwischen Sehnsucht und Wirklichkeit – von Amazonien in die Alpen».

36 Künstler bedienen sich in fast 70 Werken der verschiedensten künstlerischen Medien wie Malerei, Zeichnung, Skulptur, Fotografie, Film, Video und Installation. Zu sehen sind Arbeiten von so unterschiedlichen Künstlern wie Judith Albert, John Armleder, Chalet5, Simon Ledergerber, Peter Regli, Roman Signer, Daniel Wicky sowie Wiedemann/Mettler. Mit dem Einbezug von sechs brasilianischen Positionen schlägt die Ausstellung einen weiten Bogen.

Sowohl Amazonien als auch die Alpen sind Regionen, in denen die Kraft der Natur aussergewöhnlich stark ist. Deren Ökosysteme sind von grosser Bedeutung und durch den Klimawandel in akuter Gefahr. «Wir wollen aber nicht die Moralkeule schwingen», sagt Kuratorin Barbara Zürcher. «Vielmehr wollen wir sensibilisieren und zu eigenen Assoziationen und Reflexionen anregen.»

Sehnsucht nach unberührter Natur

Die Natur sei ein grosses und ausuferndes Thema in der Kunstgeschichte, so Co-Kurator Bruno Z’Graggen. «Für uns ist Natur ganz eng verbunden mit dem Kulturbegriff und mit dem Tun des Menschen.» Z’Graggen hat im Frühling 2017 an der Uni Luzern Sonderferien genommen und war ein halbes Jahr in Brasilien in Sao Paolo. Zurückgekommen ist der Leiter der Forschungsförderung an der Uni Luzern und freie Kurator mit einer grossen Ausbeute vor allem von Videoarbeiten.

Beim Presserundgang durch die Ausstellung sprach Z’Graggen von den Zerstörungen in Amazonien und auch bei uns. Er zeigte aber auch eine andere Seite auf: «Paradoxerweise ist auch eine Sehnsucht nach der unberührten Natur entstanden, die es aber nur noch in unseren Köpfen gibt.» Diese beiden Spannungsfelder interessierten Z’Graggen und Zürcher für die neue Ausstellung. Auch Heinrich Danioth ist wiederum vertreten. Verschiedene seiner Bilder sind in die Ausstellung integriert. Landschaft, Natur und die Bewohner sind allgegenwärtig in den Werken des Urner Künstlers.

Das neue Projekt im Haus für Kunst Uri verbindet Kunst und Wissenschaft. Die Begleitpublikation und ein Teil des Rahmenprogramms mit einer internationalen Konferenz und einem Blockseminar erfolgen in Kooperation mit dem Literatur- und Kulturwissenschaftler Professor Boris Previšić von der Universität Luzern. Diverse Autorinnen und Autoren der Universität Luzern beleuchten mit geistes- und sozialwissenschaftlichen Beiträgen das Verhältnis von Menschen, Kultur und Natur an verschiedenen Orten und im Wandel der Zeit.

Die Vernissage der neuen Ausstellung Natur zwischen Sehnsucht und Wirklichkeit. Von Amazonien in die Alpen findet heute Samstag um 17.30 Uhr statt. Verbunden ist diese mit einer Performance von Saskia Edens.

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