Premiere auf dem Rütli begeistert – trotz Dauerregens

Schlagersängerin Linda Fäh bot auf dem Rütli mit dem international renommierten Stradivari-Quartett ein beeindruckendes, aber auch überraschendes Konzert.

Robi Kuster
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So hat man die Schlagersängerin noch nie gesehen: Kurz vor dem 1. August trat Linda Fäh gestern auf dem Rütli mit einem klassischen Orchester auf. Bild: Robi Kuster (Rütli, 18. Juli 2019)

So hat man die Schlagersängerin noch nie gesehen: Kurz vor dem 1. August trat Linda Fäh gestern auf dem Rütli mit einem klassischen Orchester auf. Bild: Robi Kuster (Rütli, 18. Juli 2019)

Das erste Rütli-Konzert im Rahmen des Stradivari-Fests von Tourismus Gersau drohte gestern Mittag fast im Regen zu ertrinken. Das Stradivari-Quartett mit Xiaoming Wany, Sebastian Bohrer, Lech Antonia Uszynski und Maja Weber hatte im Vorfeld des 1. August und mit Schlagersängerin Linda Fäh als Spezialgast auf die wohl bekannteste Wiese der Schweiz eingeladen. Alle freuten sich auf diese Crossover-Premiere, und nur der Dauerregen verdarb etwas die Festlaune der trotzdem zahlreich erschienenen Besucher.

Das Konzert sollte ein besonderer Event werden, was er auch ohne die heissen und sommerlichen Temperaturen der letzten Woche wurde. Der Auftritt unter dem schützenden Terrassendach des Gasthauses Rütli statt wie geplant auf der Rütliwiese erfreute und begeisterte aber auch bei nassem Wetter. Linda Fäh überzeugte mit ihrer sympathischen Art, ihrer weichen Stimme und mit ihrem unvergleichlichen Charme. Das Stradivari-Quartett ist unter anderem bekannt durch seine Auftritte auf der Rigi zum Stradivari-Fest, wo vom 22. bis 24. November die Zweitauflage stattfindet.

Terrasse trotz Regens fast gefüllt

Die Terrasse auf dem Rütli bot einen idealen Platz für gepflegte Musik. Sie war fast gefüllt. Und wer hätte nicht einmal Linda Fäh ohne Fernsehreklame gerne live gesehen und erst noch am geschichtsträchtigsten Ort der Schweiz. Was die ehemalige Miss Schweiz bot, war einmalig, und wer erwartet hätte, dass die Begleitmusik aus Lautsprechern eingespielt würde, musste sich einer Besseren belehren lassen. Linda Fäh bestach, sehr schön begleitet vom Stradivari Quartett.

Im ersten Teil des einstündigen Konzerts setzte aber das Quartett allein echte Glanzpunkte. Die Ouvertüre von Rossinis «Wilhelm Tell» verlor auch im Arrangement nichts an Faszination, vor allem nicht auf dem Rütli. Im Anschluss daran spielte das Quartett bekannte Lieder von Mani Matter wie «Si hei dr Wilhälm Täll ufgfüert».

Linda Fäh überzeugt mit Schweizer Hits

Der zweite Teil stand im Zeichen von Linda Fäh. «Ewigi Liebi» wurde wohl kaum einmal so schön begleitet wie vom begnadeten Quartett. Linda Fäh überzeugte aber auch durch ihre Ausstrahlung und Natürlichkeit in den andern Liedern. Sie sang Schweizer Hits wie «Cindy» von Peter Sue und Marc, ein Medley von Schweizer Hits und auch aus ihrem neuen Album «Herzschlag» die Ballade «Zu zweit».

Den Kontakt zum Stradivari Quartett hatte Maja Weber hergestellt. Das Experiment mit dem Quartett und der Schlagersängerin war gewagt, entpuppte sich aber als vollen Erfolg, was die Zuhörer mit lang anhaltendem Beifall bestätigten.