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Die Schüler waren sein Highlight

Das Borromeo-Musikfestival ist Vergangenheit. Co-Leiter Lorenz Gamma zieht ein äusserst positives Fazit und hofft auf eine Zweitauflage im kommenden Sommer.
Interview: Bruno Arnold
Lorenz Gamma beim Lehrerkonzert im Pavillon des Hauses der Musik. (Bild: Paul Gwerder (Altdorf, 25. Juli 2018)

Lorenz Gamma beim Lehrerkonzert im Pavillon des Hauses der Musik. (Bild: Paul Gwerder (Altdorf, 25. Juli 2018)

An der Kantonalen Mittelschule Uri haben sich vom 16. bis 29. Juli fast 50 Musiker im Alter von 13 bis 26 Jahren im Rahmen des Borromeo-Musikfestivals weitergebildet. Unterrichtet wurden sie von zehn international renommierten Lehrkräften, vornehmlich in den Fachbereichen der Solo- und Kammermusikliteratur. Die künstlerische Leitung lag bei Lorenz Gamma. Der Hochschuldozent und Musiklehrer auf der Violine lebt mit seiner Frau Ming Tsu in Los Angeles. Gamma hat Urner Wurzeln. Sein Vater, Martin Gamma, war in Altdorf als Arzt tätig. Seine Mutter Nina Gamma war Berufscellistin. Unsere Zeitung hat sich gestern mit Lorenz Gamma über die Erstauflage unterhalten.

Welches Fazit ziehen Sie nach der Premiere des Borromeo-Musikfestivals?

Die Schüler aus aller Welt wären am liebsten drei Wochen geblieben! Das sagt wohl alles. Der Aufwand hat sich also gelohnt. Ich bin noch immer begeistert. Alles ist hervorragend gelaufen. Rund anderthalb Jahre lang haben meine Frau und ich die Musikwochen zusammen mit der Schulleitung des Kollegis sowie mit den OK-Mitgliedern Markus Imhof und Felix Aschwanden vorbereitet. Das Festival hat schliesslich alle unsere Vorstellungen übertroffen – und zwar in jeder Beziehung. Statt wie geplant 40 haben total 46 Schüler teilgenommen, statt fünf Lehrpersonen waren es deren zehn. Trotz Sommerferien konnten wir zu den Konzerten sehr viele Besucher begrüssen, die offensichtlich begeistert waren. Das allgemeine musikalische Niveau der Schüler- und Lehrerkonzerte, aber auch die allgemeine Stimmung war ausgezeichnet. Was wollen wir mehr? Und schliesslich haben wir nicht zuletzt unser Hauptziel vollumfänglich erreicht.

Welches Hauptziel meinen Sie konkret?

Mit dem Borromeo-Musikfestival und den Konzerten wollten wir etwas bieten, das die lange Tradition der Kammermusik in Altdorf fortsetzt. Wir wollten Kammermusik als spezielle Kunst fördern, die Zusammenarbeit, Feingefühl und ein Sich-aufeinander-abstimmen-Können verlangt. Das ist nicht nur für Jugendliche eine Herausforderung. Kammermusik reicht von Intimem bis zu Berauschendem. Es gilt Werke zu finden, die programmmässig zueinander passen. Die Kompositionen müssen aber auch zu den Ausführenden und zu den Zuhörerinnen und Zuhörern passen. Ich glaube, wir haben die richtige Mischung gefunden.

Mit andern Worten: Sie würden nichts anders machen?

Nein. Wir hatten ideale Infrastrukturen zum Üben und für die Konzerte zur Verfügung. Die Unterkünfte haben sich bestens geeignet. Wenn man beim nächsten Mal auch noch die Räume im ehemaligen Lehrerseminar benützen könnte, wäre dies für mich das Tüpfelchen auf dem i.

Sie sprechen vom nächsten Mal. Es wird also schon bald wieder ein Borromeo-Musikfestival geben?

Von mir aus sollte dieser Anlass alle Jahre stattfinden, dann könnte man auf gemachten Erfahrungen aufbauen, müsste nicht ­wieder von vorne beginnen mit Organisieren, man hätte den nötigen OK-Rhythmus und -Takt schnell wieder. Als allernächste Schritte werden wir versuchen, eine Zustimmung des Kollegiums zur Benützung der Infrastrukturen und des Internats der Ecole Lemania für das Benützen der Unterkünfte zu erhalten, um das zweite Festival zu planen.

Welches war Ihr ganz persönliches Highlight?

Die Schüler! Diese Begeisterung, diese Ausdauer und dieser Wille: Einfach fantastisch! Ein Beispiel: Gut 20 Schüler haben sich bereits am ersten Abend, nachdem sie mehr oder weniger erschöpft am Flughafen und danach in Altdorf angekommen waren, im Kollegi ans Üben gemacht. Oft wurde bis in die frühen Morgenstunden hinein Musik gemacht.

Und Ihr Höhepunkt aus musikalischer Sicht?

Im Pavillon des Hauses der Musik haben rund 200 Personen zugehört. Das war schon ganz speziell. Viele von ihnen sassen an Bäume angelehnt, weil es nicht genügend Sitzgelegenheiten hatte. Man lag sogar auf dem Rasen und bewunderte die Glitschen-Kulisse zu den Klängen der spätromanischen Werke, die wir Lehrpersonen zusammen mit unseren Schülern als spezielles Konzerterlebnis spielten.

Hatten Sie vor lauter Musikmachen überhaupt Zeit für andere Aktivitäten?

Natürlich gab es auch Zeit zum Spazieren im Dorfkern von Altdorf, für Ausflüge – zum Beispiel in die Alpkäserei auf dem Urnerboden oder nach Luzern – und für ein Abschlussfest im Seerestaurant in Seedorf inklusive Schwimmen im Urnersee und Bestaunen des Sonnenuntergangs. Ein grosser Teil der Teilnehmer freut sich bereits auf die Zweitauflage.

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