Unterstützungsgelder
Die Schweizer Berghilfe hat so viel Freiwilligenarbeit geleistet wie nie zuvor – 18 Urner Betriebe konnten profitieren

Insgesamt hat die Stiftung über 33 Millionen Franken gesammelt – und auch im Zuge der Pandemie mehr Projekte unterstützt.

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(zgc) Während des letzten Jahres ist es der Schweizer Berghilfe gelungen, sowohl Spendeneinnahmen als auch die Unterstützungsleistung fast auf dem Niveau des Vorjahres zu halten, wie es in einer Medienmitteilung der Stiftung heisst. Hingegen sei der Aufwand grösser gewesen; die ehrenamtlichen Expertinnen und Experten haben so viele unbezahlte Arbeitsstunden wie nie zuvor geleistet: 150 Arbeitstage. Das sind 15 Prozent mehr als in den Jahren zuvor.

Die Berghilfe sieht darin zwei Gründe. Einerseits die Pandemie, wegen der Arbeitsabläufe an die neuen Gegebenheiten angepasst und eingespielte Prozesse «komplett neu entwickelt» wurden. Anderseits hat das Virus zusätzliche Arbeit generiert. Die kurzfristig aufgegleiste Coronasoforthilfe, mit der über 100 Kleinbetriebe im Berggebiet, denen die Einkommensausfälle im ersten Shutdown besonders stark zusetzten, vor dem Konkurs bewahrt werden konnten. Diese Gesuche mussten alle geprüft und bewilligt werden. Auch wenn das in einem beschleunigten Verfahren vonstattenging – Mehraufwand für die ehrenamtlichen Expertinnen und Experten bedeutete es laut Berghilfe trotzdem.

Berghilfe hat mehr Betriebe unterstützt

Die Coronasoforthilfe ist auch der Grund, warum die Schweizer Berghilfe im Jahr 2020 deutlich mehr Projekte unterstützt hat als im Vorjahr (671 gegenüber 613). Die Unterstützungsleistung hingegen ist leicht zurückgegangen: von 35,3 auf 33,6 Millionen Franken. Dass es immer noch so viel ist, sei ein gutes Zeichen für das Schweizer Berggebiet, sagt Co-Geschäftsführerin Regula Straub.

«Wenn wir Unterstützung leisten, heisst das, dass investiert wird. Und mitten in der Pandemie ist das für die wirtschaftliche Entwicklung noch wichtiger als sonst.»

Erfreulich wertet Regula Straub die zunehmende Solidarität der Schweizer Bevölkerung mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Berggebiete. Die Anzahl der Spenderinnen und Spendern ist gar gestiegen: 62'500 Personen haben 2020 gespendet, im Jahr zuvor waren es noch 60'000. Darüber hinaus blieben die Einnahmen aus Spenden und Nachlässen im Bereich der Vorjahre. Gegenüber 2019 kamen knapp fünf Prozent weniger zusammen, nämlich 33,9 statt 35,6 Millionen Franken.

Für den Kanton Uri bedeutete das, dass 18 Betriebe mit 693'300 Franken unterstützt wurden. So etwa das Gasthaus Göscheneralp: Während der Hauptsaison sind die 40 Betten fast durchgehend besetzt. Eine von der Schweizer Berghilfe mitfinanzierte Industriewaschmaschine erleichtert den Mitarbeitenden die Arbeit und lässt mehr Zeit für die Betreuung der Gäste.