Die Urner Sommerlager können kommen

Schar- und Abteilungsleiter sind mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Elektronische Geräte sind für einmal unerwünscht.

Christian Tschümperlin
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Überblick Sommerlager 2019. (Grafik: Oliver Marx)

Überblick Sommerlager 2019. (Grafik: Oliver Marx)

Spiel, Sport und Spass in der Natur, zusammen lachen, unvergessliche Augenblicke erleben, singen und geniessen am Lagerfeuer: Die Sommerlager haben einen festen Platz in der Agenda vieler Kinder und Jugendlicher. Für die Leiterinnen und Leiter ist ein Sommerlager aber auch mit einigem Aufwand verbunden. Vor allem eine Herausforderung wird immer grösser: den richtigen Lagerplatz zu finden. «Die Top-Lagerplätze werden immer über Jahre hinaus vermietet und das Angebot ist leider nicht so gross, wie die Nachfrage», sagt etwa Nicolas Walker von der Pfadi Bürglen. Ähnlich tönt es beim Blauring Schattdorf, der Pfadi Altdorf oder der Pfadi Seedorf. Bei der Jubla Spiringen hat man deshalb bereits das Lagerhaus für 2021 reserviert. «Wir sind immer mindestens ein Jahr zuvor auf der Suche nach einem neuen Lagerhaus und somit haben wir keine Schwierigkeiten ein Lagerhaus zu finden», sagt Scharleiterin Flavia Arnold. Wer also zum Zug kommen will, muss früh reservieren.

Die Umwelt-Auflagen werden strenger

Einen weiteren interessanten Aspekt spricht Elias Arnold von der Jungwacht Altdorf an: «Die umwelttechnischen Auflagen der Lagerplätze werden immer strenger.» Beispielsweise sei vielerorts kein Latrinenbau mehr erlaubt und es dürften keine Entwässerungsgräben mehr um die Zelte herum angelegt werden. «Dies erschwert die Lagerplatzsuche zunehmend», sagt er. Die Lagerplatzsuche sei ein intensiver Prozess, der mehrere Tage in Anspruch nehme. Trotzdem: «Ein toller Lagerplatz ist die halbe Miete, also lohnt sich der Aufwand auch», meint Arnold.

Andere Dinge hingegen laufen bei den Jugendverbänden wie am Schnürchen, die Küche beispielsweise. «Es war sehr einfach eine Küchenmannschaft zu finden, da wir ein langjähriges bestehendes Team sind», schreibt uns etwa Julia Zgraggen vom Blauring Schattdorf. «Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir ein Küchenteam haben, das seit mehreren Jahren dabei ist», heisst es auch bei der Musikschule.

Die Kinder nehmen ein Handy-Time-out

Einen wichtigen Trend erläutert Selina Wipfli von Zigani Fiora: «Was wir merken, was andere auch merken: Der Umgang mit Handys oder andere elektronische Geräte wird für Kinder immer wichtiger», sagt sie. Wipfli erinnert sich an die Lager aus ihrer Kindheit: Damals habe es nur ein Haustelefon gegeben. «Früher haben wir einmal pro Woche die Eltern angerufen», so Wipfli. Heute sei es so, dass sich die Kinder schon regelmässiger melden möchten. «Sie geben das Handy nicht gerne ab, wir ziehen es aber ein», erklärt Wipfli. Bei der Meitlipfadi Altdorf gilt es gar als Tradition, dass man gar keine elektronischen Geräte ins Lager mitnimmt, auch keine Uhren.

Grossgeschrieben wird bei den Sommerlagern der Umweltschutz. So achtet man bei der Jungschar Brennpunkt darauf, nur biologisch abbaubare Shampoos zu verwenden. Allgemein wird in den Sommerlagern der Abfall gesammelt und getrennt entsorgt.

Motto-Spektakel: Indianer, Highschool, Hawaii

Kunterbunt daher kommen die Themen der Sommerlager. Bei der Meitlipfadi Altdorf heisst das Motto Highschool. «Ziel der Kinder ist es, die beste Highschool zu werden. Sie haben aber Probleme mit einer anderen Highschool, die sie bekämpft», sagt Emma Dillier. Mehr will sie aber nicht verraten: Das sei eine Überraschung für die Kinder. Das Motto bei der Jubla Spiringen lautet «Hawaiieieiei Alohalätz». Auch hier will man nicht verraten, was sich hinter dem Motto verbirgt. Nur so viel: «Wir Leiter werden uns jeden Tag Motto gerecht verkleiden, um das Lagermotto besser zum Ausdruck zu bringen», so Flavia Arnold. Ihre eigenen Wurzeln entdecken die Kinder bei der Jungwacht Altdorf: Das diesjährige Motto lautet: «dr Üri Spiägel am Holz Träämu treelä’», eine Anlehnung an die Urner Sage vom «Üri Spiägel». Im Lager werden die Kinder in das Älpler- und Heimatleben eintauchen und zwei Wochen lang alles Mögliche rund um das Älplerleben ausprobieren und erlernen. Und ein Motto darf natürlich auch nicht fehlen: die Indianer. Dieses Thema hat sich die Jungschar Brennpunkt ausgesucht. «Wir werden auswärts übernachten und Tiere im Lager beherbergen, die wir selber versorgen», sagt Stefanie Sigrist.

Die Jugendlichen für die Sommerlager zu begeistern war leicht. Nach der Vorbereitungszeit kann das Sommerlager also endlich kommen.